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Blasenentzündung Nach Einer Woche Wieder Da


Blasenentzündung Nach Einer Woche Wieder Da

Kennen Sie das quälende Gefühl, wenn der Harndrang ständig da ist, das Brennen beim Wasserlassen unerträglich ist und Sie gerade erst eine Blasenentzündung überstanden haben? Und dann, nur eine Woche später, ist alles wieder da? Es ist frustrierend und verunsichernd. Sie sind damit nicht allein. Viele Frauen erleben dieses wiederkehrende Szenario, und es gibt gute Gründe dafür.

Was ist eine Blasenentzündung und warum kommt sie wieder?

Eine Blasenentzündung, auch Zystitis genannt, ist eine Entzündung der Blasenschleimhaut, meist verursacht durch Bakterien. In etwa 80-90% der Fälle sind Escherichia coli (E. coli) Bakterien die Übeltäter. Diese Bakterien sind normalerweise im Darm harmlos, können aber in die Harnröhre gelangen und sich dort vermehren, was zu einer Entzündung führt.

Die Häufigkeit von Blasenentzündungen ist alarmierend. Studien zeigen, dass etwa 50-60% der Frauen mindestens einmal in ihrem Leben eine Blasenentzündung erleiden. Bei einigen Frauen werden diese Infektionen chronisch und treten immer wieder auf. Eine Studie im "American Journal of Obstetrics and Gynecology" ergab, dass etwa 25% der Frauen innerhalb von sechs Monaten nach einer ersten Blasenentzündung eine weitere entwickeln. (Stamm, W. E., et al., 2000).

Mögliche Ursachen für wiederkehrende Blasenentzündungen:

  • Unvollständige Behandlung: Die ursprüngliche Infektion wurde möglicherweise nicht vollständig auskuriert. Das bedeutet, dass einige Bakterien in der Blase verblieben sind und sich erneut vermehren können.
  • Antibiotikaresistenz: Bakterien können resistent gegen bestimmte Antibiotika werden, was die Behandlung erschwert. Der übermäßige Einsatz von Antibiotika trägt zur Entstehung von Resistenzen bei.
  • Anatomische Faktoren: Frauen haben eine kürzere Harnröhre als Männer, was es Bakterien leichter macht, in die Blase zu gelangen.
  • Sexuelle Aktivität: Geschlechtsverkehr kann Bakterien in die Harnröhre befördern und somit das Risiko einer Infektion erhöhen.
  • Geschwächtes Immunsystem: Ein geschwächtes Immunsystem kann es dem Körper erschweren, die Infektion selbst zu bekämpfen.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen, insbesondere in den Wechseljahren, können die Schleimhäute der Harnwege beeinflussen und sie anfälliger für Infektionen machen.
  • Verwendung von Diaphragmen oder Spermiziden: Diese Verhütungsmittel können das Gleichgewicht der Bakterienflora in der Vagina stören und das Risiko einer Blasenentzündung erhöhen.
  • Verstopfung: Eine chronische Verstopfung kann den Druck auf die Blase erhöhen und die Entleerung erschweren, was das Wachstum von Bakterien fördern kann.
  • Katheterisierung: Das Einführen eines Katheters kann Bakterien in die Blase einschleusen.

Was tun, wenn die Blasenentzündung immer wieder kommt?

Wenn Sie unter wiederkehrenden Blasenentzündungen leiden, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Er oder sie kann die Ursache Ihrer Infektionen untersuchen und eine geeignete Behandlung empfehlen. Dies kann beinhalten:

  • Eine Urinkultur: Um die genauen Bakterien zu identifizieren, die die Infektion verursachen und das am besten geeignete Antibiotikum zu bestimmen.
  • Eine längere Antibiotikatherapie: In einigen Fällen kann eine längere, niedrig dosierte Antibiotikatherapie helfen, wiederkehrende Infektionen zu verhindern.
  • Postkoitale Antibiotikaprophylaxe: Wenn die Infektionen im Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr auftreten, kann die Einnahme eines Antibiotikums nach dem Geschlechtsverkehr sinnvoll sein.
  • Östrogencreme: Für Frauen in den Wechseljahren kann die Anwendung von Östrogencreme im Vaginalbereich helfen, die Schleimhäute zu stärken und das Risiko von Infektionen zu verringern.

