Angst Vor Den Eigenen Gedanken
Angst vor den eigenen Gedanken (AVDEG): Was bedeutet das eigentlich? Ganz einfach: Es ist die Furcht vor den Gedanken, die in deinem eigenen Kopf entstehen. Stell dir vor, du hast Angst davor, was du denkst, weil du befürchtest, diese Gedanken könnten dich oder andere verletzen oder dich zu schlechten Taten verleiten.
Schritt 1: Die Angst erkennen
Zuerst musst du realisieren, dass du AVDEG hast. Typische Anzeichen:
- Ständiges Grübeln: Du bist immer wieder in Gedanken gefangen, die dich beunruhigen.
- Vermeidung: Du versuchst, Situationen zu vermeiden, in denen du Zeit zum Nachdenken hast. Zum Beispiel: lange Spaziergänge alleine, Meditation, oder einfach nur Stille.
- Körperliche Symptome: Unruhe, Herzrasen oder Schweißausbrüche, wenn du über bestimmte Themen nachdenkst.
- Selbstbeschuldigung: Du verurteilst dich für deine Gedanken, auch wenn du sie nicht in die Tat umsetzt. "Warum denke ich sowas Schlimmes?"
Beispiel: Lisa hat Angst, aggressiv zu werden. Immer wenn sie sich über etwas ärgert, bekommt sie Angst, dass sie die Kontrolle verliert. Diese Angst ist AVDEG.
Schritt 2: Was sind "Schlechte Gedanken"?
Was macht einen Gedanken "schlecht"? Oft sind es Gedanken, die:
- Gewalttätig sind: Fantasien, in denen du jemandem schadest.
- Moralisch verwerflich sind: Gedanken, die gegen deine eigenen Werte verstoßen.
- Sexuell unangemessen sind: Aufdringliche Gedanken, die dich verstören.
- Sinnlos erscheinen: Gedanken, die keinen erkennbaren Zweck haben und dich ablenken.
Wichtig: Gedanken sind nicht gleich Taten! Jeder Mensch hat manchmal "schlechte" oder ungewöhnliche Gedanken. Das ist normal!
Schritt 3: Die Gedanken akzeptieren (ohne zu bewerten)
Versuche, deine Gedanken als das zu sehen, was sie sind: bloße Gedanken. Stell dir vor, sie sind wie Wolken, die am Himmel vorbeiziehen. Du musst sie nicht festhalten, verändern oder bekämpfen.
Technik: Benenne deine Gedanken. Anstatt zu denken "Ich bin ein schlechter Mensch, weil ich das denke", sage innerlich: "Ich habe gerade den Gedanken, dass ich ein schlechter Mensch bin." Das schafft Distanz.
Schritt 4: Die Angst verstehen
Woher kommt die Angst vor den eigenen Gedanken? Häufige Ursachen:
- Perfektionismus: Der Druck, immer "richtig" zu denken.
- Übermäßige Verantwortung: Das Gefühl, für alle Gedanken und Gefühle verantwortlich zu sein.
- Angststörungen: AVDEG kann ein Symptom einer allgemeinen Angststörung sein.
- Traumatische Erlebnisse: Nach einem Trauma können aufdringliche Gedanken besonders beängstigend sein.
Beispiel: Jonas hat als Kind gelernt, dass wütend sein "böse" ist. Jetzt hat er Angst vor seinen Wutgedanken, weil er fürchtet, schlecht zu sein.
Schritt 5: Strategien gegen die Angst
Was kannst du tun, um die Angst zu reduzieren?
- Achtsamkeit: Lerne, im Moment zu leben und deine Gedanken zu beobachten, ohne dich in ihnen zu verlieren.
- Ablenkung: Tue etwas, das dir Spaß macht, um deine Gedanken abzulenken.
- Entspannungstechniken: Atemübungen, Yoga oder Meditation können helfen, die Anspannung zu reduzieren.
- Professionelle Hilfe: Wenn die Angst dein Leben stark beeinträchtigt, scheue dich nicht, einen Therapeuten aufzusuchen. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann sehr wirksam sein.
Beispiel: Anna bemerkt, dass sie Angst vor ihren Gedanken bekommt. Sie macht sofort eine kurze Atemübung und hört dann ihre Lieblingsmusik. Das hilft ihr, sich zu beruhigen.
Schritt 6: Geduld und Selbstmitgefühl
Es braucht Zeit und Übung, um die Angst vor den eigenen Gedanken zu überwinden. Sei geduldig mit dir selbst und behandle dich mit Mitgefühl. Erinnere dich daran, dass du nicht allein bist und dass es Hilfe gibt.
Wichtig: Wenn du unter AVDEG leidest, ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen. Ein Therapeut kann dir helfen, die Ursachen deiner Angst zu verstehen und Strategien zu entwickeln, um sie zu bewältigen.
