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Diktat Zur Nominalisierung Von Verben Und Adjektiven


Diktat Zur Nominalisierung Von Verben Und Adjektiven

Kennen Sie das Gefühl, wenn ein Text sich anfühlt, als würde man durch Treibsand waten? Schwerfällig, kompliziert, ermüdend? Oftmals ist die Ursache eine übermäßige Nominalisierung – die Verwandlung von Verben und Adjektiven in Substantive. Ein Phänomen, das nicht nur die Lesbarkeit beeinträchtigt, sondern auch die eigentliche Botschaft verschleiern kann. Wir alle, egal ob Studierende, Berufstätige oder einfach nur Menschen, die Informationen aufnehmen wollen, leiden unter Texten, die unnötig kompliziert formuliert sind. Es ist an der Zeit, dieses Problem anzugehen.

Was ist "Diktat zur Nominalisierung" überhaupt?

Der Begriff, oft scherzhaft verwendet, beschreibt die Tendenz, in Texten Verben und Adjektive durch Nomen zu ersetzen. Anstatt zu schreiben "Wir arbeiten effizient", schreibt man dann beispielsweise "Wir verfolgen eine effiziente Arbeitsweise". Auf den ersten Blick mag das harmlos erscheinen, aber die kumulativen Auswirkungen können verheerend sein.

Ein Beispiel:

"Die Durchführung der Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit ist von großer Bedeutung."

Klingt kompliziert, oder? Vereinfacht könnte man sagen: "Es ist wichtig, zu überprüfen, ob die Maßnahmen die Sicherheit verbessern." Deutlich direkter und verständlicher.

Warum passiert das?

Es gibt verschiedene Gründe für diese Tendenz:

  • Der Wunsch nach Objektivität: In wissenschaftlichen oder offiziellen Texten soll oft ein Eindruck von Distanz und Objektivität erzeugt werden. Nominalisierung wird hier als Mittel gesehen, um Handlungen zu "entpersonalisieren".
  • Tradition: In einigen Fachbereichen ist Nominalisierung schlichtweg eine etablierte Konvention. Man orientiert sich an bestehenden Texten und übernimmt deren Stil.
  • Unsicherheit: Manchmal verstecken sich Autoren hinter Nominalkonstruktionen, um Verantwortung zu vermeiden oder Unsicherheiten zu kaschieren.
  • Schlechte Angewohnheit: Oftmals ist es einfach eine schlechte Angewohnheit, die sich im Laufe der Zeit eingeschlichen hat.

Die realen Auswirkungen von Nominalisierung

Die Folgen des "Diktats zur Nominalisierung" sind weitreichend. Es betrifft nicht nur akademische Kreise, sondern jeden, der Texte liest und versteht. Stellen Sie sich vor:

  • Unverständliche Bedienungsanleitungen: Ein nominalisierter Text macht es schwer, die eigentlichen Handlungsanweisungen zu erkennen. Das führt zu Frustration und Fehlbedienungen.
  • Verwirrende Gesetzesentwürfe: Komplexe Satzkonstruktionen und übermäßige Nominalisierung erschweren das Verständnis von Gesetzen. Dies beeinträchtigt die Transparenz und Rechtsstaatlichkeit.
  • Ineffiziente Kommunikation am Arbeitsplatz: Unklare Anweisungen und Berichte führen zu Missverständnissen, Verzögerungen und letztendlich zu wirtschaftlichen Verlusten.
  • Schwierigkeiten im Studium: Studierende, die sich durch nominalisierte Fachtexte kämpfen müssen, benötigen mehr Zeit und Energie, um den Inhalt zu verstehen. Dies kann zu schlechteren Noten und Frustration führen.

Kurz gesagt: Nominalisierung macht Texte schwerfälliger, unpräziser und weniger einprägsam. Es behindert die Kommunikation und erschwert das Verständnis.

