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Ab Wann Ist Man Magersüchtig


Ab Wann Ist Man Magersüchtig

Was bedeutet "Magersüchtig"?

Stell dir vor, du hast eine Waage. Aber diese Waage misst nicht nur dein Gewicht. Sie misst auch, wie du dich selbst siehst. Bei Magersucht (Anorexia nervosa) ist diese "innere" Waage kaputt. Sie zeigt ein falsches Bild, egal wie leicht oder schlank du bist.

Es ist, als ob du in einem Spiegel schaust, der dich immer dicker erscheinen lässt, egal wie dünn du tatsächlich bist. Dieses verzerrte Bild von sich selbst ist ein Kernproblem der Magersucht. Die Betroffenen haben panische Angst vor Gewichtszunahme.

Magersucht ist eine ernste psychische Erkrankung. Sie betrifft nicht nur das Essen. Es geht um Ängste, Kontrollverlust und ein tiefes Unwohlsein mit dem eigenen Körper.

Ab wann spricht man von Magersucht?

Es gibt verschiedene Kriterien, die Fachleute verwenden, um Magersucht zu diagnostizieren. Denk an eine Checkliste mit wichtigen Punkten. Wenn mehrere Punkte zutreffen, ist es wahrscheinlich, dass eine Magersucht vorliegt. Es ist wie bei einem Puzzle. Mehrere Teile müssen zusammenpassen, um das ganze Bild zu ergeben.

Ein wichtiger Punkt ist das Untergewicht. Aber Achtung: Es geht nicht nur um die Zahl auf der Waage! Ärzt*innen schauen auf den BMI (Body-Mass-Index). Der BMI setzt das Gewicht in Relation zur Körpergröße. Ein BMI unter 17,5 kg/m² ist ein starkes Anzeichen für Untergewicht bei Erwachsenen.

Für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle BMI-Werte. Diese berücksichtigen, dass sie noch im Wachstum sind. Stell dir vor, es gibt eine Tabelle mit "normalen" Gewichtsbereichen für jedes Alter und jede Größe. Wenn das Gewicht deutlich unter diesem Bereich liegt, ist das bedenklich.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Angst vor Gewichtszunahme. Diese Angst ist extrem stark und beherrscht das Denken und Handeln. Die Betroffenen tun alles, um Gewicht zu verlieren, selbst wenn sie bereits stark untergewichtig sind. Das ist wie ein Hamsterrad, aus dem man nicht mehr herauskommt.

Dazu gehört oft eine stark eingeschränkte Nahrungsaufnahme. Es wird sehr wenig gegessen, bestimmte Lebensmittel werden komplett vermieden, oder es gibt strenge Regeln, wann und wie viel gegessen werden darf. Denk an jemanden, der nur noch einen Apfel am Tag isst und sich panisch vor einer Pizza fürchtet.

Auch eine gestörte Körperwahrnehmung ist typisch. Die Betroffenen sehen sich selbst als dicker an, als sie wirklich sind. Oder sie leugnen, dass sie überhaupt ein Problem haben. Es ist, als ob sie eine "falsche Brille" tragen, die ihnen ein verzerrtes Bild zeigt.

Weitere Anzeichen

Neben den Hauptkriterien gibt es noch weitere Anzeichen, die auf Magersucht hindeuten können. Bei Frauen kann das Ausbleiben der Menstruation ein Warnsignal sein. Das liegt daran, dass der Körper aufgrund des Untergewichts nicht mehr genügend Hormone produziert. Es ist wie bei einer Pflanze, die nicht genügend Wasser bekommt und deshalb keine Blüten mehr bildet.

Auch körperliche Symptome wie Müdigkeit, Frieren, Haarausfall, trockene Haut oder Verdauungsprobleme können auftreten. Der Körper leidet unter dem Nährstoffmangel. Stell dir vor, dein Auto bekommt nicht genug Benzin. Dann fährt es auch nicht mehr richtig.

Verhaltensänderungen wie sozialer Rückzug, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder zwanghaftes Sporttreiben können ebenfalls auf eine Essstörung hindeuten. Die Gedanken kreisen ständig um Essen und Gewicht. Das raubt Energie und Lebensfreude.

Wichtig: Es ist nicht immer eindeutig!

Es ist wichtig zu wissen, dass die Diagnose Magersucht komplex ist. Nicht jeder Betroffene zeigt alle Symptome. Manchmal sind die Anzeichen auch weniger offensichtlich. Deshalb ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen, wenn man den Verdacht hat, an einer Essstörung zu leiden. Es ist wie bei einer Krankheit: Nur ein Arzt kann die richtige Diagnose stellen.

Denk daran: Magersucht ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die behandelt werden muss. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige Genesung. Es ist keine Schande, Hilfe zu suchen!

Es ist wie bei einem gebrochenen Bein: Man geht zum Arzt, um es behandeln zu lassen. Genauso sollte man sich bei einer Essstörung professionelle Hilfe suchen, um wieder gesund zu werden. Sprich mit deinen Eltern, einer Lehrkraft, einer Vertrauensperson oder suche direkt einen Arzt oder Therapeuten auf. Du bist nicht allein!

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