Erste Hilfe Bei Allergischem Schock
Ein allergischer Schock ist eine akute, lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf einen Allergenkontakt. Er erfordert sofortiges Handeln, um schwerwiegende Folgen zu verhindern. Die Reaktion kann innerhalb von Minuten oder sogar Sekunden nach Allergenexposition auftreten. Die Symptome können rasch fortschreiten und lebensbedrohlich werden.
Schritt 1: Symptome erkennen. Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- Hauterscheinungen: Starker Juckreiz, Rötung, Nesselsucht (Quaddeln).
- Atembeschwerden: Engegefühl im Hals, pfeifende Atmung, Atemnot.
- Kreislaufprobleme: Schwindel, Schwäche, Bewusstlosigkeit.
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
Schritt 2: Notruf absetzen (112). Informieren Sie den Rettungsdienst über den Verdacht auf einen allergischen Schock. Geben Sie alle relevanten Informationen an, wie z.B. die vermutete Ursache (z.B. Insektenstich, Lebensmittelallergie), die Symptome und den Zustand der Person. Beschreiben Sie die Situation klar und präzise. Machen Sie deutlich, dass es sich um einen Notfall handelt.
Schritt 3: Allergenzufuhr stoppen. Versuchen Sie, die weitere Aufnahme des Allergens zu verhindern. Falls es sich um einen Insektenstich handelt, entfernen Sie den Stachel vorsichtig. Bei einer Lebensmittelallergie sollte die Person nichts weiter essen oder trinken. Vermeiden Sie unnötige Bewegungen oder Manipulationen, die die Situation verschlimmern könnten.
Schritt 4: Notfallset verabreichen (falls vorhanden). Viele Allergiker tragen ein Notfallset mit sich, das ein Adrenalin-Autoinjektor enthält. Helfen Sie der Person, den Autoinjektor gemäß den Anweisungen zu verabreichen. Die Injektion erfolgt in den Oberschenkelmuskel. Massieren Sie die Injektionsstelle danach kurz. Beispiel: Ein Kind mit bekannter Bienenstichallergie wird gestochen. Die Eltern verabreichen sofort den Adrenalin-Autoinjektor. Das Adrenalin hilft, die Symptome zu lindern, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Schritt 5: Stabile Seitenlage. Falls die Person bewusstlos wird, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage, um zu verhindern, dass sie an Erbrochenem erstickt. Überprüfen Sie regelmäßig Atmung und Puls. Beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, falls die Atmung aussetzt.
Schritt 6: Beruhigen und beobachten. Beruhigen Sie die betroffene Person, soweit möglich. Angst und Panik können die Symptome verschlimmern. Beobachten Sie die Person kontinuierlich, bis der Rettungsdienst eintrifft. Notieren Sie sich die Zeitpunkte der Symptomentwicklung und der durchgeführten Maßnahmen. Diese Informationen sind für den Rettungsdienst wichtig.
Praktische Anwendung 1: In der Schule kann ein Kind einen allergischen Schock erleiden, nachdem es versehentlich ein Lebensmittel mit Nüssen gegessen hat. Schnelles Erkennen der Symptome und die sofortige Verabreichung des Notfallsets können lebensrettend sein.
Praktische Anwendung 2: Auf einer Wanderung wird eine Person von einer Wespe gestochen und zeigt Anzeichen eines allergischen Schocks. Die Kenntnis der Erste-Hilfe-Maßnahmen ermöglicht es den Begleitern, sofort zu handeln und den Notruf abzusetzen, während sie die Person stabilisieren, bis der Rettungsdienst eintrifft.
