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Bei Fieber Ibu Oder Paracetamol


Bei Fieber Ibu Oder Paracetamol

Fieber. Alle Eltern kennen das mulmige Gefühl, wenn die Stirn des Kindes heiß ist und das Thermometer alarmierende Zahlen anzeigt. Und dann steht man da, oft mitten in der Nacht, und fragt sich: Was tun? Ibuprofen oder Paracetamol? Beide sind gängige fiebersenkende Mittel, aber welches ist das Richtige für mein Kind (oder für mich selbst)? Diese Entscheidung kann verunsichern, und das ist völlig normal. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf die Fakten werfen, um Ihnen die Wahl zu erleichtern.

Wann überhaupt fiebersenken?

Bevor wir uns den Medikamenten widmen, ist es wichtig zu verstehen, dass Fieber nicht immer etwas Schlechtes ist. Es ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Ein Anstieg der Körpertemperatur hilft dem Immunsystem, Viren und Bakterien effektiver zu bekämpfen.

Die Faustregel lautet: Fieber muss nicht gesenkt werden, solange es nicht zu hoch ist und das Allgemeinbefinden nicht stark beeinträchtigt ist. Ein Kind, das zwar Fieber hat, aber noch spielt, trinkt und lacht, muss nicht unbedingt sofort ein Medikament bekommen.

Ab wann sollte man aber eingreifen? Die meisten Ärzte empfehlen, bei Fieber über 39 °C oder bei deutlichem Leidensdruck (z.B. starkes Weinen, Nahrungsverweigerung, Apathie) fiebersenkende Maßnahmen zu ergreifen. Sprechen Sie im Zweifelsfall immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Ibuprofen und Paracetamol: Die Unterschiede

Sowohl Ibuprofen als auch Paracetamol sind fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente, die rezeptfrei erhältlich sind. Sie wirken auf unterschiedliche Weise im Körper:

Paracetamol

Paracetamol wirkt hauptsächlich im Gehirn und Rückenmark, indem es die Bildung von Prostaglandinen hemmt, Botenstoffe, die an der Schmerzentstehung und Fieberregulation beteiligt sind. Es wird oft als Mittel der ersten Wahl bei Fieber und leichten Schmerzen empfohlen, besonders bei Kindern.

Vorteile von Paracetamol:

  • Gut verträglich, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern.
  • Weniger Nebenwirkungen als Ibuprofen, insbesondere Magen-Darm-Beschwerden.
  • Kann auch bei Asthma eingesetzt werden.

Nachteile von Paracetamol:

  • Die Wirkung hält kürzer an als bei Ibuprofen (ca. 4-6 Stunden).
  • Bei Überdosierung kann es zu Leberschäden kommen. Die Dosierung muss daher sehr genau eingehalten werden.

Wichtig: Die empfohlene Tageshöchstdosis von Paracetamol darf nicht überschritten werden. Achten Sie auf die Angaben in der Packungsbeilage und sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Ibuprofen

Ibuprofen gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Es wirkt, indem es die Bildung von Prostaglandinen im ganzen Körper hemmt, was Entzündungen, Schmerzen und Fieber reduziert. Ibuprofen wirkt also nicht nur fiebersenkend und schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend.

Vorteile von Ibuprofen:

  • Längere Wirkdauer als Paracetamol (ca. 6-8 Stunden).
  • Zusätzlich entzündungshemmende Wirkung.
  • Oft wirksamer bei stärkeren Schmerzen und Entzündungen.

Nachteile von Ibuprofen:

  • Kann Magen-Darm-Beschwerden verursachen (z.B. Übelkeit, Bauchschmerzen).
  • Nicht geeignet für Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (z.B. Magen-Darm-Geschwüre, Nierenprobleme, Asthma).
  • Erhöhtes Risiko für Blutungen.

