Analfissur Reißt Immer Wieder Auf
Ein stechender Schmerz beim Stuhlgang, gefolgt von einem unangenehmen Brennen und Jucken – wer eine Analfissur hat, kennt diese Symptome nur zu gut. Doch was, wenn die Fissur immer wieder aufreißt, trotz aller Bemühungen um Heilung? Dieser Artikel richtet sich an alle, die unter chronischen Analfissuren leiden und nach Antworten und Lösungsansätzen suchen. Wir wollen Ihnen helfen, die Ursachen besser zu verstehen und effektive Strategien zur Behandlung und Vorbeugung zu finden.
Was ist eine Analfissur und warum reißt sie immer wieder auf?
Eine Analfissur ist ein kleiner Riss in der Schleimhaut des Analkanals. Sie entsteht meist durch übermäßiges Pressen beim Stuhlgang, harten Stuhl oder chronische Verstopfung. Aber warum heilt sie bei manchen Menschen nicht richtig und reißt stattdessen immer wieder auf?
Die Ursachen chronischer Analfissuren
- Verstopfung: Harter Stuhl belastet die Analregion und kann die Fissur immer wieder aufreißen lassen.
- Durchfall: Häufige Durchfälle können die Schleimhaut reizen und die Heilung behindern.
- Übermäßiges Pressen: Starkes Pressen beim Stuhlgang erhöht den Druck im Analkanal und gefährdet die fragile Heilung.
- Erhöhter Sphinkterdruck: Ein erhöhter Druck im Schließmuskel (Sphinkter) vermindert die Durchblutung des Gewebes und behindert die Heilung. Studien zeigen, dass ein erhöhter Sphinkterdruck bei bis zu 70% der Patienten mit chronischen Analfissuren vorliegt.
"Ein erhöhter Sphinkterdruck kann die Durchblutung der Analregion beeinträchtigen und so die Heilung einer Analfissur verhindern." - Quelle: Fachartikel zum Thema Analfissuren.
- Schlechte Durchblutung: Eine unzureichende Durchblutung im Analbereich kann die Wundheilung verzögern.
- Vorerkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Morbus Crohn können die Entstehung und Heilung von Analfissuren beeinflussen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Analfissur nicht einfach "von selbst" heilt, wenn die zugrunde liegenden Ursachen nicht behoben werden.
Symptome, die auf eine chronische Analfissur hindeuten
Die Symptome einer chronischen Analfissur sind oft ähnlich denen einer akuten Fissur, aber sie dauern länger an und kehren immer wieder zurück:
- Starke Schmerzen beim Stuhlgang: Der Schmerz kann stechend, brennend oder reißend sein.
- Blut im Stuhl: Oft nur geringe Mengen, aber das Blut kann hellrot sein und auf dem Stuhl oder Toilettenpapier sichtbar sein.
- Juckreiz und Brennen im Analbereich: Diese Symptome können auch nach dem Stuhlgang anhalten.
- Schmerzen auch zwischen den Stuhlgängen: Bei chronischen Fissuren kann der Schmerz auch unabhängig vom Stuhlgang auftreten.
- Spasmen des Schließmuskels: Unwillkürliche Kontraktionen des Schließmuskels können die Schmerzen verstärken.
Was können Sie tun, um eine chronische Analfissur zu behandeln?
Die Behandlung einer chronischen Analfissur zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Heilung zu fördern und das Wiederauftreten zu verhindern. Es gibt verschiedene Ansätze, die oft kombiniert werden müssen:
Konservative Behandlungsmethoden
- Stuhlregulierung: Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hilft, den Stuhl weich zu machen und Verstopfung zu vermeiden. Trinken Sie ausreichend Wasser (mindestens 2 Liter pro Tag).
- Sitzbäder: Warme Sitzbäder (ca. 15-20 Minuten) mehrmals täglich können die Durchblutung fördern und die Schmerzen lindern. Kamillenbäder haben zusätzlich eine entzündungshemmende Wirkung.
- Salben und Cremes:
- Lokalanästhetika: Salben mit Lokalanästhetika (z.B. Lidocain) betäuben den Bereich und lindern die Schmerzen.
- Nitroglycerinsalbe (GTN): Diese Salbe entspannt den Schließmuskel und verbessert die Durchblutung. Sie kann jedoch Kopfschmerzen verursachen. Wichtig: Die Anwendung sollte immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
- Kalziumkanalblocker: Diese Salben wirken ähnlich wie Nitroglycerinsalbe, haben aber oft weniger Nebenwirkungen.
- Wundheilungssalben: Salben mit Zink oder Dexpanthenol können die Wundheilung unterstützen.
- Schmerzlinderung: Bei Bedarf können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden.
Operative Behandlungsmethoden
Wenn die konservativen Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Die häufigste Operationsmethode ist die laterale Sphinkterotomie.
- Laterale Sphinkterotomie: Bei diesem Eingriff wird ein kleiner Teil des inneren Schließmuskels durchtrennt, um den Druck zu reduzieren und die Durchblutung zu verbessern. Die Erfolgsrate dieser Operation ist sehr hoch (über 90%). Allerdings besteht ein geringes Risiko für Stuhlinkontinenz.
- Fissurektomie: Bei diesem Eingriff wird die Fissur zusammen mit dem umliegenden entzündeten Gewebe entfernt.
- Hautlappenplastik: Bei größeren Fissuren kann ein Hautlappen aus der Umgebung in den Defekt eingenäht werden.
Was können Sie selbst tun, um das Wiederauftreten zu verhindern?
Auch nach erfolgreicher Behandlung einer Analfissur ist es wichtig, weiterhin auf eine gute Analhygiene und eine gesunde Lebensweise zu achten, um ein Wiederauftreten zu verhindern:
- Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung und trinken Sie ausreichend Wasser.
- Vermeiden Sie starkes Pressen beim Stuhlgang.
- Reinigen Sie den Analbereich nach dem Stuhlgang sanft mit Wasser und weichem Toilettenpapier.
- Verwenden Sie keine reizenden Seifen oder Feuchttücher.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, um die Verdauung anzuregen.
- Vermeiden Sie Übergewicht.
- Gehen Sie bei Verstopfung oder Durchfall frühzeitig zum Arzt.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
- Die Schmerzen stark sind und nicht auf konservative Maßnahmen ansprechen.
- Blut im Stuhl auftritt.
- Sie unter chronischer Verstopfung oder Durchfall leiden.
- Sie vermuten, dass eine andere Erkrankung die Ursache für die Analfissur sein könnte.
Ein Arzt kann die Ursache der Analfissur genau diagnostizieren und eine geeignete Behandlung empfehlen. Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Frühe Diagnose und Behandlung sind entscheidend für eine erfolgreiche Heilung.
Zusammenfassung und Ausblick
Eine immer wieder aufreißende Analfissur kann sehr belastend sein. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Ursache oft in einem erhöhten Sphinkterdruck, Verstopfung oder anderen Faktoren liegt, die die Heilung behindern. Durch eine Kombination aus konservativen Maßnahmen und gegebenenfalls einer Operation kann die Fissur in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise und gehen Sie bei Beschwerden frühzeitig zum Arzt, um das Wiederauftreten zu verhindern.
Wir hoffen, dass dieser Artikel Ihnen geholfen hat, das Thema Analfissuren besser zu verstehen und Ihnen Mut macht, aktiv etwas gegen Ihre Beschwerden zu unternehmen. Sie sind nicht allein!
