Abstrich Scheide Was Wird Alles Getestet
Ein Abstrich Scheide, auch vaginaler Abstrich genannt, ist eine medizinische Untersuchung, bei der Zellen aus der Scheide entnommen und im Labor untersucht werden. Es ist ein wichtiges Instrument zur Diagnose verschiedener gynäkologischer Erkrankungen.
Was wird alles getestet? Der Abstrich Scheide dient zur Untersuchung auf verschiedene Erreger und Zellveränderungen. Wir betrachten dies Schritt für Schritt:
Schritt 1: Entnahme des Abstrichs. Der Arzt oder die Ärztin führt ein steriles Wattestäbchen in die Scheide ein. Dieses wird vorsichtig an der Vaginalwand entlanggeführt, um Zellen aufzunehmen. Die Entnahme ist in der Regel schmerzfrei, kann aber kurzzeitig als unangenehm empfunden werden. Denken Sie daran, sich zu entspannen, das erleichtert die Prozedur.
Schritt 2: Aufbereitung der Probe. Das Wattestäbchen mit den entnommenen Zellen wird in ein Transportmedium gegeben. Dieses Medium sorgt dafür, dass die Zellen bis zur Untersuchung im Labor erhalten bleiben. Es ist entscheidend, dass die Probe korrekt beschriftet und schnellstmöglich ins Labor transportiert wird, um die Aussagekraft der Ergebnisse zu gewährleisten.
Schritt 3: Mikroskopische Untersuchung. Im Labor werden die Zellen unter dem Mikroskop betrachtet. Hierbei wird auf das Vorhandensein von Bakterien, Pilzen (z.B. Candida), Parasiten (z.B. Trichomonas vaginalis) und abnormalen Zellen geachtet. Beispielsweise könnte eine vermehrte Anzahl von Gardnerella vaginalis auf eine bakterielle Vaginose hinweisen.
Schritt 4: Zellabstrich (PAP-Test). Ein wichtiger Teil der Untersuchung ist der PAP-Test (Papanicolaou-Test). Dieser dient zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebsvorstufen. Dabei werden die Zellen auf Veränderungen untersucht, die auf eine mögliche Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) hindeuten könnten. Ein auffälliger PAP-Test bedeutet nicht zwangsläufig Krebs, sondern erfordert weitere Untersuchungen, wie z.B. eine Kolposkopie.
Schritt 5: Weitere Tests. Je nach Fragestellung können weitere Tests durchgeführt werden. Dazu gehören:
- PCR-Tests: Diese dienen dem Nachweis spezifischer Erreger, z.B. Chlamydien oder Gonokokken.
- Kulturen: Hiermit können Bakterien oder Pilze angezüchtet und genauer identifiziert werden.
- Antibiogramm: Bei bakteriellen Infektionen kann ein Antibiogramm erstellt werden, um das passende Antibiotikum zu finden.
Beispiel: Eine Frau klagt über Juckreiz und vermehrten Ausfluss. Der Abstrich Scheide zeigt eine vermehrte Anzahl von Pilzzellen und ein positives Ergebnis auf Candida albicans. Dies deutet auf eine Pilzinfektion hin, die entsprechend behandelt werden kann.
Beispiel: Eine andere Frau erhält einen auffälligen PAP-Test. Weitere Untersuchungen zeigen eine Infektion mit HPV. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind nun notwendig, um die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Warum ist der Abstrich Scheide wichtig? Zum einen dient er der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Zum anderen hilft er, Infektionen und Entzündungen im Genitalbereich frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, was schwerwiegende Komplikationen verhindern kann. Regelmäßige Abstriche sind daher ein wichtiger Bestandteil der gynäkologischen Vorsorge.
