Bindehautentzündung Kind Wie Lange Ansteckend
Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) bei Kindern ist eine Entzündung der Bindehaut, der dünnen, transparenten Membran, die das Innere der Augenlider und den weißen Teil des Auges (Sklera) bedeckt. Sie kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, darunter Viren, Bakterien, Allergien oder Reizstoffe. Eine der häufigsten Fragen besorgter Eltern ist: Wie lange ist eine Bindehautentzündung bei Kindern ansteckend?
Ansteckungsdauer: Ein Überblick
Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit hängt stark von der Ursache der Bindehautentzündung ab:
- Virale Bindehautentzündung: Sehr ansteckend! Die Ansteckungsfähigkeit beginnt oft, bevor die Symptome vollständig ausgeprägt sind und kann bis zu 2 Wochen nach Beginn der Symptome andauern.
- Bakterielle Bindehautentzündung: Ebenfalls ansteckend, aber tendenziell kürzer als die virale Form. Nach Beginn einer antibiotischen Behandlung ist das Kind in der Regel nach 24-48 Stunden nicht mehr ansteckend. Ohne Behandlung kann die Ansteckungsfähigkeit bis zu einer Woche andauern.
- Allergische Bindehautentzündung: Nicht ansteckend, da sie durch eine allergische Reaktion und nicht durch einen Erreger verursacht wird.
- Bindehautentzündung durch Reizstoffe: Ebenfalls nicht ansteckend, da sie durch äußere Reizungen wie Chlor im Schwimmbad oder Staub verursacht wird.
Phase 1: Diagnose und Ursachenbestimmung
Bevor man sich mit der Ansteckungsdauer befasst, ist es wichtig, die Ursache der Bindehautentzündung zu identifizieren. Ein Arztbesuch ist hier unerlässlich.
- Arztbesuch: Der Arzt kann durch eine Untersuchung feststellen, ob es sich um eine virale, bakterielle, allergische oder reizbedingte Bindehautentzündung handelt.
- Symptome beobachten:
- Virale Bindehautentzündung: Oft begleitet von Erkältungssymptomen, wässrigem Ausfluss und Rötung beider Augen.
- Bakterielle Bindehautentzündung: Eitriger, gelblich-grüner Ausfluss, der die Augenlider verkleben kann.
- Allergische Bindehautentzündung: Juckreiz, tränende Augen, oft beidseitig und saisonal bedingt.
Beispiel: Ihr Kind hat rote Augen, klagt über Juckreiz und hat gleichzeitig eine laufende Nase. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es sich um eine virale oder allergische Bindehautentzündung handelt. Ein Arzt kann die genaue Ursache feststellen.
Phase 2: Sofortmaßnahmen zur Minimierung der Ansteckung
Unabhängig von der Ursache gibt es einige wichtige Sofortmaßnahmen, um die Ausbreitung zu verhindern:
- Händewaschen: Häufiges und gründliches Händewaschen mit Seife ist das A und O.
- Getrennte Handtücher: Verwenden Sie separate Handtücher und Waschlappen für das erkrankte Kind.
- Nicht ins Auge fassen: Vermeiden Sie es, sich ins Auge zu fassen oder es zu reiben.
- Kontaktlinsen: Wenn Ihr Kind Kontaktlinsen trägt, sollten diese während der Entzündung nicht getragen werden. Verwenden Sie stattdessen eine Brille. Die Kontaktlinsen sollten nach Abklingen der Entzündung durch neue ersetzt werden.
- Schule/Kindergarten: Bei bakterieller Bindehautentzündung sollte das Kind erst 24-48 Stunden nach Beginn der antibiotischen Behandlung wieder in die Schule oder den Kindergarten gehen. Bei viraler Bindehautentzündung ist die Entscheidung schwieriger, da die Ansteckungsfähigkeit länger anhält. Hier sollte man sich am Allgemeinzustand des Kindes orientieren und Rücksprache mit dem Arzt halten.
Beispiel: Ihr Kind hat eine bakterielle Bindehautentzündung und der Arzt hat antibiotische Augentropfen verschrieben. Nach zwei Tagen konsequenter Anwendung der Tropfen und deutlicher Besserung der Symptome kann Ihr Kind wieder in den Kindergarten gehen, da die Ansteckungsgefahr stark reduziert ist.
Phase 3: Behandlung und Kontrolle
Die richtige Behandlung ist entscheidend, um die Symptome zu lindern und die Ansteckungsfähigkeit zu verkürzen.
- Virale Bindehautentzündung: Oft selbstlimitierend, das heißt, sie heilt von selbst aus. Kalte Kompressen können die Symptome lindern.
- Bakterielle Bindehautentzündung: Antibiotische Augentropfen oder -salben sind in der Regel erforderlich. Die Behandlung muss konsequent nach Anweisung des Arztes durchgeführt werden.
- Allergische Bindehautentzündung: Antihistaminika (oral oder als Augentropfen) können helfen, die allergische Reaktion zu unterdrücken.
Beispiel: Ihr Kind hat eine allergische Bindehautentzündung. Die Augentropfen mit Antihistaminika lindern den Juckreiz und die Rötung deutlich. Da die allergische Bindehautentzündung nicht ansteckend ist, sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen bezüglich der Ansteckung erforderlich.
Wichtiger Hinweis: Die hier gegebenen Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Bei Verdacht auf eine Bindehautentzündung sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