Gegenargumente und ihre Widerlegung

Manche argumentieren, dass Nominalisierung in bestimmten Kontexten notwendig sei, um Präzision und Objektivität zu gewährleisten. Sie verweisen darauf, dass bestimmte Fachtermini nun einmal nominalisiert sind und eine Umformulierung zu Ungenauigkeiten führen könnte. Zum Beispiel könnte die Konzeptionierung eines Produkts präziser sein, als zu sagen "etwas entwerfen".

Dieses Argument ist jedoch nur bedingt stichhaltig. Präzision muss nicht zwangsläufig mit Nominalisierung einhergehen. Oftmals ist das Gegenteil der Fall. Konkrete Verben und aktive Formulierungen können die Bedeutung sogar noch deutlicher machen. Im Zweifel sollte man immer die Verständlichkeit des Textes in den Vordergrund stellen.

Ein weiteres Argument ist, dass Nominalisierung den Text eleganter und wissenschaftlicher klingen lässt. Das mag subjektiv stimmen, aber die vermeintliche Eleganz geht oft auf Kosten der Klarheit. Ein klarer, verständlicher Text ist in der Regel wirkungsvoller als ein verschwurbelter, aber vermeintlich eleganter Text.

Lösungsansätze und praktische Tipps

Was können wir also tun, um dem "Diktat zur Nominalisierung" entgegenzuwirken? Hier sind einige praktische Tipps:

  • Verben statt Nomen: Ersetzen Sie nominalisierte Ausdrücke durch das zugrunde liegende Verb. Statt "Die Durchführung einer Analyse" schreiben Sie "Wir analysieren".
  • Aktiv statt Passiv: Verwenden Sie aktive Formulierungen, um den Handelnden deutlich zu machen. Statt "Die Entscheidung wurde getroffen" schreiben Sie "Wir haben entschieden".
  • Fragen Sie sich: Könnte ich diesen Satz einfacher formulieren? Gibt es ein passendes Verb für dieses Nomen?
  • Kürzen Sie: Oftmals lassen sich nominalisierte Ausdrücke einfach weglassen, ohne den Inhalt zu verändern.
  • Lesen Sie Ihren Text laut vor: So erkennen Sie holprige Stellen und Nominalkonstruktionen leichter.
  • Bitten Sie um Feedback: Lassen Sie Ihren Text von anderen lesen und fragen Sie nach, ob er verständlich ist.
  • Nutzen Sie Tools: Es gibt Online-Tools und Programme, die Nominalisierungen in Texten erkennen können.

Ein Beispiel:

Nominalisiert: "Die Antragstellung auf Förderung der Bildungsmaßnahmen ist erforderlich."
Verbessert: "Sie müssen einen Antrag stellen, um die Bildungsmaßnahmen zu fördern."

Oder:

Nominalisiert: "Es erfolgt eine Bewertung der Effektivität."
Verbessert: "Wir bewerten, ob es effektiv ist."

Die langfristige Perspektive

Die Bekämpfung des "Diktats zur Nominalisierung" ist ein fortlaufender Prozess. Es erfordert ein Umdenken im Schreibstil und eine Sensibilisierung für die Auswirkungen von übermäßiger Nominalisierung. Wir müssen uns bewusst machen, dass klare, verständliche Kommunikation entscheidend ist für den Erfolg – sei es im Studium, im Beruf oder im Alltag.

Indem wir aktiv gegen Nominalisierung vorgehen, können wir die Lesbarkeit von Texten verbessern, die Kommunikation erleichtern und letztendlich zu einem besseren Verständnis beitragen. Es ist ein kleiner Schritt mit großer Wirkung.

Fazit

Das "Diktat zur Nominalisierung" ist eine Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen. Durch bewusste Sprachgestaltung und den Einsatz einfacher Formulierungen können wir Texte zugänglicher und verständlicher machen. Es liegt an uns, die Macht der Verben und Adjektive wiederzuentdecken und die Nominalisierung auf ein Minimum zu reduzieren.

Was werden Sie konkret tun, um in Zukunft klarer und verständlicher zu schreiben?

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