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10 Grundsätze Der Validation Nach Naomi Feil


10 Grundsätze Der Validation Nach Naomi Feil

Was ist Validation?

Stell dir vor, du redest mit deiner Oma, aber sie vergisst manchmal Sachen oder verwechselt die Zeiten. Validation ist eine Art, mit ihr zu kommunizieren, die ihre Gefühle und Erfahrungen respektiert, auch wenn sie nicht der Realität entsprechen, wie wir sie sehen. Es geht darum, zuzuhören und zu verstehen, anstatt zu korrigieren.

Validation wurde von Naomi Feil entwickelt. Sie ist eine amerikanische Gerontologin. Sie hat ihr Leben der Arbeit mit älteren Menschen gewidmet, besonders denen mit Demenz. Sie beobachtete, dass traditionelle Ansätze oft zu Frustration und Konflikten führten.

Also entwickelte sie Validation. Es ist keine Therapie im klassischen Sinne. Es ist eher eine Kommunikationsmethode. Diese zielt darauf ab, das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zu verbessern.

Die 10 Grundsätze der Validation

Naomi Feil hat 10 Grundsätze formuliert, die das Herzstück der Validation darstellen. Jeder Grundsatz hilft uns, besser zu verstehen, wie wir mit desorientierten älteren Menschen umgehen können.

1. Alle desorientierten älteren Menschen sind einzigartig und wertvoll. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte. Auch wenn jemand verwirrt ist, hat er immer noch Wert und verdient Respekt. Denk daran, dass jeder Mensch, egal welchen Alters, einzigartig ist.

2. Desorientierung entsteht durch ungelöste Konflikte aus der Vergangenheit. Manchmal leben ältere Menschen in der Vergangenheit. Das kann daran liegen, dass sie ungelöste Probleme haben. Validation hilft ihnen, diese zu verarbeiten. Stell dir vor, jemand redet immer wieder über einen Streit mit einem Geschwisterkind vor 50 Jahren. Das könnte ein solcher ungelöster Konflikt sein.

3. Bestimmte Verhaltensweisen desorientierter älterer Menschen sind Versuche, Bedürfnisse zu befriedigen. Manchmal drückt jemand Bedürfnisse auf ungewöhnliche Weise aus. Zum Beispiel könnte jemand, der sich einsam fühlt, immer wieder nach dem Weg fragen, auch wenn er ihn kennt. Das Bedürfnis ist hier nicht die Information, sondern die soziale Interaktion.

4. Wenn das Gedächtnis nachlässt, werden Gefühle stärker. Wenn es schwierig wird, sich an Fakten zu erinnern, werden Emotionen intensiver erlebt. Freude, Trauer, Angst – all das kann verstärkt werden. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen.

5. Desorientierte ältere Menschen befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Auflösung. Naomi Feil beschreibt vier Phasen: Fehlorientierung, Zeitverwirrung, sich wiederholende Bewegung und Vegetieren. Jede Phase erfordert einen etwas anderen Ansatz in der Validation.

6. Die Empathie des Validierenden verstärkt das Selbstwertgefühl des desorientierten alten Menschen, reduziert Angst und stellt ein Gefühl von Wert und Zugehörigkeit wieder her. Wenn du dich in jemanden hineinversetzt, fühlt er sich verstanden. Das stärkt sein Selbstwertgefühl und gibt ihm das Gefühl, dazuzugehören.

7. Validation kann die Kommunikation verbessern. Durch Validation kannst du eine tiefere Verbindung zu jemandem aufbauen. Es hilft dir, seine Welt zu verstehen und ihm das Gefühl zu geben, gehört zu werden.

8. Validation kann Agitation reduzieren. Wenn sich jemand verstanden fühlt, ist er weniger gestresst. Weniger Stress bedeutet weniger Unruhe und Aggression.

9. Erlernte Verhaltensweisen, die das Gleichgewicht wiederherstellen, werden stärker. Wenn eine bestimmte Verhaltensweise hilft, ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle zu erlangen, wird sie wahrscheinlich wiederholt. Validation unterstützt positive Verhaltensweisen.

10. Alle Menschen können durch Validation lernen, mit desorientierten älteren Menschen zu kommunizieren. Validation ist keine spezielle Fähigkeit, die nur Experten haben. Jeder kann lernen, sie anzuwenden. Mit etwas Übung kann jeder eine hilfreiche und unterstützende Person im Leben eines desorientierten älteren Menschen sein.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Stell dir vor, deine Oma sagt: "Ich muss nach Hause gehen!" Auch wenn sie zu Hause ist. Anstatt zu sagen: "Oma, du bist doch zu Hause!", könntest du antworten: "Du möchtest also nach Hause? Erzähl mir, wie es dort aussieht." So validierst du ihr Gefühl, ohne ihre Realität zu korrigieren.

Validation ist ein wertvolles Werkzeug. Es hilft uns, mitfühlender und respektvoller mit älteren Menschen umzugehen. Es ist eine Erinnerung daran, dass jeder Mensch, egal wie alt oder desorientiert, es verdient, gehört und verstanden zu werden.

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