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Allergietest Hausarzt Was Wird Getestet


Allergietest Hausarzt Was Wird Getestet

Fühlst du dich oft schlapp, hast juckende Haut oder eine ständig laufende Nase? Könnte eine Allergie dahinterstecken? Viele Menschen leiden unter unentdeckten Allergien, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Der erste Schritt zur Besserung ist oft ein Besuch beim Hausarzt und ein Allergietest. Aber was genau wird da eigentlich getestet und wie läuft das ab?

Allergietest beim Hausarzt: Ein erster Überblick

Der Hausarzt ist oft die erste Anlaufstelle bei Verdacht auf eine Allergie. Er kann eine erste Einschätzung vornehmen und entscheiden, welche Tests sinnvoll sind. Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder Test für jeden geeignet ist. Die Auswahl der Tests hängt von deinen Symptomen, deiner Krankengeschichte und den möglichen Auslösern ab.

Warum ein Allergietest beim Hausarzt?

Ein Allergietest beim Hausarzt dient dazu, festzustellen, ob eine allergische Reaktion auf bestimmte Substanzen vorliegt. Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe, sogenannte Allergene. Diese Allergene können über verschiedene Wege in den Körper gelangen, beispielsweise über die Atemwege (Pollen, Hausstaub), die Nahrung (Erdnüsse, Milch), die Haut (Nickel, Kosmetika) oder durch Insektenstiche (Bienen, Wespen).

Statistiken zeigen, dass Allergien in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) leidet etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland unter einer Allergie. Bei Kindern sind es sogar noch mehr. Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, die Symptome zu lindern und schwerwiegende Folgen, wie beispielsweise einen anaphylaktischen Schock, zu vermeiden.

Welche Allergietests werden beim Hausarzt durchgeführt?

Es gibt verschiedene Arten von Allergietests, die beim Hausarzt durchgeführt werden können. Die gängigsten sind der Pricktest, der Bluttest (RAST-Test) und der Epikutantest. Jeder Test hat seine Vor- und Nachteile und ist für bestimmte Allergene besser geeignet.

Der Pricktest

Der Pricktest ist einer der am häufigsten durchgeführten Allergietests. Er ist einfach, schnell und relativ schmerzfrei. Bei diesem Test werden verschiedene Allergene in Form von Tropfen auf die Haut aufgetragen, meist auf den Unterarm oder den Rücken. Anschließend wird die Haut leicht angeritzt (geprickt), damit die Allergene in die Haut eindringen können. Nach etwa 15-20 Minuten wird die Reaktion der Haut beobachtet. Bildet sich eine Quaddel (eine kleine, juckende Erhebung) und eine Rötung um die Einstichstelle, deutet dies auf eine Sensibilisierung gegen das jeweilige Allergen hin.

Vorteile des Pricktests:

  • Schnelle Ergebnisse
  • Einfache Durchführung
  • Kostengünstig

Nachteile des Pricktests:

  • Nicht geeignet bei starker Hautentzündung oder Ekzemen
  • Kann zu falsch-positiven Ergebnissen führen, wenn die Haut sehr empfindlich ist
  • Nicht alle Allergene können getestet werden

Der Bluttest (RAST-Test oder IgE-Test)

Der Bluttest, auch RAST-Test (Radio-Allergo-Sorbent-Test) oder IgE-Test genannt, misst die Menge an spezifischen IgE-Antikörpern im Blut. IgE-Antikörper sind Teil des Immunsystems und werden bei einer allergischen Reaktion gegen bestimmte Allergene gebildet. Ein erhöhter IgE-Wert deutet auf eine Sensibilisierung hin. Im Gegensatz zum Pricktest wird beim Bluttest kein direkter Kontakt mit dem Allergen hergestellt.

Vorteile des Bluttests:

  • Kann auch bei starker Hautentzündung oder Ekzemen durchgeführt werden
  • Kein direkter Kontakt mit Allergenen, daher geringeres Risiko einer allergischen Reaktion
  • Geeignet für die Testung einer Vielzahl von Allergenen

Nachteile des Bluttests:

  • Ergebnisse dauern länger (meist mehrere Tage bis Wochen)
  • Teurer als der Pricktest
  • Kann zu falsch-positiven Ergebnissen führen, da eine Sensibilisierung nicht unbedingt eine klinische Allergie bedeutet

Der Epikutantest (Pflastertest)

Der Epikutantest, auch Pflastertest genannt, wird hauptsächlich zur Diagnose von Kontaktallergien eingesetzt, also Allergien, die durch direkten Hautkontakt mit bestimmten Stoffen ausgelöst werden. Dabei werden Pflaster mit verschiedenen Allergenen auf den Rücken geklebt. Die Pflaster bleiben in der Regel 48 bis 72 Stunden auf der Haut. Nach Entfernung der Pflaster wird die Haut mehrmals über einen Zeitraum von mehreren Tagen auf Reaktionen wie Rötungen, Bläschen oder Juckreiz untersucht. Eine Reaktion deutet auf eine Kontaktallergie gegen den getesteten Stoff hin.

