Alle Meine Freunde Sagen Dass Ich Leise Bin
Pssst! Eine Ode an die Leisen
Alle meine Freunde sagen, dass ich leise bin. Ja, ist so. Und? Ist das etwa ein Verbrechen? Ich finde, wir sollten das mal genauer unter die Lupe nehmen.
Klar, auf Partys falle ich nicht unbedingt durch lautes Gelächter und epische Tanzmoves auf. Eher stehe ich am Rand, nippe an meinem Drink und beobachte. Aber mal ehrlich, wer beobachtet denn wirklich? Genau, wir Leisen!
Die Lauten sind ja meistens damit beschäftigt, laut zu sein. Nichts gegen laute Menschen, wirklich nicht. Manche von denen sind superlustig und unterhaltsam. Aber manchmal... naja, manchmal wünschte ich, sie würden einfach mal kurz die Luft anhalten.
Ich meine, wer hat schon jemals eine wirklich interessante Unterhaltung geführt, während Techno in voller Lautstärke dröhnt? Ich nicht. Ich brauche eine ruhige Ecke, ein bequemes Sofa und vielleicht noch einen Teller mit Oliven. Dann, und nur dann, bin ich bereit für tiefschürfende Gespräche über das Universum und den Sinn des Lebens. Oder zumindest über die neuste Netflix-Serie.
Und was ist eigentlich so schlimm daran, leise zu sein? Ich höre doch zu! Ich nehme Dinge wahr! Ich sauge Informationen auf wie ein Schwamm! Vielleicht plane ich im Geheimen sogar die Weltherrschaft. Wer weiß?
Apropos Zuhören: Das ist eine echte Superkraft! Während die Lauten sich gegenseitig unterbrechen und um die Wette reden, höre ich zu. Und rate mal? Ich verstehe, was gesagt wird! Ich erinnere mich an Details! Ich kann sogar Ratschläge geben, die tatsächlich hilfreich sind!
Ich behaupte nicht, dass laute Menschen nicht zuhören können. Aber es ist schon ein bisschen schwieriger, wenn man gleichzeitig versucht, die Aufmerksamkeit von allen auf sich zu ziehen, oder?
Und dann gibt es noch die Sache mit der Kreativität. Viele leise Menschen sind unglaublich kreativ. Das liegt vielleicht daran, dass wir mehr Zeit damit verbringen, nachzudenken und zu träumen, als zu reden. Albert Einstein war vermutlich auch kein Partylöwe. Oder vielleicht doch? Egal. Der Punkt ist: Stille kann sehr inspirierend sein!
Ich gebe zu, manchmal beneide ich die Lauten ein bisschen. Sie scheinen so selbstbewusst und furchtlos zu sein. Sie haben keine Angst, ihre Meinung zu sagen, auch wenn sie vielleicht nicht ganz durchdacht ist. Ich hingegen brauche oft etwas länger, um meine Gedanken zu sortieren, bevor ich sie äußere.
Aber ist das wirklich so schlimm? Ich finde nicht. Lieber einmal zu viel nachdenken, als einmal zu wenig. Und wer weiß, vielleicht ist mein durchdachter Kommentar am Ende viel wertvoller als die zehn unüberlegten Sprüche der Lauten.
Also, das nächste Mal, wenn jemand sagt: "Du bist aber leise!", dann lächle einfach und antworte: "Ja, und?" Oder noch besser: "Das ist meine Superkraft!"
Denn mal ehrlich, in einer Welt voller Lärm und Hektik ist ein bisschen Stille doch eigentlich ganz angenehm. Und vielleicht ist es ja auch gar nicht so verkehrt, wenn alle meine Freunde sagen, dass ich leise bin.
Vielleicht bin ich einfach nur... besonders.
Und vielleicht ist das auch gut so.
"Die Stille ist nicht leer, sie ist voller Antworten." - Unbekannt, wahrscheinlich leise.
Lasst uns die Leisen feiern! Lasst uns die Stille wertschätzen! Lasst uns einfach... sein.
Und jetzt, entschuldigt mich, ich muss meine Ruhe genießen.
