Ab Wieviel Dioptrien Gilt Man Als Behindert
Mal ehrlich, wer von uns hat nicht schon mal die Augen verdreht, weil die Schrift auf der Speisekarte wieder so winzig war? Oder versucht, im Kino die Untertitel zu entziffern, während der Sitznachbar genüsslich Popcorn knabbert? Wir alle kennen diese Momente, in denen wir merken: "Okay, meine Augen sind vielleicht nicht mehr die jüngsten." Aber ab wann wird aus einem kleinen Sehfehler eigentlich mehr?
Die Frage, ab wann man mit einer Sehschwäche als behindert gilt, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es ist nicht wie beim TÜV, wo ab einer bestimmten Anzahl von Rostflecken gesagt wird: "Fehlgeschlagen!" Stattdessen ist es eher wie beim Backen: Es kommt auf die richtige Mischung der Zutaten an.
Dioptrien-Dschungel: Wann wird's ernst?
Klar, die Dioptrien spielen eine Rolle. Aber sie sind nicht alles! Stell dir vor, du hast -6 Dioptrien. Das klingt erstmal nach einer Menge, oder? So viel, dass du ohne Brille wahrscheinlich den Unterschied zwischen einem Hund und einem Rasenmäher nicht mehr erkennen würdest (kleiner Scherz!). Aber wenn du mit Brille perfekt siehst, dann bist du nicht automatisch behindert.
Es geht nämlich darum, wie gut du trotz deiner Sehschwäche im Alltag zurechtkommst. Kannst du problemlos lesen, arbeiten, Auto fahren? Oder stolperst du ständig über deine eigenen Füße und verwechselst dein Handy mit der Fernbedienung?
Hier kommt der GdB ins Spiel: der Grad der Behinderung. Der wird vom Versorgungsamt festgelegt und berücksichtigt nicht nur die Dioptrien, sondern auch andere Faktoren wie Gesichtsfeld, Kontrastsehen und die allgemeine Funktion deiner Augen.
Ein Beispiel: Jemand mit -8 Dioptrien, der mit Brille oder Kontaktlinsen 100% Sehkraft erreicht, hat in der Regel keinen Anspruch auf einen GdB. Jemand mit -4 Dioptrien und zusätzlich einem eingeschränkten Gesichtsfeld aber schon. Du siehst, es ist kompliziert!
Alltagstauglichkeit ist Trumpf!
Denk mal an Oma Erna. Sie hat zwar eine Brille, die so dick ist, dass sie damit locker eine Nuss knacken könnte, aber sie strickt trotzdem noch Socken wie eine Weltmeisterin und löst jeden Sonntag Sudoku-Rätsel. Ihre Sehschwäche mag stark sein, aber sie beeinträchtigt sie nicht wesentlich in ihrem Leben.
Auf der anderen Seite gibt es vielleicht jemanden mit einer "leichteren" Sehschwäche, der aber ständig Kopfschmerzen hat, Schwierigkeiten beim Lesen hat und sich im Straßenverkehr unsicher fühlt. Für diese Person kann die Sehschwäche eine größere Belastung darstellen.
Es geht also um die Frage: Wie sehr schränkt deine Sehschwäche deine Teilhabe am Leben ein? Kannst du deinen Job ausüben, dich selbst versorgen, am sozialen Leben teilnehmen?
Der Gang zum Arzt lohnt sich!
Wenn du dir unsicher bist, ob deine Sehschwäche so stark ist, dass sie als Behinderung gilt, solltest du dich unbedingt von einem Augenarzt beraten lassen. Der kann deine Sehkraft genau messen, andere Augenerkrankungen ausschließen und dir sagen, ob es sinnvoll ist, einen Antrag auf Feststellung einer Behinderung zu stellen.
Und denk dran: Es ist kein Weltuntergang, wenn du einen GdB bekommst. Es bedeutet nicht, dass du weniger wert bist oder dich verstecken musst. Es kann dir sogar helfen, Nachteile auszugleichen und Unterstützung zu erhalten.
Also, Augen auf und durch! Und wenn die Schrift mal wieder zu klein ist, dann hol dir einfach 'ne größere Brille oder frag den Kellner nach einer Lupe. Wir sitzen doch alle im selben Boot (oder besser gesagt: tragen dieselbe Brille!).
