Ab Wann Ist Fieber Bei Kleinkinder Gefährlich
Fieber bei Kleinkindern ist ein häufiges Symptom und oft ein Zeichen dafür, dass der Körper gegen eine Infektion kämpft. Es ist jedoch wichtig zu wissen, ab wann Fieber gefährlich wird und wann man medizinische Hilfe suchen sollte. Generell gilt: Fieber an sich ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Die Körpertemperatur steigt, um die Immunabwehr zu unterstützen. Die Definition von Fieber bei Kleinkindern ist etwas anders als bei Erwachsenen. Rektal gemessen (im Po) spricht man ab 38°C von Fieber. Oral (im Mund) oder unter der Achsel gemessen sind etwas niedrigere Werte normal, ab ca. 37.5°C sollte man genauer hinschauen.
Wann ist Fieber bei Kleinkindern gefährlich?
Die Gefährlichkeit von Fieber hängt von verschiedenen Faktoren ab, nicht nur von der Höhe der Temperatur. Das Alter des Kindes, der allgemeine Zustand und Begleitsymptome spielen eine wichtige Rolle. Hier eine Übersicht, die hilft, das Risiko einzuschätzen:
- Alter des Kindes:
- Neugeborene (0-3 Monate): Jedes Fieber über 38°C (rektal gemessen) ist ein Notfall! Sofort ärztliche Hilfe suchen, da das Immunsystem noch nicht ausgereift ist und schwere Infektionen schnell lebensbedrohlich werden können.
- Säuglinge (3-6 Monate): Fieber über 39°C sollte ärztlich abgeklärt werden. Auch bei niedrigerem Fieber, wenn das Kind apathisch wirkt, schlecht trinkt oder andere besorgniserregende Symptome zeigt, ist ein Arztbesuch ratsam.
- Kleinkinder (6 Monate bis 5 Jahre): Fieber bis 40°C ist oft nicht gefährlich, solange das Kind ansonsten in einem guten Zustand ist. Beobachten Sie das Kind genau und achten Sie auf Begleitsymptome.
- Begleitsymptome: Achten Sie auf folgende Anzeichen, die auf eine ernstere Erkrankung hinweisen können:
- Apathie oder Teilnahmslosigkeit: Das Kind reagiert kaum oder gar nicht auf Ansprache.
- Atemnot oder beschleunigte Atmung: Das Kind hat Schwierigkeiten beim Atmen oder atmet sehr schnell.
- Hautveränderungen: Blasse, fleckige oder marmorierte Haut, Ausschlag (besonders wenn er sich nicht wegdrücken lässt - Petechien).
- Erbrechen oder Durchfall: Besonders wenn das Kind dehydriert wirkt (wenig Urin, trockene Windel).
- Krampfanfälle: Ein Fieberkrampf kann beängstigend sein, sollte aber immer ärztlich abgeklärt werden.
- Nackensteifigkeit: Das Kind kann den Kopf nicht oder nur schwer nach vorne beugen. Dies kann ein Zeichen für eine Hirnhautentzündung sein.
- Schmerzen: Starke Ohrenschmerzen, Bauchschmerzen oder andere Schmerzen, die das Kind quälen.
- Verweigerung von Flüssigkeit: Das Kind trinkt gar nichts mehr und droht auszutrocknen.
- Allgemeiner Zustand des Kindes: Auch wenn das Fieber nicht sehr hoch ist, ist der allgemeine Zustand des Kindes entscheidend. Ein Kind, das trotz Fieber spielt, trinkt und lacht, ist in der Regel weniger besorgniserregend als ein Kind, das schlapp und teilnahmslos ist.
Was tun bei Fieber?
Hier eine schrittweise Anleitung, was Sie bei Fieber bei Ihrem Kleinkind tun können:
- Fieber messen: Die rektale Messung ist am genauesten.
- Flüssigkeit anbieten: Achten Sie darauf, dass das Kind ausreichend trinkt (Wasser, Tee, verdünnter Saft).
- Leichte Kleidung: Ziehen Sie dem Kind leichte Kleidung an, um einen Hitzestau zu vermeiden.
- Fiebersenkende Mittel: Paracetamol oder Ibuprofen können gegeben werden (Dosierung nach Gewicht und Alter des Kindes gemäß Packungsbeilage oder ärztlicher Anweisung). Wichtig: Nicht gleichzeitig geben, sondern abwechselnd bei Bedarf. Niemals Acetylsalicylsäure (ASS) bei Kindern geben!
- Wadenwickel: Nur bei warmen Füßen anwenden! Lauwarme (nicht eiskalte!) Wadenwickel können helfen, das Fieber zu senken. Nicht bei Schüttelfrost anwenden.
- Beobachten: Beobachten Sie das Kind genau und achten Sie auf Veränderungen des Zustands oder das Auftreten neuer Symptome.
Beispiele:
- Beispiel 1: Ein 18 Monate altes Kind hat 39°C Fieber, spielt aber, trinkt gut und hat keine weiteren Symptome. Sie können dem Kind fiebersenkende Mittel geben und es beobachten.
- Beispiel 2: Ein 4 Monate altes Baby hat 38.5°C Fieber und weint untröstlich. Sofort zum Arzt!
- Beispiel 3: Ein 3-jähriges Kind hat 40°C Fieber, erbricht sich aber immer wieder und wirkt apathisch. Arzt aufsuchen!
Wann zum Arzt?
In folgenden Fällen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen:
- Bei Neugeborenen (0-3 Monate) bei jedem Fieber über 38°C.
- Bei Säuglingen (3-6 Monate) bei Fieber über 39°C oder bei besorgniserregenden Symptomen.
- Bei Krampfanfällen.
- Bei Nackensteifigkeit.
- Bei Atemnot.
- Bei Apathie oder Teilnahmslosigkeit.
- Wenn das Kind nicht trinkt und Anzeichen von Dehydration zeigt.
- Wenn das Fieber länger als 24-48 Stunden anhält oder sich verschlimmert.
- Wenn Sie sich unsicher sind und Sorgen machen.
Wichtig: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Im Zweifelsfall immer einen Arzt konsultieren!
