Antwort Auf Einladung Zum Bewerbungsgespräch
Kennt ihr das Gefühl, wenn die E-Mail-Benachrichtigung aufploppt und im Betreff steht: "Einladung zum Bewerbungsgespräch"? Der Puls schnellt hoch, ein kleiner Freudenschrei entfleucht euren Lippen (oder vielleicht auch ein panisches Keuchen, je nach Temperament), und dann... beginnt das große Kopfzerbrechen.
Klar, man will professionell sein. Man will zeigen, dass man sich wirklich freut (und nicht nur innerlich in eine Ecke kauert und betet, dass man das alles irgendwie hinkriegt). Aber wie formuliert man eine Antwort, die nicht klingt, als hätte ein Roboter sie verfasst oder als hätte man das Bewerbungsratgeber-Buch aus den 90ern ausgegraben?
Ich erinnere mich an meine erste Antwort auf so eine Einladung. Ich war so nervös, dass ich gefühlt jeden einzelnen Tipp aus dem Internet in meine E-Mail quetschen wollte. Das Ergebnis war ein Monstrum, das länger war als meine eigentliche Bewerbung. Ich hatte sämtliche Phrasen untergebracht: "Mit großem Interesse habe ich Ihre Einladung erhalten..." – Check! "Ich freue mich auf die Gelegenheit, meine Fähigkeiten näher zu erläutern..." – Check! "Gerne stehe ich für Rückfragen zur Verfügung..." – Check! Check! Check!
Die Personalchefin muss sich gefragt haben, ob ich heimlich für den Titel "E-Mail-Königin der Höflichkeit" kandidiere.
Aber wisst ihr was? Sie hat mich trotzdem eingestellt. Vielleicht, weil sie meinen Enthusiasmus gespürt hat (oder einfach nur Mitleid hatte, wer weiß?). Jedenfalls habe ich daraus gelernt: Weniger ist oft mehr. Man muss nicht jeden einzelnen Buchstaben des Etikette-Alphabets befolgen, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Es gibt auch die Fraktion der Leute, die versuchen, besonders locker und cool rüberzukommen. Ich hatte mal einen Kollegen, *Markus*, der auf eine Einladung mit dem Satz antwortete: "Klingt gut! Wann soll ich aufkreuzen?" Die Personalabteilung war... überrascht. Es hat zwar gereicht, um ins Gespräch zu kommen, aber ich glaube, er hat sich danach vorgenommen, das nächste Mal vielleicht doch einen etwas formelleren Ton anzuschlagen.
Die Kunst der authentischen Antwort
Was also tun? Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel darin, authentisch zu sein. Versucht, eure Persönlichkeit in die Antwort einfließen zu lassen, ohne dabei die Professionalität zu vergessen. Bedankt euch für die Einladung (das ist Pflicht!), bestätigt den Termin und drückt eure Vorfreude aus. Aber formuliert es so, wie ihr es auch im echten Leben tun würdet.
Eine gute Freundin, *Anna*, hat mir mal erzählt, wie sie auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in einem Verlag geantwortet hat. Sie hatte in ihrer Bewerbung erwähnt, dass sie ein großer Fan des Verlags ist und besonders die Bücher eines bestimmten Autors, *Herrn Schmidt*, schätzt. In ihrer Antwort auf die Einladung bedankte sie sich nicht nur, sondern schrieb auch: "Ich freue mich darauf, mehr über die Arbeit des Verlags zu erfahren und vielleicht sogar einen Blick auf das Büro von Herrn Schmidt zu erhaschen!"
Das kam so gut an, dass sie nicht nur den Job bekam, sondern auch tatsächlich Herrn Schmidt kennengelernt hat! Manchmal lohnt es sich, etwas Persönliches in die Waagschale zu werfen.
Und was, wenn der vorgeschlagene Termin nicht passt? Keine Panik! Das ist kein Weltuntergang. Schreibt einfach zurück, bedankt euch für die Einladung und erklärt höflich, dass ihr an diesem Tag verhindert seid. Schlagt am besten gleich alternative Termine vor. Das zeigt, dass ihr wirklich interessiert seid und flexibel mitdenkt.
Eine Bekannte von mir, *Lisa*, hatte mal das Pech, dass der Termin für ihr Traumjob-Gespräch genau auf den Tag ihres Umzugs fiel. Sie war total verzweifelt, hat aber dann einfach ehrlich die Situation erklärt und um einen anderen Termin gebeten. Und was soll ich sagen? Sie hat den Job bekommen und wohnt jetzt in ihrer Traumwohnung! Ehrlichkeit zahlt sich eben doch manchmal aus.
Don't: Die Fettnäpfchen-Liste
Zum Schluss noch ein paar No-Gos, die ihr unbedingt vermeiden solltet:
- Rechtschreibfehler: Lasst eure Antwort unbedingt von jemandem Korrektur lesen!
- Unangebrachter Humor: Sarkasmus oder zynische Bemerkungen sind tabu.
- Zu viele Details: Haltet euch kurz und prägnant.
- Ignorieren der E-Mail: Auch wenn ihr kein Interesse habt, ist eine kurze Absage höflich.
Also, keine Angst vor der Antwort auf die Einladung zum Bewerbungsgespräch! Seid authentisch, freundlich und professionell. Und denkt daran: Hinter jeder E-Mail steckt ein Mensch, der sich über eine nette und persönliche Antwort freut. Viel Glück!
