Borderline Fixierung Auf Eine Person
Die Borderline-Fixierung auf eine Person (manchmal auch "Lieblingsperson" oder "FP" für "Favorite Person" genannt) ist ein intensives, oft instabiles Gefühl der Anhänglichkeit und Besessenheit gegenüber einer anderen Person, das häufig bei Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) auftritt. Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jeder mit BPS eine solche Fixierung entwickelt, und dass ähnliche Verhaltensmuster auch bei anderen psychischen Problemen vorkommen können. Im Kern geht es um eine übermäßige Idealisierung und Abhängigkeit von dieser einen Person, die als Quelle für Selbstwertgefühl, Sicherheit und Orientierung dient.
Diese Fixierung ist gekennzeichnet durch extreme Stimmungsschwankungen, die vom Gefühl der Glückseligkeit in der Nähe der Person bis hin zur Verzweiflung und Angst vor Verlassenwerden reichen. Die Person wird idealisiert, als perfekt wahrgenommen, und die Angst, diese Person zu verlieren, ist allgegenwärtig. Die Beziehung kann schnell von intensiver Zuneigung zu tiefer Abneigung umschlagen (Splitting), besonders wenn die Person die Erwartungen nicht erfüllt oder nicht so reagiert, wie es sich die Person mit BPS wünscht.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Bewältigung der Fixierung
Die folgenden Schritte sollen dir helfen, die Symptome der Borderline-Fixierung zu erkennen und Strategien zu entwickeln, um gesündere Beziehungen zu pflegen. Bedenke, dass dies eine Reise ist und professionelle Hilfe unerlässlich sein kann.
Phase 1: Selbst-Bewusstwerdung und Akzeptanz
- Erkenne die Muster: Führe ein Tagebuch über deine Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen in Bezug auf deine Lieblingsperson. Wann intensivieren sich die Gefühle? Welche Trigger lösen sie aus?
Beispiel: "Immer wenn meine Lieblingsperson meine Nachricht nicht sofort beantwortet, werde ich extrem ängstlich und denke, dass sie mich hasst."
- Akzeptiere deine Gefühle: Leugne deine Gefühle nicht, sondern versuche, sie anzuerkennen, ohne dich dafür zu verurteilen. Es ist in Ordnung, diese intensiven Emotionen zu haben.
Beispiel: "Ich fühle mich gerade sehr verzweifelt, weil meine Lieblingsperson keine Zeit für mich hat. Das ist okay, es ist ein Gefühl und es wird vorbeigehen."
- Identifiziere die Bedürfnisse: Welche Bedürfnisse versuchst du durch die Fixierung zu befriedigen? Ist es Bestätigung, Sicherheit, Liebe oder etwas anderes?
Beispiel: "Ich brauche wahrscheinlich Bestätigung und das Gefühl, wertvoll zu sein, wenn ich so stark auf die Aufmerksamkeit meiner Lieblingsperson angewiesen bin."
Phase 2: Distanzierung und Grenzen setzen
- Schaffe physischen und emotionalen Abstand: Reduziere den Kontakt mit deiner Lieblingsperson, um die Intensität der Gefühle zu verringern. Das bedeutet nicht, die Beziehung abzubrechen, sondern gesunde Grenzen zu etablieren.
Beispiel: "Ich werde versuchen, nicht mehr als einmal am Tag mit meiner Lieblingsperson zu kommunizieren und mich stattdessen auf andere Aktivitäten zu konzentrieren."
- Fokussiere dich auf deine eigenen Interessen: Investiere Zeit in Hobbys, Freundschaften und Aktivitäten, die dir Freude bereiten und dein Selbstwertgefühl stärken.
Beispiel: "Ich werde mich wieder beim Yoga anmelden und mich mit Freunden treffen, die mich unterstützen und ablenken."
- Lerne, "Nein" zu sagen: Setze Grenzen und sage "Nein", wenn du dich überfordert fühlst oder deine Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden.
Beispiel: "Ich kann dir heute Abend leider nicht helfen, ich brauche Zeit für mich selbst."
Phase 3: Selbstfürsorge und alternative Bewältigungsstrategien
- Praktiziere Selbstfürsorge: Achte auf deine körperliche und seelische Gesundheit. Das bedeutet ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Entspannungstechniken.
Beispiel: "Ich werde jeden Tag mindestens 30 Minuten spazieren gehen und ein entspannendes Bad nehmen."
- Entwickle alternative Bewältigungsstrategien: Finde gesunde Wege, um mit schwierigen Emotionen umzugehen, wie z.B. Achtsamkeit, Meditation, Sport, kreatives Schreiben oder Musik hören.
Beispiel: "Wenn ich mich ängstlich fühle, werde ich versuchen, eine Achtsamkeitsübung zu machen oder Musik zu hören."
- Suche professionelle Hilfe: Eine Therapie, insbesondere die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), kann dir helfen, deine Emotionen besser zu regulieren, gesunde Beziehungen aufzubauen und deine Selbstwahrnehmung zu verbessern.
Beispiel: "Ich werde einen Therapeuten suchen, der sich mit BPS auskennt und mir bei der Bewältigung meiner Fixierung helfen kann."
Die Bewältigung der Borderline-Fixierung auf eine Person ist ein Prozess, der Zeit und Geduld erfordert. Sei freundlich zu dir selbst und feiere jeden kleinen Fortschritt. Denke daran, dass du es verdienst, gesunde und erfüllende Beziehungen zu haben, die auf Gegenseitigkeit und Respekt basieren.
