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Blutdruck Im Liegen Oder Sitzen Messen


Blutdruck Im Liegen Oder Sitzen Messen

Blutdruck im Liegen oder Sitzen messen bezieht sich auf die Messung des arteriellen Blutdrucks einer Person, während sie sich in liegender (horizontaler) oder sitzender (aufrechter) Position befindet. Diese Art der Messung ist besonders wichtig, da der Blutdruck je nach Körperhaltung variieren kann. Sie wird häufig verwendet, um orthostatische Hypotonie (auch bekannt als posturaler niedriger Blutdruck) zu diagnostizieren und das Ansprechen auf Medikamente zu überwachen.

Warum im Liegen oder Sitzen messen?

Die Blutdruckmessung in verschiedenen Positionen gibt Aufschluss über die Fähigkeit des Körpers, den Blutdruck anzupassen, wenn sich die Körperhaltung ändert. Dies ist entscheidend, da ein plötzlicher Blutdruckabfall beim Aufstehen zu Schwindel, Benommenheit und im schlimmsten Fall zu Ohnmacht führen kann. Die Messung in liegender, sitzender und stehender Position ist besonders relevant für:

  • Ältere Menschen: Sie neigen eher zu orthostatischer Hypotonie.
  • Personen mit bestimmten Erkrankungen: Wie z.B. Diabetes, Parkinson-Krankheit oder Herzinsuffizienz.
  • Patienten, die bestimmte Medikamente einnehmen: Einige Medikamente, wie z.B. Diuretika oder Antidepressiva, können orthostatische Hypotonie verursachen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Blutdruck im Liegen und Sitzen messen

Hier ist eine detaillierte Anleitung zur korrekten Blutdruckmessung in liegender und sitzender Position. Beachten Sie, dass diese Anleitung als Ergänzung zu den Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin gedacht ist und diese nicht ersetzt.

Phase 1: Vorbereitung

  • Ruhephase: Ruhen Sie sich vor der Messung mindestens 5 Minuten lang aus. Vermeiden Sie Koffein, Rauchen und anstrengende körperliche Aktivität 30 Minuten vor der Messung.
  • Richtige Ausrüstung: Verwenden Sie ein Blutdruckmessgerät mit der richtigen Manschettengröße für Ihren Oberarmumfang. Eine zu kleine Manschette führt zu zu hohen Werten, eine zu große Manschette zu niedrigen.
  • Korrekte Positionierung:
    • Liegen: Legen Sie sich flach auf den Rücken. Ihr Arm sollte auf Herzhöhe liegen. Dies kann durch Platzieren eines Kissens unter dem Arm erreicht werden.
    • Sitzen: Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl mit Rückenlehne. Ihre Füße sollten flach auf dem Boden stehen und Ihr Arm sollte auf einer ebenen Fläche ruhen, so dass er sich auf Herzhöhe befindet.
  • Umgebung: Sorgen Sie für eine ruhige und entspannte Umgebung.

Phase 2: Die Messung

  • Manschette anlegen: Legen Sie die Blutdruckmanschette etwa 2-3 cm oberhalb der Ellenbeuge an. Achten Sie darauf, dass die Manschette nicht zu eng anliegt.
  • Erste Messung (Liegen): Messen Sie Ihren Blutdruck im Liegen. Notieren Sie den systolischen (oberen) und diastolischen (unteren) Wert sowie den Puls.
  • Zweite Messung (Sitzen): Stehen Sie langsam auf und setzen Sie sich sofort auf einen Stuhl. Warten Sie eine Minute und messen Sie dann Ihren Blutdruck im Sitzen. Notieren Sie auch hier die Werte und den Puls.
  • Dritte Messung (Stehen, optional): Um eine vollständige Beurteilung auf orthostatische Hypotonie zu erhalten, ist eine stehende Messung oft notwendig. Warten Sie 1-3 Minuten nach dem Aufstehen und messen Sie dann den Blutdruck im Stehen. Seien Sie vorsichtig, um Stürze zu vermeiden.

Phase 3: Interpretation und Weiterverfolgung

  • Werte vergleichen: Vergleichen Sie die Blutdruckwerte in den verschiedenen Positionen. Ein signifikanter Blutdruckabfall beim Übergang vom Liegen zum Sitzen oder Stehen kann auf orthostatische Hypotonie hindeuten. Im Allgemeinen wird ein Abfall des systolischen Blutdrucks um 20 mmHg oder des diastolischen Blutdrucks um 10 mmHg als signifikant angesehen.
  • Beispiel:
    • Liegen: 120/80 mmHg
    • Sitzen: 110/75 mmHg
    • Stehen: 95/65 mmHg
    • In diesem Fall könnte der Patient orthostatische Hypotonie aufweisen, da der systolische Blutdruck beim Übergang vom Liegen zum Stehen um 25 mmHg fällt.

  • Arzt konsultieren: Besprechen Sie Ihre Messergebnisse mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Sie können die Werte interpretieren und feststellen, ob weitere Untersuchungen oder Behandlungen erforderlich sind.
  • Dokumentation: Führen Sie ein Protokoll Ihrer Blutdruckmessungen, um Veränderungen im Laufe der Zeit zu verfolgen und Ihrem Arzt wichtige Informationen zur Verfügung zu stellen.

Wichtig: Die Selbstmessung des Blutdrucks ist ein wertvolles Instrument zur Überwachung Ihrer Gesundheit, ersetzt aber nicht die professionelle medizinische Beratung. Bei Bedenken oder ungewöhnlichen Blutdruckwerten sollten Sie immer Ihren Arzt oder Ihre Ärztin konsultieren.

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