Bewährung Was Darf Man Nicht
Bewährung bedeutet, dass eine Freiheitsstrafe oder ein Teil davon nicht vollstreckt wird. Der Verurteilte erhält eine zweite Chance, sich außerhalb des Gefängnisses zu bewähren. Während der Bewährungszeit muss der Verurteilte bestimmte Auflagen und Weisungen erfüllen. Verstöße gegen diese Auflagen können zum Widerruf der Bewährung und zur Vollstreckung der ursprünglichen Freiheitsstrafe führen. Was darf man nicht, wenn man auf Bewährung ist? Darauf konzentriert sich dieser Artikel.
Straftaten begehen: Das Allerwichtigste ist, keine neuen Straftaten zu begehen. Jegliche neue Straftat, egal wie geringfügig sie erscheint, gefährdet die Bewährung massiv. Eine Verurteilung für eine neue Straftat führt fast immer zum Widerruf der Bewährung. Selbst Ermittlungen wegen einer Straftat können bereits zu Problemen führen, da sie einen Verstoß gegen die Bewährungsauflagen darstellen können. Es ist essentiell, sich strikt an das Gesetz zu halten.
Auflagen missachten: Jeder Bewährungshelfer legt dem Verurteilten individuelle Auflagen auf. Diese Auflagen können vielfältig sein. Dazu gehören regelmäßige Gespräche mit dem Bewährungshelfer, die Teilnahme an Anti-Aggressions-Trainings, Suchtberatung oder gemeinnützige Arbeit. Das Nichterfüllen dieser Auflagen stellt einen klaren Verstoß gegen die Bewährungsbedingungen dar. Ignoriert man beispielsweise Termine beim Bewährungshelfer, kann dies als fehlende Kooperationsbereitschaft ausgelegt werden und zum Widerruf führen. Es ist wichtig, alle Auflagen ernst zu nehmen und pünktlich zu erfüllen.
Weisungen ignorieren: Neben den Auflagen kann der Richter oder der Bewährungshelfer auch Weisungen erteilen. Diese Weisungen können beispielsweise den Aufenthalt an bestimmten Orten untersagen oder den Kontakt zu bestimmten Personen verbieten. Ein Beispiel wäre ein Kontaktverbot zu einem Opfer der ursprünglichen Straftat. Auch der Alkoholkonsum oder der Besitz von Waffen können untersagt werden. Der Verstoß gegen solche Weisungen stellt ebenfalls einen wichtigen Grund für den Widerruf der Bewährung dar. Die Weisungen müssen genau beachtet werden.
Wohnsitzwechsel ohne Erlaubnis: Ein Umzug ohne vorherige Genehmigung des Bewährungshelfers ist in der Regel nicht erlaubt. Der Bewährungshelfer muss über den Wohnsitz des Verurteilten informiert sein, um die Betreuung gewährleisten zu können. Ein unangekündigter Umzug kann den Eindruck erwecken, dass der Verurteilte sich der Kontrolle entziehen möchte. Daher ist es wichtig, vor einem Umzug unbedingt die Erlaubnis des Bewährungshelfers einzuholen und ihm die neue Adresse mitzuteilen. Dies gilt auch für vorübergehende Aufenthalte an anderen Orten, die eine bestimmte Dauer überschreiten.
Beispiel 1: Ein Verurteilter auf Bewährung wird beim Diebstahl einer Kleinigkeit erwischt. Diese neue Straftat führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Widerruf der Bewährung, auch wenn die Strafe für den Diebstahl gering ausfällt. Beispiel 2: Ein Verurteilter, dem der Kontakt zu seinem früheren Komplizen untersagt wurde, trifft diesen wiederholt. Auch dieser Verstoß gegen die Weisungen kann zum Widerruf der Bewährung führen.
In der Praxis dient die Bewährung dazu, Straftätern eine Chance zur Resozialisierung zu geben. Durch die Einhaltung der Auflagen und Weisungen können sie zeigen, dass sie bereit sind, ein straffreies Leben zu führen. Ein erfolgreiches Absolvieren der Bewährungszeit führt dazu, dass die Freiheitsstrafe endgültig nicht vollstreckt wird. Verstöße gegen die Bewährungsbedingungen haben jedoch gravierende Konsequenzen und führen in der Regel zur Vollstreckung der ursprünglichen Strafe. Die Bewährung ist somit eine Chance, die man ernst nehmen sollte.
