Ab Wie Viel Grad Ist Man Unterkühlt
Unterkühlung, auch Hypothermie genannt, tritt ein, wenn die Körpertemperatur auf ein gefährlich niedriges Niveau sinkt. Normalerweise liegt unsere Körpertemperatur bei etwa 37°C (98.6°F). Bei Unterkühlung sinkt diese Temperatur unter den Wert, der für normale Körperfunktionen notwendig ist.
Ab wann spricht man von Unterkühlung?
Eine Unterkühlung beginnt, wenn die Körpertemperatur unter 35°C (95°F) fällt. Es gibt verschiedene Stadien der Unterkühlung, je nachdem, wie weit die Temperatur gesunken ist. Denke daran: Jede Abweichung von der normalen Körpertemperatur nach unten kann bereits Auswirkungen haben.
Die Stadien der Unterkühlung
Man unterscheidet im Wesentlichen drei Stadien:
- Leichte Unterkühlung: Die Körpertemperatur liegt zwischen 32°C und 35°C (89.6°F und 95°F). Symptome sind Zittern, schneller Herzschlag und Atmung, undeutliche Sprache und Koordinationsschwierigkeiten. Stell dir vor, du bist im Winter ohne Handschuhe draußen: Deine Hände werden kalt, du beginnst zu zittern, und es fällt dir schwerer, kleine Gegenstände zu greifen. Das Zittern ist ein Versuch des Körpers, Wärme zu erzeugen.
- Moderate Unterkühlung: Die Körpertemperatur sinkt auf 28°C bis 32°C (82.4°F bis 89.6°F). Das Zittern kann aufhören, die Muskeln werden steif, die Atmung verlangsamt sich, und es kann zu Verwirrung oder Bewusstseinsverlust kommen. Es ist, als ob der Körper "abschaltet", um Energie zu sparen.
- Schwere Unterkühlung: Die Körpertemperatur fällt unter 28°C (82.4°F). Lebenswichtige Funktionen verlangsamen sich drastisch, es kann zu Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und schließlich zum Tod kommen. In diesem Stadium ist sofortige medizinische Hilfe unerlässlich.
Was beeinflusst die Unterkühlung?
Viele Faktoren können dazu beitragen, wie schnell jemand unterkühlt:
- Umgebungstemperatur: Je kälter die Umgebung, desto schneller verliert der Körper Wärme.
- Feuchtigkeit: Nasse Kleidung beschleunigt den Wärmeverlust. Denke an den Unterschied zwischen einem trockenen und einem nassen kalten Tag.
- Wind: Wind erhöht den Wärmeverlust durch Konvektion (Windchill-Effekt).
- Kleidung: Unzureichende oder ungeeignete Kleidung bietet keinen ausreichenden Schutz.
- Alter: Babys und ältere Menschen haben ein höheres Risiko, unterzukühlen, da ihre Körper die Temperatur weniger effektiv regulieren können.
- Gesundheitszustand: Bestimmte Erkrankungen können die Fähigkeit des Körpers, die Temperatur zu regulieren, beeinträchtigen.
- Alkohol und Drogen: Diese Substanzen können das Wärmeempfinden beeinträchtigen und die Wärmeproduktion des Körpers reduzieren.
Was tun bei Unterkühlung?
Erste Hilfe bei Unterkühlung hängt vom Schweregrad ab:
- Leichte Unterkühlung: Bringe die Person in einen warmen Raum, ziehe nasse Kleidung aus, und gib ihr warme, zuckerhaltige Getränke (kein Alkohol!). Decke sie mit warmen Decken zu.
- Moderate bis schwere Unterkühlung: Rufe sofort den Notruf. Versuche, die Person warm zu halten, aber vermeide ruckartige Bewegungen. Wenn die Person bewusstlos ist, überprüfe die Atmung und den Puls und beginne gegebenenfalls mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR).
Vorbeugung ist wichtig!
Der beste Weg, Unterkühlung zu vermeiden, ist Vorbeugung. Trage bei kaltem Wetter warme, mehrlagige Kleidung. Achte darauf, dass die Kleidung wind- und wasserdicht ist. Vermeide es, lange Zeit im Freien zu bleiben, wenn es sehr kalt ist. Trinke ausreichend und iss regelmässig, um deinen Körper mit Energie zu versorgen. Vor allem: Sei dir der Risiken bewusst und handle entsprechend!
