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Deutsch Französischer Krieg 1870 71


Deutsch Französischer Krieg 1870 71

Stell dir vor, zwei deiner besten Schulfreunde geraten in einen heftigen Streit, der plötzlich die ganze Schule in Aufruhr versetzt. Genauso war es im 19. Jahrhundert in Europa, als Frankreich und Deutschland, damals Preußen, in einen Krieg zogen, der die Landkarte veränderte und die Weichen für das 20. Jahrhundert stellte. Dieser Krieg, der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71, ist unser Thema.

Dieses Artikel ist für dich, egal ob du in der Schule sitzt und dich auf eine Geschichtsprüfung vorbereitest, oder einfach neugierig bist, wie die Vergangenheit unsere Gegenwart prägt. Wir werden uns anschauen, was genau passiert ist, warum es passiert ist und welche Folgen dieser Krieg hatte.

Die Vorgeschichte: Ein Pulverfass Europa

Um den Deutsch-Französischen Krieg zu verstehen, müssen wir ein bisschen zurückblicken. Im 19. Jahrhundert war Europa ein kompliziertes Geflecht aus Königreichen, Kaiserreichen und Herzogtümern. Der Nationalismus, also das Gefühl, zu einer Nation zu gehören und stolz darauf zu sein, war überall am Wachsen. Menschen, die sich als Deutsche fühlten, wollten einen eigenen Nationalstaat, und genauso ging es den Italienern. Frankreich, unter Kaiser Napoleon III., sah sich als die führende Macht auf dem Kontinent und war misstrauisch gegenüber dem wachsenden Preußen.

Preußen, unter Führung von Otto von Bismarck, dem genialen und gerissenen preußischen Ministerpräsidenten, hatte bereits in Kriegen gegen Dänemark (1864) und Österreich (1866) seine militärische Stärke bewiesen. Bismarck hatte das Ziel, die deutschen Staaten unter preußischer Führung zu einen, und er wusste, dass ein Krieg gegen Frankreich ihm dabei helfen könnte. Frankreich wiederum sah Preußen als Bedrohung seiner Vormachtstellung und suchte nach einem Vorwand, um Preußen in die Schranken zu weisen. Die Stimmung war also geladen und ein Funke genügte, um das Pulverfass Europa zur Explosion zu bringen.

Der Zündfunke: Die Emser Depesche

Dieser Funke war die Emser Depesche. Spanien suchte einen neuen König und ein Prinz aus dem Hause Hohenzollern, dem preußischen Königshaus, wurde als Kandidat gehandelt. Frankreich sah darin eine Einkreisung durch Preußen und forderte von König Wilhelm I. von Preußen die Zusicherung, dass die Hohenzollern-Prinzen für immer auf den spanischen Thron verzichten würden. König Wilhelm traf den französischen Botschafter in Bad Ems, einem Kurort, und lehnte die französische Forderung ab.

Bismarck nutzte diese Situation geschickt aus. Er verkürzte und bearbeitete den Bericht über das Treffen, die sogenannte Emser Depesche, so, dass sie sowohl für die Franzosen als auch für die Deutschen beleidigend wirkte. Als die Depesche veröffentlicht wurde, fühlte sich Frankreich provoziert und erklärte Preußen am 19. Juli 1870 den Krieg.

Der Kriegsverlauf: Deutsche Siege und Französische Niederlagen

Der Krieg verlief für Frankreich katastrophal. Die preußische Armee, unterstützt von den Armeen der anderen deutschen Staaten, war besser organisiert, besser ausgerüstet und besser geführt. Die deutschen Truppen drangen schnell in Frankreich ein und errangen eine Reihe von entscheidenden Siegen. Zu den wichtigsten Schlachten gehören:

  • Schlacht von Weißenburg (4. August 1870): Ein früher deutscher Sieg, der den Vormarsch in Frankreich ermöglichte.
  • Schlacht von Wörth (6. August 1870): Ein weiterer deutscher Sieg, der die französische Armee weiter schwächte.
  • Schlacht von Gravelotte (18. August 1870): Eine blutige Schlacht, die aber letztendlich zu einem deutschen Sieg führte.
  • Schlacht von Sedan (1. September 1870): Die entscheidende Schlacht des Krieges. Die französische Armee wurde eingekesselt und Kaiser Napoleon III. geriet in Gefangenschaft.

Nach der Schlacht von Sedan wurde in Paris die Republik ausgerufen und die französische Armee setzte den Kampf fort. Doch auch diese Versuche waren letztendlich erfolglos. Paris wurde belagert und hungerte aus. Im Januar 1871 musste Frankreich kapitulieren.

Es war ein kurzer, aber sehr verlustreicher Krieg. Die deutsche Überlegenheit in Organisation und Taktik war ausschlaggebend. Die Franzosen unterschätzten die Stärke der preußischen Armee und waren schlecht auf den Krieg vorbereitet.

