Fast Lane München Flughafen Terminal 1
München Flughafen, Terminal 1. Ein Ort der Sehnsucht, des Aufbruchs, und... der laaangen Schlangen. Aber ich habe da so eine kleine, unpopuläre Meinung.
Die Fast Lane: Mehr Schein als Sein?
Jeder kennt sie: Die Fast Lane. Das Versprechen von schnellerem Durchkommen durch die Sicherheitskontrolle. Ein roter Teppich quasi, für alle, die bereit sind, dafür zu blechen oder eine bestimmte Vielfliegerkarte im Portemonnaie haben. Aber mal ehrlich, liebe Leute...
Ist sie wirklich SO viel schneller? Ich frage nur. Manchmal stehe ich da und beobachte, wie die Leute in der normalen Schlange... fast genauso schnell vorankommen. Es ist fast schon eine philosophische Frage: Beschleunigt die Fast Lane den Prozess wirklich, oder suggeriert sie es nur?
Okay, zugegeben, an Stoßtagen, wenn gefühlt die halbe Welt nach Mallorca will, mag sie Gold wert sein. Da spare ich mir vielleicht die halbe Stunde Wartezeit. Aber an einem ganz normalen Dienstagmorgen? Da frage ich mich, ob ich mein Geld nicht lieber in einen extra großen Brezel investiert hätte.
“Die Fast Lane ist wie ein teurer Espresso. Man zahlt mehr für das Gefühl, etwas Besonderes zu sein.” – Irgendjemand, vermutlich gerade in der Fast Lane
Versteht mich nicht falsch. Ich gönne jedem seinen Komfort. Und wenn es jemandem das gute Gefühl gibt, in der Fast Lane zu stehen – bitte sehr! Nur... ich persönlich habe manchmal das Gefühl, ich zahle für die Illusion von Effizienz. Wie bei diesen "zuckerfreien" Süßigkeiten, wo man sich dann fragt, was denn DA jetzt eigentlich drin ist.
Die Psychologie der Schlange
Ich glaube, es hat auch viel mit Psychologie zu tun. Man steht in der Fast Lane, man erwartet Schnelligkeit. Wenn es dann doch etwas dauert, ist die Enttäuschung umso größer. In der normalen Schlange hingegen ist man auf alles vorbereitet. Jeder Meter, den man vorankommt, ist ein kleiner Sieg!
Außerdem: In der normalen Schlange kann man Leute beobachten. Man sieht die verschiedensten Typen, die gestressten Geschäftsleute, die aufgeregten Urlauber, die müden Eltern mit ihren quengelnden Kindern. Das ist wie ein kleines, unfreiwilliges Soziologie-Studium. In der Fast Lane sieht man... meistens nur Leute, die gestresst und wichtig aussehen. Wo bleibt da der Spaß?
Manchmal fühle ich mich fast schon schlecht, wenn ich in der normalen Schlange stehe und die Fast Lane ist leer. So nach dem Motto: "Hey, ich hätte auch bezahlen können, aber ich wollte euch nicht das Geschäft verderben!"
Alternativen zur Fast Lane: Der Brezel-Trick
Anstatt in die Fast Lane zu investieren, habe ich meine eigenen Strategien entwickelt, um die Wartezeit am Flughafen erträglicher zu machen. Zum Beispiel: Ein gutes Buch mitnehmen. Oder, noch besser: Einen richtig guten Brezel kaufen.
Man glaubt gar nicht, wie viel besser die Welt aussieht, wenn man genüsslich an einem frischen Brezel knabbert, während man in der Schlange steht. Und wenn man dann noch jemanden freundlich anlächelt, hat man vielleicht sogar ein nettes Gespräch. Viel besser, als sich über die vermeintliche Langsamkeit der Fast Lane zu ärgern, oder?
Und ganz ehrlich: Wann hat man schon mal so viel Zeit, um ohne schlechtes Gewissen einen Brezel zu essen? Das ist doch fast schon Urlaub, bevor der Urlaub überhaupt angefangen hat!
Also, das nächste Mal, wenn ihr am Münchener Flughafen Terminal 1 steht und euch fragt, ob ihr wirklich die Fast Lane braucht... denkt an den Brezel. Vielleicht ist das die bessere Investition. Und vielleicht... ist das Warten ja auch gar nicht so schlimm. Vielleicht ist es sogar eine Chance, zu entschleunigen, durchzuatmen und die Vorfreude auf den Urlaub so richtig zu genießen.
Und wenn alles nichts hilft: Einfach tief durchatmen und denken: "Irgendwo auf der Welt ist jetzt gerade jemand im Stau." Dann geht's einem gleich besser.