Was können Sie selbst tun? – Praktische Tipps zur Vorbeugung

Neben der ärztlichen Behandlung können Sie auch selbst einiges tun, um das Risiko von wiederkehrenden Blasenentzündungen zu verringern:

  • Ausreichend trinken: Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag, um die Blase regelmäßig zu spülen.
  • Regelmäßig die Blase entleeren: Halten Sie den Harndrang nicht zurück und entleeren Sie die Blase vollständig.
  • Nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren: Dies hilft, Bakterien aus der Harnröhre zu spülen.
  • Von vorne nach hinten abwischen: Nach dem Stuhlgang sollten Sie immer von vorne nach hinten abwischen, um zu verhindern, dass Bakterien aus dem Darm in die Harnröhre gelangen.
  • Auf eine gute Intimhygiene achten: Vermeiden Sie aggressive Seifen oder Intimsprays, da diese die natürliche Bakterienflora der Vagina stören können. Verwenden Sie stattdessen lauwarmes Wasser oder eine milde, pH-neutrale Waschlotion.
  • Baumwollunterwäsche tragen: Baumwollunterwäsche ist atmungsaktiver als synthetische Materialien und hilft, Feuchtigkeit zu vermeiden, was das Wachstum von Bakterien fördern kann.
  • Cranberry-Produkte: Studien haben gezeigt, dass Cranberry-Saft oder Cranberry-Kapseln das Risiko von Blasenentzündungen verringern können, indem sie verhindern, dass Bakterien an den Wänden der Harnwege haften. Allerdings sind die Ergebnisse nicht immer eindeutig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Cranberry-Produkte regelmäßig einnehmen, da sie Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten haben können.
  • D-Mannose: D-Mannose ist ein Zucker, der natürlich in einigen Früchten vorkommt und ebenfalls dazu beitragen kann, dass sich E. coli-Bakterien nicht an den Harnwegen festsetzen können.
  • Probiotika: Die Einnahme von Probiotika kann helfen, die natürliche Bakterienflora in der Vagina und im Darm wiederherzustellen und das Wachstum von schädlichen Bakterien zu verhindern.
  • Stress reduzieren: Chronischer Stress kann das Immunsystem schwächen und das Risiko von Infektionen erhöhen. Suchen Sie nach Möglichkeiten, Stress abzubauen, z.B. durch Yoga, Meditation oder Sport.
  • Auf eine gesunde Ernährung achten: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten stärkt das Immunsystem.

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Tipps keine Garantie für eine Blasenentzündungsfreiheit sind, aber sie können dazu beitragen, das Risiko zu verringern und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.

Wann zum Arzt?

Sie sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • Sie zum ersten Mal eine Blasenentzündung haben.
  • Ihre Symptome schwerwiegend sind, z.B. Fieber, Schüttelfrost, starke Schmerzen im Unterbauch oder in der Nierengegend.
  • Sie schwanger sind.
  • Sie unter wiederkehrenden Blasenentzündungen leiden.
  • Sie Blut im Urin haben.
  • Ihre Symptome sich nach einigen Tagen Selbstbehandlung nicht bessern.

Denken Sie daran: Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden. Zögern Sie nicht, Ihren Arzt zu konsultieren, wenn Sie besorgt sind.

Eine wiederkehrende Blasenentzündung ist zwar lästig und schmerzhaft, aber mit der richtigen Strategie und der Unterstützung Ihres Arztes können Sie die Häufigkeit der Infektionen reduzieren und Ihre Lebensqualität verbessern.

Disclaimer: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt, bevor Sie neue Behandlungen beginnen.

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