4 Phasen Des Pflegeprozesses Nach Krohwinkel
Der Pflegeprozess nach Krohwinkel ist ein wichtiger Ansatz in der Pflege. Er hilft Pflegekräften, die Bedürfnisse von Patienten systematisch zu erkennen und zu erfüllen. Es ist ein Kreislauf, der aus vier Phasen besteht.
Definition des Pflegeprozesses nach Krohwinkel
Der Pflegeprozess nach Krohwinkel ist ein systematischer Ansatz. Er dient dazu, die individuellen Bedürfnisse eines Patienten zu erkennen, Pflegeziele festzulegen, Maßnahmen zu planen und durchzuführen sowie den Erfolg der Pflege zu bewerten. Krohwinkel betont dabei die Förderung der Selbstständigkeit des Patienten.
Die 4 Phasen im Detail
Krohwinkel unterteilt den Pflegeprozess in vier Hauptphasen:
1. Informationssammlung (Assessment)
In dieser Phase geht es darum, möglichst viele Informationen über den Patienten zu sammeln. Es geht um seine Bedürfnisse, seine Gewohnheiten, seine Stärken und Schwächen. Die Informationen kommen aus verschiedenen Quellen:
- Gespräche mit dem Patienten: Was kann er gut? Was fällt ihm schwer?
- Beobachtungen: Wie bewegt er sich? Wie isst er?
- Gespräche mit Angehörigen: Was ist wichtig für den Patienten?
- Krankenakte: Welche Vorerkrankungen hat er? Welche Medikamente nimmt er?
Beispiel: Eine Pflegekraft befragt Frau Müller nach ihren Essgewohnheiten und beobachtet, wie sie sich im Rollstuhl fortbewegt. Sie spricht auch mit der Tochter, um mehr über Frau Müllers Vorlieben und Abneigungen zu erfahren.
2. Planung der Pflege
Auf Basis der gesammelten Informationen werden nun Pflegeziele festgelegt. Diese Ziele sollen realistisch und messbar sein. Wichtig ist, dass der Patient in die Planung einbezogen wird. Dann werden Pflegemaßnahmen geplant, die helfen sollen, die Ziele zu erreichen.
- Pflegeziele definieren: Was soll erreicht werden?
- Maßnahmen planen: Wie kann das Ziel erreicht werden?
- Ressourcen berücksichtigen: Was steht zur Verfügung?
Beispiel: Frau Müller soll wieder selbstständiger essen können. Das Pflegeziel ist, dass sie in zwei Wochen ihr Abendessen selbstständig einnimmt. Die Maßnahme ist, ihr das Essen mundgerecht zuzubereiten und ihr Hilfsmittel wie Besteck mit dickerem Griff anzubieten.
3. Durchführung der Pflege
In dieser Phase werden die geplanten Pflegemaßnahmen umgesetzt. Die Pflegekraft führt die Maßnahmen durch, beobachtet den Patienten und dokumentiert ihre Beobachtungen. Es ist wichtig, die Pflege flexibel anzupassen, wenn sich die Situation des Patienten verändert.
- Maßnahmen umsetzen: Wie geplant handeln.
- Beobachten: Wie reagiert der Patient?
- Dokumentieren: Was wurde getan? Welche Ergebnisse wurden erzielt?
Beispiel: Die Pflegekraft hilft Frau Müller, das Essen zu sich zu nehmen, ermutigt sie, so viel wie möglich selbst zu machen und beobachtet, wie gut sie mit dem Besteck zurechtkommt. Sie notiert in der Pflegedokumentation, wie viel Frau Müller selbstständig gegessen hat.
4. Evaluation
In der letzten Phase wird überprüft, ob die Pflegeziele erreicht wurden. Die Ergebnisse der Pflege werden bewertet und mit den ursprünglichen Zielen verglichen. Wenn die Ziele nicht erreicht wurden, muss der Pflegeplan angepasst werden. Dieser Schritt kann auch Anpassungen des ursprünglichen Pflegeziels oder der geplanten Maßnahmen notwendig machen. Der Kreislauf beginnt dann von neuem, um die Pflege weiterhin optimal anzupassen. Der ganze Prozess ist ein kontinuierlicher Kreislauf.
- Ziele überprüfen: Wurden die Ziele erreicht?
- Ergebnisse bewerten: Was hat gut funktioniert? Was nicht?
- Anpassungen vornehmen: Was muss geändert werden?
Beispiel: Nach zwei Wochen stellt die Pflegekraft fest, dass Frau Müller ihr Abendessen größtenteils selbstständig einnimmt. Das Ziel wurde erreicht! Allerdings hat sie Schwierigkeiten mit harten Lebensmitteln. Der Pflegeplan wird angepasst, um ihr leichter verdauliche Kost anzubieten.
Der Pflegeprozess nach Krohwinkel ist ein wichtiger Leitfaden für die Pflege. Er hilft, die Pflege zu strukturieren, die Bedürfnisse des Patienten in den Mittelpunkt zu stellen und die Qualität der Pflege zu verbessern.
