Blutdruck Zweiter Wert über 90
Ein erhöhter Blutdruck ist ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem, das oft unterschätzt wird. Während viele Menschen den oberen Wert (systolischer Blutdruck) im Auge behalten, spielt der untere Wert (diastolischer Blutdruck) eine ebenso wichtige Rolle für unsere Herz-Kreislauf-Gesundheit. Wenn Ihr unterer Blutdruckwert regelmäßig über 90 mmHg liegt, ist es wichtig, dies ernst zu nehmen und Maßnahmen zu ergreifen. Dieser Artikel richtet sich an alle, die mehr über einen erhöhten diastolischen Blutdruck erfahren möchten, insbesondere an diejenigen, deren unterer Wert konstant über 90 mmHg liegt. Wir werden Ursachen, Risiken und Behandlungsmöglichkeiten beleuchten, um Ihnen zu helfen, informierte Entscheidungen für Ihre Gesundheit zu treffen.
Was bedeutet ein diastolischer Blutdruck über 90 mmHg?
Der Blutdruck wird in zwei Werten angegeben: Der systolische Wert (der obere Wert) misst den Druck in Ihren Arterien, wenn Ihr Herz schlägt, während der diastolische Wert (der untere Wert) den Druck misst, wenn Ihr Herz zwischen den Schlägen ruht. Ein optimaler Blutdruck liegt normalerweise unter 120/80 mmHg. Wenn Ihr diastolischer Blutdruck wiederholt 90 mmHg oder höher ist, spricht man von diastolischer Hypertonie oder erhöhtem unteren Blutdruck.
Es ist wichtig zu beachten, dass eine einmalige Messung über 90 mmHg nicht unbedingt bedeutet, dass Sie Bluthochdruck haben. Es kann durch Stress, Aufregung oder körperliche Anstrengung verursacht werden. Die Diagnose wird in der Regel erst dann gestellt, wenn wiederholte Messungen an verschiedenen Tagen erhöhte Werte zeigen. Regelmäßige Messungen sind also der Schlüssel!
Normaler Blutdruck vs. Hypertonie
Um das besser zu verstehen, hier eine kurze Übersicht über die verschiedenen Blutdruckkategorien:
- Normal: Unter 120/80 mmHg
- Erhöht: 120-129/<80 mmHg
- Hypertonie Stadium 1: 130-139/80-89 mmHg
- Hypertonie Stadium 2: 140 oder höher/90 oder höher mmHg
- Hypertensive Krise: Höher als 180/120 mmHg (Benötigt sofortige ärztliche Hilfe!)
Ursachen für einen erhöhten diastolischen Blutdruck
Die Ursachen für einen erhöhten diastolischen Blutdruck können vielfältig sein. Oft ist es eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, die zusammenwirken. Es ist wichtig, die potenziellen Ursachen zu verstehen, um gezielte Maßnahmen ergreifen zu können.
- Alter: Mit zunehmendem Alter werden die Blutgefäße steifer, was zu einem Anstieg des diastolischen Blutdrucks führen kann.
- Genetische Veranlagung: Bluthochdruck kann familiär gehäuft auftreten. Wenn Ihre Eltern oder Geschwister Bluthochdruck haben, ist Ihr Risiko ebenfalls erhöht.
- Übergewicht: Übergewicht belastet das Herz-Kreislauf-System und kann den Blutdruck erhöhen.
- Ungesunde Ernährung: Eine Ernährung mit viel Salz, gesättigten Fetten und Cholesterin kann zu Bluthochdruck beitragen.
- Bewegungsmangel: Regelmäßige körperliche Aktivität hilft, den Blutdruck zu senken.
- Stress: Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen.
- Rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck.
- Alkohol: Übermäßiger Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen.
- Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. Schmerzmittel oder Erkältungsmittel, können den Blutdruck erhöhen.
- Vorerkrankungen: Nierenerkrankungen, Schilddrüsenprobleme oder Schlafapnoe können zu Bluthochdruck führen.
Risiken und Komplikationen
Ein unbehandelter erhöhter diastolischer Blutdruck kann schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen. Es ist wichtig, die Risiken zu kennen, um die Notwendigkeit einer Behandlung zu verstehen.
- Herzinfarkt: Bluthochdruck belastet das Herz und erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt.
- Schlaganfall: Bluthochdruck kann die Blutgefäße im Gehirn schädigen und das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.
- Herzinsuffizienz: Bluthochdruck kann dazu führen, dass das Herz schwächer wird und nicht mehr richtig pumpen kann.
- Nierenschäden: Bluthochdruck kann die Nieren schädigen und zu Nierenversagen führen.
