Bildnis Der Journalistin Sylvia Von Harden
Ein Blick auf Sylvia von Harden: Wenn Kunst das wahre Leben spiegelt (mit Augenzwinkern)
Okay, mal ehrlich, wer von uns hat sich nicht schon mal unvorteilhaft auf einem Foto gefühlt? So richtig mit Doppelkinn, dem falschen Lächeln und der Frage: "Wer ist diese Person, und warum sieht sie aus, wie eine entfernte Cousine von mir, die zu viel Kuchen gegessen hat?" Tja, liebe Freunde, genau dieses Gefühl, aber in Kunstform, kriegen wir beim Betrachten von Otto Dix' "Bildnis der Journalistin Sylvia von Harden".
Stell dir vor, du gehst auf eine Party. Eine dieser Partys, wo du eigentlich gar nicht hin wolltest, aber deine beste Freundin dich überredet hat. Du stehst da, mit einem Drink in der Hand, fühlst dich leicht deplatziert und versuchst krampfhaft, interessant zu wirken. Dann kommt ein Künstler vorbei, fixiert dich und sagt: "Dich muss ich malen!"
Autsch.
Und genau so, nur noch etwas intensiver, muss es Sylvia von Harden gegangen sein. Otto Dix, bekannt für seine gnadenlosen Porträts, hat sie nämlich alles andere als geschönt. Im Gegenteil. Er hat alles, was ihn an ihr faszinierte (oder auch irritierte!), schonungslos auf die Leinwand gebannt.
Was macht das Bild so besonders?
Das Bild ist ein bisschen wie ein Selfie, das schiefgegangen ist. Aber auf eine gute Art und Weise! Sylvia von Harden sitzt da mit Monokel, Zigarette im Mundwinkel und einem knallroten Kleid. Ihre Haltung ist alles andere als grazil. Man könnte fast meinen, sie sitzt da, um uns zu sagen: "Ja, das bin ich. Und? Habt ihr ein Problem damit?"
Das Monokel, das ist wie die übergroße Nerd-Brille, die wir alle mal getragen haben, um intellektuell zu wirken. Die Zigarette, nun ja, das war damals halt cool. Und das rote Kleid? Eine Art "Ich-habe-die-Party-trotzdem-gerockt"-Statement.
Der Hintergrund ist genauso interessant. Ein Tisch mit Likörflasche und Streichhölzern. Erinnert ein bisschen an das Chaos, das wir alle in unseren Wohnungen verstecken, bevor Besuch kommt. Nur dass hier halt ein Künstler alles dokumentiert hat.
Aber Achtung: Es geht nicht darum, Sylvia von Harden lächerlich zu machen! Otto Dix war ein Meister darin, die Widersprüche der Gesellschaft und die inneren Kämpfe seiner Modelle darzustellen. Er hat sie nicht entstellt, sondern entlarvt.
Warum wir das Bild lieben (oder zumindest interessant finden)
Das Bild ist wie ein Spiegel. Ein verzerrter Spiegel, zugegeben, aber trotzdem ein Spiegel. Es zeigt uns die Unvollkommenheit, die in uns allen steckt. Die kleinen Macken, die uns einzigartig machen. Und es erinnert uns daran, dass Perfektion langweilig ist.
Es ist ein bisschen wie ein "Reality Check" in Öl auf Leinwand. Wir sehen die Frau mit all ihren Ecken und Kanten. Und irgendwie, ganz tief drinnen, fühlen wir uns verstanden. Denn wer von uns hat nicht schon mal das Gefühl gehabt, nicht ganz ins Bild zu passen?
Sylvia von Harden ist also nicht nur eine Journalistin, sondern auch ein bisschen wie wir. Eine Frau mit Ecken und Kanten, die versucht, ihren Platz in der Welt zu finden. Und Otto Dix hat sie auf eine Art und Weise verewigt, die uns zum Lachen, Nachdenken und vor allem zum Fühlen bringt.
Und ganz ehrlich, ist das nicht das, was gute Kunst ausmacht? Sie berührt uns. Sie regt uns an. Und sie lässt uns ein bisschen anders auf die Welt blicken. Selbst wenn es nur darum geht, dass wir uns das nächste Mal, wenn wir uns auf einem Foto unvorteilhaft finden, denken: "Hey, immerhin hat mich noch keiner gemalt!"