Vorteile des Epikutantests:

  • Geeignet zur Diagnose von Kontaktallergien
  • Relativ einfach durchzuführen

Nachteile des Epikutantests:

  • Dauert mehrere Tage
  • Kann zu Hautreizungen führen
  • Nicht geeignet für die Diagnose von Soforttyp-Allergien (z.B. Pollenallergie)

Was wird konkret getestet?

Die Auswahl der zu testenden Allergene hängt von deinen Symptomen und deiner Anamnese ab. Dein Hausarzt wird dich ausführlich befragen, um herauszufinden, welche Allergene als Auslöser in Frage kommen. Häufig getestete Allergene sind:

Pollen

Pollen sind ein häufiger Auslöser von Allergien, insbesondere im Frühling und Sommer. Getestet werden typischerweise Pollen von Bäumen (z.B. Birke, Erle, Hasel), Gräsern und Kräutern (z.B. Ambrosia, Beifuß). Die Symptome einer Pollenallergie, auch Heuschnupfen genannt, sind oft eine laufende Nase, juckende Augen und Niesen.

Hausstaubmilben

Hausstaubmilben sind winzige Lebewesen, die in Matratzen, Teppichen und Polstermöbeln leben. Ihre Exkremente sind ein häufiger Auslöser von Allergien. Die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie sind oft eine verstopfte Nase, Husten und juckende Augen, insbesondere morgens nach dem Aufwachen.

Tierhaare

Tierhaare, insbesondere von Katzen und Hunden, können ebenfalls Allergien auslösen. Es sind jedoch nicht die Haare selbst, sondern bestimmte Proteine im Speichel, Urin und Hautschuppen der Tiere, die die allergische Reaktion verursachen. Die Symptome einer Tierhaarallergie sind oft eine laufende Nase, juckende Augen und Hautausschläge.

Nahrungsmittel

Nahrungsmittelallergien können vielfältige Symptome auslösen, von Hautausschlägen und Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu schweren allergischen Reaktionen, wie einem anaphylaktischen Schock. Häufig getestete Nahrungsmittelallergene sind Kuhmilch, Eier, Erdnüsse, Nüsse, Soja, Fisch und Weizen.

Insektengifte

Insektengifte, insbesondere von Bienen und Wespen, können schwere allergische Reaktionen auslösen. Bei einer Insektengiftallergie ist es wichtig, ein Notfallset mitzuführen und im Falle eines Stichs sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Schimmelpilze

Schimmelpilze können sowohl in Innenräumen als auch im Freien vorkommen und Allergien auslösen. Die Symptome einer Schimmelpilzallergie sind oft Husten, eine verstopfte Nase und juckende Augen.

Wie bereite ich mich auf den Allergietest vor?

Um das Ergebnis des Allergietests nicht zu verfälschen, solltest du einige Dinge beachten:

  • Medikamente: Informiere deinen Arzt über alle Medikamente, die du einnimmst, insbesondere Antihistaminika und Kortikosteroide. Diese Medikamente können die Reaktion auf den Allergietest unterdrücken. In der Regel solltest du Antihistaminika einige Tage vor dem Test absetzen. Sprich dies aber unbedingt mit deinem Arzt ab.
  • Hautpflege: Verwende am Tag des Pricktests keine Cremes oder Lotionen auf den Testbereichen (meist Unterarme oder Rücken).
  • Ernährung: Du musst vor dem Allergietest nicht nüchtern sein, es sei denn, dein Arzt hat dir etwas anderes gesagt.

Was passiert nach dem Allergietest?

Nachdem der Allergietest durchgeführt wurde, wird dein Arzt die Ergebnisse auswerten und mit dir besprechen. Wenn eine Allergie festgestellt wurde, wird er dir Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Diese können je nach Art und Schwere der Allergie variieren.

Behandlungsmöglichkeiten

Zu den gängigen Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Allergenkarenz: Das bedeutet, dass du den Kontakt mit dem Allergen so gut wie möglich vermeiden solltest. Das kann beispielsweise bedeuten, dass du auf bestimmte Lebensmittel verzichtest, dein Schlafzimmer milbensicher machst oder dich von Haustieren trennst (was natürlich eine sehr persönliche Entscheidung ist).
  • Medikamente: Antihistaminika, Kortikosteroide und Mastzellstabilisatoren können helfen, die Symptome der Allergie zu lindern.
  • Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie): Bei der Hyposensibilisierung wird der Körper über einen längeren Zeitraum hinweg an das Allergen gewöhnt. Dies geschieht durch regelmäßige Injektionen oder die Einnahme von Tabletten oder Tropfen. Die Hyposensibilisierung kann dazu beitragen, die allergische Reaktion langfristig zu reduzieren oder sogar ganz zu beseitigen.

Fazit

Ein Allergietest beim Hausarzt ist ein wichtiger Schritt, um die Ursache deiner Beschwerden zu finden und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Scheue dich nicht, deinen Arzt anzusprechen, wenn du den Verdacht hast, an einer Allergie zu leiden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können deine Lebensqualität erheblich verbessern. Denke daran: Du bist nicht allein! Viele Menschen leiden unter Allergien, und es gibt Hilfe.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Allergie solltest du dich unbedingt an deinen Arzt wenden.

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