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Erkältung In Schwangerschaft Was Hilft


Erkältung In Schwangerschaft Was Hilft

Es ist der denkbar ungünstigste Zeitpunkt: Eine Erkältung während der Schwangerschaft. Die Nase läuft, der Hals kratzt und man fühlt sich einfach nur schlapp. Als werdende Mutter macht man sich natürlich sofort Sorgen: Was ist gut für mich und mein Baby? Welche Medikamente sind erlaubt und welche absolut tabu? Keine Panik! Viele Frauen erleben während ihrer Schwangerschaft eine oder sogar mehrere Erkältungen. Wir erklären Ihnen, was Sie tun können, um die Beschwerden auf sanfte und sichere Weise zu lindern.

Warum bin ich in der Schwangerschaft anfälliger für Erkältungen?

Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper einer Frau enorm. Das Immunsystem wird heruntergefahren, um zu verhindern, dass der Körper das Baby abstößt. Diese Immunsuppression macht Sie anfälliger für Infektionen, darunter auch Erkältungen. Hinzu kommt, dass die Schleimhäute stärker durchblutet sind, was zu einer Anschwellung der Nasenschleimhaut führen kann – eine sogenannte Schwangerschaftsrhinitis, die sich oft wie eine Erkältung anfühlt, aber keine ist. Tatsächlich leiden Studien zufolge bis zu 30% der Schwangeren unter einer Schwangerschaftsrhinitis (Quelle: "American Journal of Rhinology & Allergy").

Zusätzlich spielt der erhöhte Stresslevel, sowohl körperlich als auch emotional, eine Rolle. Stress schwächt das Immunsystem zusätzlich und erhöht die Anfälligkeit für Infektionen.

Was tun bei einer Erkältung in der Schwangerschaft?

Das Wichtigste zuerst: Selbstmedikation ist während der Schwangerschaft immer kritisch zu betrachten! Bevor Sie zu Medikamenten greifen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Hebamme konsultieren. Viele gängige Erkältungsmittel, die rezeptfrei erhältlich sind, können Inhaltsstoffe enthalten, die für Ihr ungeborenes Kind schädlich sein könnten. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf natürliche Heilmittel und bewährte Hausmittel.

1. Ruhe und Entspannung

Ihr Körper braucht jetzt alle Energie, um mit der Infektion fertig zu werden. Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Schlaf. Legen Sie sich hin, lesen Sie ein Buch oder hören Sie entspannende Musik. Versuchen Sie, Stress zu vermeiden und sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen.

2. Viel Trinken

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist essenziell, um die Schleimhäute feucht zu halten und den Schleim zu verflüssigen. Trinken Sie mindestens 2-3 Liter Wasser, ungesüßten Tee oder verdünnte Säfte pro Tag. Besonders empfehlenswert sind Kräutertees wie Kamille, Ingwer oder Lindenblüte. Achten Sie jedoch darauf, dass einige Kräuter in der Schwangerschaft nur in Maßen konsumiert werden sollten. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt oder Apotheker.

3. Inhalieren

Inhalationen mit heißem Wasserdampf oder Salzwasser können helfen, die Atemwege zu befreien und die Schleimhäute zu befeuchten. Geben Sie einige Tropfen ätherisches Öl wie Eukalyptus- oder Pfefferminzöl in das Wasser (aber Vorsicht: nicht alle ätherischen Öle sind in der Schwangerschaft geeignet! Vermeiden Sie beispielsweise Kampfer). Decken Sie sich mit einem Handtuch über den Kopf und atmen Sie tief ein und aus. Wiederholen Sie dies mehrmals täglich.

4. Nasenspülungen

Nasenspülungen mit einer Kochsalzlösung sind eine sanfte und effektive Methode, um die Nase von Schleim und Krankheitserregern zu befreien. Sie können eine Nasendusche in der Apotheke kaufen oder die Lösung selbst herstellen (1 Teelöffel Salz auf 1 Liter abgekochtes Wasser). Spülen Sie die Nase mehrmals täglich.

5. Luftfeuchtigkeit erhöhen

Trockene Heizungsluft kann die Schleimhäute zusätzlich austrocknen und die Beschwerden verschlimmern. Stellen Sie Luftbefeuchter auf oder hängen Sie feuchte Tücher über die Heizung. Auch das Aufstellen einer Schale mit Wasser kann helfen.

6. Halswickel

Bei Halsschmerzen können Halswickel Linderung verschaffen. Sie können zwischen warmen und kalten Wickeln wählen, je nachdem, was Ihnen angenehmer ist. Für einen warmen Wickel tränken Sie ein Tuch in warmem Wasser, wringen es aus und legen es um den Hals. Decken Sie es mit einem trockenen Tuch ab. Für einen kalten Wickel verwenden Sie kaltes Wasser. Lassen Sie den Wickel so lange einwirken, bis er sich nicht mehr warm oder kalt anfühlt.