Wichtig: Ibuprofen sollte nicht bei Säuglingen unter 6 Monaten ohne ärztliche Anweisung angewendet werden. Auch hier ist eine genaue Dosierung wichtig, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Die richtige Wahl treffen: Eine Entscheidungshilfe

Welches Medikament ist nun das Richtige? Hier sind einige Überlegungen, die Ihnen bei der Entscheidung helfen können:

  • Alter und Gewicht: Die Dosierung von Ibuprofen und Paracetamol richtet sich nach dem Alter und Gewicht des Kindes (oder der Person). Beachten Sie unbedingt die Angaben in der Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Art der Beschwerden: Bei leichtem Fieber und leichten Schmerzen ist Paracetamol oft die erste Wahl. Bei stärkeren Schmerzen oder Entzündungen kann Ibuprofen besser geeignet sein.
  • Vorerkrankungen: Wenn Ihr Kind oder Sie selbst an bestimmten Vorerkrankungen leiden (z.B. Asthma, Magen-Darm-Probleme, Nierenprobleme), sollten Sie vor der Einnahme von Ibuprofen einen Arzt konsultieren.
  • Verträglichkeit: Beobachten Sie, wie Ihr Kind oder Sie selbst auf das Medikament reagieren. Wenn Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie das Medikament absetzen und einen Arzt aufsuchen.

"Die Wahl zwischen Ibuprofen und Paracetamol hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Alter des Patienten, die Art und Intensität der Schmerzen oder des Fiebers sowie bestehende Begleiterkrankungen. Eine individuelle Beratung durch den Arzt oder Apotheker ist daher ratsam." - Dr. med. Anna Schmidt, Allgemeinmedizinerin

Ein konkretes Beispiel: Ihr Kind hat leichtes Fieber (38,5 °C) und klagt über leichte Kopfschmerzen. Es hat keine Vorerkrankungen. In diesem Fall wäre Paracetamol wahrscheinlich eine gute Wahl.

Ein anderes Beispiel: Ihr Kind hat hohes Fieber (39,5 °C) und klagt über starke Ohrenschmerzen. Es hatte in der Vergangenheit bereits Magenprobleme. Hier wäre es ratsam, zuerst Paracetamol zu versuchen und bei unzureichender Wirkung einen Arzt aufzusuchen, um die Ohrenschmerzen genauer abzuklären und gegebenenfalls ein anderes Schmerzmittel (oder Antibiotikum) zu erhalten.

Kombination von Ibuprofen und Paracetamol?

Die gleichzeitige oder wechselweise Gabe von Ibuprofen und Paracetamol ist nicht grundsätzlich empfehlenswert und sollte nur in Ausnahmefällen und nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen. Der Grund: Das Risiko für Nebenwirkungen steigt, ohne dass die Wirkung deutlich verbessert wird.

Es gibt jedoch Situationen, in denen die Kombination sinnvoll sein kann, z.B. wenn ein Medikament allein nicht ausreichend wirkt oder wenn die Wirkung zwischen den Gaben abfällt. In solchen Fällen sollte die Dosierung und das Intervall zwischen den Gaben genau mit dem Arzt abgesprochen werden.

Zusätzliche Maßnahmen zur Fiebersenkung

Neben Medikamenten gibt es auch einige nicht-medikamentöse Maßnahmen, die helfen können, das Fieber zu senken und das Wohlbefinden zu verbessern:

  • Wadenwickel: Lauwarme Wadenwickel können helfen, die Körpertemperatur zu senken. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu kalt ist, da dies zu Frösteln führen kann.
  • Leichte Kleidung: Ziehen Sie Ihrem Kind leichte, atmungsaktive Kleidung an, um einen Hitzestau zu vermeiden.
  • Ausreichend Flüssigkeit: Fieber führt zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend trinkt (Wasser, Tee, Saftschorle).
  • Ruhe: Gönnen Sie Ihrem Kind Ruhe und vermeiden Sie anstrengende Aktivitäten.

Wann zum Arzt?

In folgenden Fällen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen:

  • Fieber bei Säuglingen unter 3 Monaten
  • Hohes Fieber (über 40 °C)
  • Fieber, das länger als 3 Tage anhält
  • Zusätzliche Symptome wie starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Hautausschlag, Atemnot, Krampfanfälle
  • Deutlicher Leidensdruck des Kindes

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Wahl zwischen Ibuprofen und Paracetamol ist individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Informieren Sie sich gut, beobachten Sie Ihr Kind und scheuen Sie sich nicht, einen Arzt oder Apotheker um Rat zu fragen. Mit dem richtigen Wissen und der richtigen Vorgehensweise können Sie Ihrem Kind (oder sich selbst) helfen, das Fieber gut zu überstehen.

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