Ab Wann Ist Puls Zu Niedrig
Ein zu niedriger Puls, auch Bradykardie genannt, liegt vor, wenn Ihr Herzschlag in Ruhe unter 60 Schläge pro Minute (bpm) sinkt. Aber wann ist das wirklich besorgniserregend?
Was ist Bradykardie?
Normalerweise schlägt das Herz eines Erwachsenen in Ruhe zwischen 60 und 100 Mal pro Minute. Das Herz pumpt Blut durch den Körper, um Organe und Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen. Ein langsamerer Herzschlag bedeutet, dass das Herz weniger oft pumpt.
Wann ist ein niedriger Puls normal?
Für einige Menschen ist ein niedriger Puls völlig normal und sogar ein Zeichen für gute Fitness. Gut trainierte Athleten, wie zum Beispiel Langstreckenläufer oder Schwimmer, haben oft einen sehr niedrigen Ruhepuls. Ihr Herz ist effizienter und kann mit weniger Schlägen mehr Blut pumpen. Ein Ruhepuls von 40 bis 50 bpm ist bei ihnen keine Seltenheit und kein Grund zur Sorge. Denken Sie an einen Marathonläufer: Sein Körper ist darauf trainiert, mit weniger Herzarbeit auszukommen.
Wann wird es problematisch?
Ein niedriger Puls wird dann zum Problem, wenn er Symptome verursacht. Wenn das Herz nicht genug Blut und Sauerstoff zu den Organen transportiert, können folgende Beschwerden auftreten:
- Schwindel: Mangelnde Durchblutung des Gehirns.
- Müdigkeit: Organe und Muskeln erhalten nicht genug Sauerstoff.
- Kurzatmigkeit: Der Körper versucht, Sauerstoffmangel auszugleichen.
- Ohnmacht: Schwerwiegender Sauerstoffmangel im Gehirn.
- Brustschmerzen: Unzureichende Sauerstoffversorgung des Herzmuskels.
- Verwirrung: Mangelnde Durchblutung des Gehirns beeinträchtigt die kognitiven Funktionen.
Wenn Sie einen niedrigen Puls haben und eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Ursachen für Bradykardie
Es gibt verschiedene Ursachen für einen zu niedrigen Puls:
- Herzerkrankungen: Zum Beispiel eine Schädigung des Sinusknotens (der natürliche Schrittmacher des Herzens) oder ein Herzinfarkt.
- Medikamente: Einige Medikamente, wie Betablocker oder bestimmte Herzmittel, können den Puls senken.
- Schilddrüsenunterfunktion: Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann den Stoffwechsel verlangsamen und somit auch den Herzschlag.
- Elektrolytstörungen: Ein Ungleichgewicht von Elektrolyten wie Kalium oder Kalzium kann die Herzfunktion beeinträchtigen.
- Alterung: Mit zunehmendem Alter kann der Sinusknoten schwächer werden und den Puls senken.
Was tun bei zu niedrigem Puls?
Die Behandlung hängt von der Ursache und den Symptomen ab. Manchmal ist keine Behandlung notwendig, besonders wenn der niedrige Puls keine Beschwerden verursacht. In anderen Fällen kann eine Änderung der Medikation, die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache (z.B. Schilddrüsenunterfunktion) oder sogar ein Herzschrittmacher erforderlich sein. Ein Herzschrittmacher ist ein kleines Gerät, das unter die Haut implantiert wird und elektrische Impulse aussendet, um das Herz zu stimulieren, wenn es zu langsam schlägt.
Wichtige Punkte
Zusammenfassend lässt sich sagen:
- Ein Ruhepuls unter 60 bpm ist Bradykardie.
- Für Sportler kann ein niedriger Puls normal sein.
- Bradykardie wird zum Problem, wenn sie Symptome verursacht.
- Es gibt verschiedene Ursachen für Bradykardie, die von Medikamenten bis zu Herzerkrankungen reichen.
- Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie einen niedrigen Puls haben und Symptome verspüren.
Achten Sie auf Ihren Körper und konsultieren Sie im Zweifelsfall immer einen Arzt. Die Gesundheit Ihres Herzens ist wichtig!