- Augenschäden: Bluthochdruck kann die Blutgefäße in den Augen schädigen und zu Sehstörungen oder Erblindung führen.
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Bluthochdruck kann die Blutgefäße in den Beinen verengen und zu Schmerzen und Durchblutungsstörungen führen.
Es ist wichtig zu betonen, dass Bluthochdruck oft keine spürbaren Symptome verursacht. Deshalb wird er oft als "stiller Killer" bezeichnet. Regelmäßige Kontrollen beim Arzt sind daher unerlässlich, um Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Was können Sie tun? Behandlungsmöglichkeiten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen erhöhten diastolischen Blutdruck zu senken. Die Behandlung richtet sich nach der Schwere des Bluthochdrucks und den individuellen Risikofaktoren. Oft ist eine Kombination aus Lebensstiländerungen und Medikamenten erforderlich.
Lebensstiländerungen
In vielen Fällen können Sie Ihren Blutdruck durch einfache Lebensstiländerungen deutlich senken. Diese Änderungen sind nicht nur gut für Ihren Blutdruck, sondern auch für Ihre allgemeine Gesundheit.
- Gesunde Ernährung: Eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig Salz, gesättigten Fetten und Cholesterin kann den Blutdruck senken. Die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) ist ein bewährtes Ernährungskonzept zur Blutdrucksenkung.
- Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, wie z.B. Spazierengehen, Joggen, Schwimmen oder Radfahren, hilft, den Blutdruck zu senken. Versuchen Sie, mindestens 30 Minuten moderate Bewegung an den meisten Tagen der Woche zu machen.
- Gewichtsabnahme: Wenn Sie übergewichtig sind, kann eine Gewichtsabnahme den Blutdruck senken.
- Stressbewältigung: Techniken zur Stressbewältigung, wie z.B. Yoga, Meditation oder Atemübungen, können helfen, den Blutdruck zu senken.
- Rauchstopp: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck. Ein Rauchstopp ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verbesserung Ihrer Herz-Kreislauf-Gesundheit.
- Alkohol in Maßen: Übermäßiger Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen. Frauen sollten nicht mehr als ein alkoholisches Getränk pro Tag und Männer nicht mehr als zwei alkoholische Getränke pro Tag konsumieren.
- Salzreduktion: Reduzieren Sie Ihre Salzaufnahme, indem Sie weniger verarbeitete Lebensmittel essen und beim Kochen weniger Salz verwenden.
Medikamentöse Therapie
Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen, um den Blutdruck zu senken, kann Ihr Arzt Medikamente verschreiben. Es gibt verschiedene Arten von Medikamenten zur Behandlung von Bluthochdruck, darunter:
- Diuretika (Entwässerungstabletten): Diese Medikamente helfen, überschüssiges Natrium und Wasser aus dem Körper zu entfernen.
- ACE-Hemmer: Diese Medikamente blockieren die Bildung eines Hormons, das die Blutgefäße verengt.
- Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB): Diese Medikamente blockieren die Wirkung eines Hormons, das die Blutgefäße verengt.
- Betablocker: Diese Medikamente verlangsamen den Herzschlag und senken den Blutdruck.
- Kalziumkanalblocker: Diese Medikamente entspannen die Blutgefäße.
Es ist wichtig, die Medikamente genau nach Anweisung Ihres Arztes einzunehmen. Brechen Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab, auch wenn Sie sich besser fühlen.
Regelmäßige Kontrollen
Auch wenn Sie Ihren Blutdruck erfolgreich gesenkt haben, sind regelmäßige Kontrollen beim Arzt wichtig. Ihr Arzt kann Ihren Blutdruck überwachen und die Behandlung bei Bedarf anpassen.
"Ein gesunder Blutdruck ist ein entscheidender Faktor für ein langes und gesundes Leben. Nehmen Sie Ihren Blutdruck ernst und ergreifen Sie Maßnahmen, um ihn zu kontrollieren."
Fazit
Ein diastolischer Blutdruck über 90 mmHg sollte nicht ignoriert werden. Er ist ein Warnsignal, dass Ihr Herz-Kreislauf-System möglicherweise unter Druck steht. Durch rechtzeitige Diagnose, Lebensstiländerungen und, falls erforderlich, medikamentöse Therapie können Sie Ihren Blutdruck senken und das Risiko für schwerwiegende gesundheitliche Probleme verringern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Bedenken bezüglich Ihres Blutdrucks haben. Gemeinsam können Sie einen Plan entwickeln, um Ihre Herzgesundheit zu schützen und ein längeres, gesünderes Leben zu führen. Denken Sie daran: Ihre Gesundheit liegt in Ihren Händen.