Die Folgen: Ein Deutsches Reich und ein Gedemütigtes Frankreich

Der Deutsch-Französische Krieg hatte weitreichende Folgen für Europa und die Welt. Die wichtigsten Konsequenzen waren:

  • Gründung des Deutschen Reiches: Am 18. Januar 1871 wurde im Spiegelsaal von Versailles, dem ehemaligen Machtzentrum Frankreichs, das Deutsche Reich gegründet. Der preußische König Wilhelm I. wurde zum Deutschen Kaiser proklamiert. Dies war Bismarcks Meisterleistung und ein Wendepunkt in der deutschen Geschichte.
  • Annexion von Elsass-Lothringen: Frankreich musste Elsass-Lothringen an Deutschland abtreten. Diese Gebiete waren strategisch wichtig und hatten sowohl eine deutsche als auch eine französische Bevölkerung. Die Annexion von Elsass-Lothringen wurde zu einem ständigen Streitpunkt zwischen Deutschland und Frankreich und trug maßgeblich zur Entstehung des Ersten Weltkriegs bei.
  • Kriegsentschädigung: Frankreich musste eine hohe Kriegsentschädigung an Deutschland zahlen. Diese Entschädigung schwächte die französische Wirtschaft und stärkte die deutsche Wirtschaft.
  • Gedemütigtes Frankreich: Der Krieg und die damit verbundenen Demütigungen hinterließen tiefe Wunden in der französischen Seele. Der Wunsch nach Revanche, nach Rache für die Niederlage und den Verlust von Elsass-Lothringen, prägte die französische Politik in den folgenden Jahrzehnten.
  • Veränderung des Kräfteverhältnisses in Europa: Das Deutsche Reich wurde zur dominierenden Macht in Europa. Frankreich verlor seine Vormachtstellung und musste sich neu orientieren. Das Kräfteverhältnis in Europa war nun ein anderes, was zu Spannungen und Konflikten führte.

Der Krieg hatte auch soziale und kulturelle Folgen. Er trug zur Stärkung des Nationalismus in Deutschland und Frankreich bei. Er führte zu einer Militarisierung der Gesellschaft und zu einer Verherrlichung des Krieges. Und er schuf eine Atmosphäre des Misstrauens und der Feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich, die lange anhalten sollte.

Der Vertrag von Frankfurt: Der Friede, der keiner war

Der Friedensvertrag wurde am 10. Mai 1871 in Frankfurt am Main unterzeichnet. Er besiegelte die Niederlage Frankreichs und bestätigte die Gründung des Deutschen Reiches. Der Vertrag war für Frankreich sehr hart und trug dazu bei, die Feindschaft zwischen den beiden Ländern weiter zu vertiefen. Viele Historiker sehen den Vertrag von Frankfurt als einen der Gründe für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Warum war der Krieg so wichtig?

Der Deutsch-Französische Krieg war ein entscheidender Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Er markierte das Ende der französischen Vormachtstellung und den Aufstieg des Deutschen Reiches. Er schuf eine neue politische Ordnung in Europa, die von Spannungen und Konflikten geprägt war. Er legte den Grundstein für den Ersten Weltkrieg. Und er beeinflusste die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich bis heute.

Denk mal darüber nach: Ein Streit zwischen zwei Ländern, der so eskaliert, dass er die ganze Welt verändert. Das ist die Macht der Geschichte. Und deshalb ist es so wichtig, sie zu verstehen.

Der Krieg und seine Lehren für uns

Was können wir aus dem Deutsch-Französischen Krieg lernen? Wir können lernen, wie gefährlich Nationalismus und Militarismus sein können. Wir können lernen, wie wichtig es ist, Konflikte friedlich zu lösen. Wir können lernen, wie wichtig es ist, die Geschichte zu kennen, um die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu gestalten.

Der Krieg zeigt uns auch, wie wichtig es ist, Vorurteile abzubauen und Brücken zu bauen. Hass und Feindschaft führen nur zu Leid und Zerstörung. Frieden und Zusammenarbeit sind der einzige Weg, um eine bessere Welt zu schaffen.

Fazit: Ein Krieg, der die Welt veränderte

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 war mehr als nur eine militärische Auseinandersetzung. Er war ein Katalysator für Veränderungen in Europa und der Welt. Er schuf ein neues Deutsches Reich, zerstörte die französische Vormachtstellung und legte den Grundstein für den Ersten Weltkrieg. Er lehrte uns die Gefahren des Nationalismus und Militarismus und die Bedeutung von Frieden und Zusammenarbeit.

Indem wir uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen, können wir die Gegenwart besser verstehen und die Zukunft besser gestalten. Der Deutsch-Französische Krieg ist ein mahnendes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Konflikte nicht friedlich gelöst werden. Er ist aber auch eine Erinnerung daran, dass wir alle die Verantwortung haben, für eine bessere Welt zu arbeiten.

Ich hoffe, dieser Artikel hat dir geholfen, den Deutsch-Französischen Krieg besser zu verstehen. Geschichte ist mehr als nur Jahreszahlen und Schlachten. Sie ist ein Spiegel unserer Menschlichkeit und ein Wegweiser für die Zukunft.

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