Bewerbung Schülerpraktikum 8. Klasse Muster
Stellt euch vor, ihr seid 14. Achte Klasse. Die Welt ist ein riesiger Spielplatz, aber irgendjemand hat euch gesagt, ihr müsst jetzt Praktika machen. Praktika! Das klingt nach Erwachsenen-Kram, nach Aktenordnern und Kaffeepausen, wo man über wichtige Dinge redet, von denen man keine Ahnung hat. Und das alles, weil irgendein schlauer Fuchs gesagt hat, es wäre gut für eure "berufliche Orientierung". Na, super.
Also gut, Zähne zusammenbeißen und ran an die Buletten, äh, Bewerbungen. Und wo fängt man an? Natürlich beim heiligen Gral aller Achtklässler: Dem Muster! Das Internet ist voll davon. Vorlagen, Formulierungsbeispiele, Lebenslauf-Gitter - alles da, um das eigene Gehirn auszuschalten und einfach nur auszufüllen. Aber hier fängt der Spaß erst an!
Erinnert ihr euch an eure erste Bewerbung? Wahrscheinlich sah sie aus wie ein Frankenstein-Monster, zusammengenäht aus den besten (oder schlimmsten) Zitaten von Onkel Google. "Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen…". Wer redet denn bitte so? Ihr habt die Anzeige gesehen, vielleicht gedacht: "Cool, da gibt's Mittagessen!", aber sicher nicht mit "großem Interesse gelesen".
Und der Lebenslauf! Da steht dann unter "Fähigkeiten": "Computer". Ja, liebe Freunde, das konnten wir alle schon, als wir fünf waren. Aber wir haben es trotzdem reingeschrieben, weil es im Muster stand. Und unter "Hobbys" stand bei jedem zweiten: "Freunde treffen, Lesen, Musik hören". Klingt spannend, oder? So richtig nach jemandem, den man unbedingt in seinem Team haben will, weil er so... austauschbar ist.
Das Schlimmste aber war das Anschreiben. Ein einziger Krampf. Man wollte ja so professionell wie möglich klingen, aber am Ende kam immer irgendwas dabei raus, was eher an einen steifen Roboter erinnerte, der versucht, menschliche Gefühle vorzutäuschen. "Ich bin pünktlich, zuverlässig und motiviert". Ja, klar. Wer schreibt denn bitte, dass er unpünktlich, unzuverlässig und unmotiviert ist?
Und dann der Moment, in dem man die Bewerbung abschicken musste. Man hat sich gefühlt, als würde man eine Flaschenpost in den Ozean werfen. Wird sie jemals ankommen? Wird sie gelesen? Oder landet sie direkt im digitalen Papierkorb?
Die absurden Antworten (oder das Schweigen)
Die Antworten waren oft genauso kurios wie die Bewerbungen selbst. Manchmal kam eine freundliche Absage, in der stand, dass man sich für einen "sehr qualifizierten Bewerber" entschieden habe. Klar, mit 14 ist man natürlich ein alter Hase im Berufsleben. Oder man hat gar keine Antwort bekommen. Funkstille. Das ist dann wie beim Dating: Man fragt sich, was man falsch gemacht hat, und ob man jemals wieder eine Chance bekommt.
Aber das Schöne an der ganzen Sache ist ja, dass es eigentlich egal ist. Es geht nicht darum, den perfekten Job zu bekommen (den man eh nicht will), sondern darum, zu lernen. Zu lernen, wie man sich bewirbt, wie man mit Absagen umgeht, und wie man sich selbst verkauft (auch wenn man eigentlich keine Ahnung hat, was man verkauft). Und vor allem darum, dass man sich selbst nicht zu ernst nimmt.
Die wertvollen Lektionen
Erinnert euch an Frau Müller, die nette Dame im Sekretariat, die euch geholfen hat, die Bewerbung auszudrucken? Oder an Herr Schmidt, der euch den Tipp gegeben hat, im Anschreiben nicht so steif zu sein? Oder an euren besten Freund, der eure Bewerbung Korrektur gelesen und über eure peinlichsten Formulierungen gelacht hat?
Diese kleinen Momente, diese Begegnungen, diese Pannen - das ist es, was wirklich zählt. Das ist es, was euch später im Leben hilft. Nicht das perfekte Muster, nicht die fehlerfreie Formulierung, sondern die Erfahrung, etwas Neues ausprobiert und dabei vielleicht auch ein bisschen gelacht zu haben.
Und was das Praktikum selbst angeht? Nun, das ist eine ganz andere Geschichte. Aber vielleicht lernt man ja sogar, dass Aktenordner und Kaffeepausen gar nicht so schlimm sind. Oder zumindest, dass es noch schlimmere Dinge gibt. Aber das ist eine Lektion für die nächste Bewerbung. Und die wird bestimmt noch lustiger.
Denkt dran: Hauptsache, ihr habt was zu erzählen! Und vielleicht sogar ein paar nützliche Erfahrungen gesammelt. Oder zumindest eine gute Geschichte für die nächste Party.