7. Hühnersuppe

Omas Geheimrezept hat tatsächlich eine wissenschaftliche Grundlage! Hühnersuppe enthält Inhaltsstoffe, die entzündungshemmend wirken und die Schleimhäute befeuchten. Eine Studie der University of Nebraska Medical Center hat gezeigt, dass Hühnersuppe die Bewegung von Neutrophilen (einer Art von weißen Blutkörperchen) hemmt, was zu einer Verringerung der Entzündung führen kann (Quelle: "Chest").

8. Ingwer

Ingwer wirkt entzündungshemmend und schleimlösend. Sie können Ingwertee trinken oder frischen Ingwer in Ihre Mahlzeiten einbauen. Achten Sie jedoch darauf, Ingwer in Maßen zu konsumieren, da er in hohen Dosen Wehen auslösen kann.

9. Honig

Honig wirkt antibakteriell und beruhigend bei Halsschmerzen. Ein Löffel Honig pur oder in warmem Tee kann die Beschwerden lindern. Achtung: Geben Sie Babys unter einem Jahr keinen Honig, da er Botulismussporen enthalten kann.

10. Ausreichend Vitamine

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist wichtig für ein starkes Immunsystem. Achten Sie besonders auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C und Zink. Vitamin C ist in Zitrusfrüchten, Paprika und Brokkoli enthalten. Zink findet sich in Fleisch, Fisch und Nüssen. In der Schwangerschaft sollte die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln jedoch immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

Was ist mit Medikamenten?

Wie bereits erwähnt, sollten Sie während der Schwangerschaft sehr vorsichtig mit Medikamenten sein. Viele gängige Erkältungsmittel sind nicht geeignet. Es gibt jedoch einige wenige Medikamente, die nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme eingenommen werden können:

  • Paracetamol: Gegen Fieber und Schmerzen ist Paracetamol in der Regel das Mittel der Wahl. Es sollte jedoch nur kurzzeitig und in der niedrigstmöglichen Dosierung eingenommen werden.
  • Nasensprays mit Kochsalzlösung: Diese sind unbedenklich und helfen, die Nase zu befreien.
  • Bestimmte pflanzliche Mittel: Einige pflanzliche Mittel wie Umckaloabo oder Gelomyrtol forte können nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Vermeiden Sie unbedingt folgende Medikamente:

  • ASS (Acetylsalicylsäure): Kann Blutungen verursachen und das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft erhöhen.
  • Ibuprofen und Diclofenac: Sollten besonders im letzten Trimester vermieden werden, da sie den Blutkreislauf des Babys beeinträchtigen können.
  • Kombinationspräparate: Viele Erkältungsmittel enthalten eine Kombination aus verschiedenen Wirkstoffen, die für Schwangere nicht geeignet sind.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen ist eine Erkältung in der Schwangerschaft harmlos und klingt nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Es gibt jedoch einige Symptome, bei denen Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten:

  • Hohes Fieber (über 38,5°C): Fieber kann für das Baby gefährlich sein und sollte unbedingt behandelt werden.
  • Starke Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen: Diese können auf eine ernstere Erkrankung hindeuten.
  • Atemnot oder Brustschmerzen: Dies könnten Anzeichen einer Lungenentzündung sein.
  • Gelblich-grüner Auswurf: Kann auf eine bakterielle Infektion hindeuten, die mit Antibiotika behandelt werden muss.
  • Verschlimmerung der Symptome nach einigen Tagen: Wenn sich Ihre Beschwerden nicht bessern oder sogar schlimmer werden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, auf Ihren Körper zu hören und im Zweifelsfall lieber einmal zu viel zum Arzt zu gehen. Er kann Ihnen die richtige Behandlung empfehlen und sicherstellen, dass es Ihnen und Ihrem Baby gut geht.

Vorbeugung ist besser als Heilung

Auch wenn man sich nicht immer vor einer Erkältung schützen kann, gibt es einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihr Immunsystem zu stärken und das Risiko einer Infektion zu reduzieren:

  • Häufiges Händewaschen: Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Seife und Wasser, besonders nach dem Kontakt mit öffentlichen Oberflächen.
  • Abstand halten: Vermeiden Sie engen Kontakt zu erkrankten Personen.
  • Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse.
  • Ausreichend Schlaf: Schlafen Sie ausreichend, um Ihr Immunsystem zu stärken.
  • Stress vermeiden: Versuchen Sie, Stress abzubauen und sich regelmäßig zu entspannen.
  • Regelmäßige Bewegung: Moderate Bewegung an der frischen Luft stärkt das Immunsystem.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine Erkältung in der Schwangerschaft ist zwar unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos. Mit Ruhe, viel Flüssigkeit, Inhalationen und anderen Hausmitteln können Sie die Beschwerden lindern. Bei starken Symptomen oder Unsicherheiten sollten Sie jedoch immer Ihren Arzt oder Ihre Hebamme konsultieren. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise, um Ihr Immunsystem zu stärken und das Risiko einer Erkältung zu minimieren. Und denken Sie daran: Auch wenn Sie sich gerade nicht wohlfühlen, tun Sie alles für Ihr Baby!

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