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Etymologisches Wörterbuch Der Deutschen Sprache


Etymologisches Wörterbuch Der Deutschen Sprache

Das Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache, oft einfach als "Kluge" bezeichnet (nach seinem Begründer Friedrich Kluge), ist ein Standardwerk der germanistischen Linguistik. Es bietet einen umfassenden Überblick über die Herkunft und Entwicklung der deutschen Wörter. Im Folgenden werden wir uns eingehender mit diesem bedeutenden Nachschlagewerk beschäftigen und seine wichtigsten Aspekte beleuchten.

Die Bedeutung der Etymologie

Die Etymologie, die Lehre von der Herkunft und Geschichte der Wörter, ist ein faszinierendes Feld. Sie erlaubt uns, die oft überraschenden Verbindungen zwischen scheinbar unterschiedlichen Wörtern zu erkennen und die kulturellen und historischen Einflüsse auf unsere Sprache zu verstehen. Das Etymologische Wörterbuch ist somit mehr als nur ein Wörterbuch; es ist ein Fenster in die Vergangenheit.

Warum ist Etymologie wichtig?

Etymologie hilft uns:

  • Sprachwandel zu verstehen: Wie sich die Bedeutung von Wörtern im Laufe der Zeit verändert hat.
  • Kulturelle Einflüsse zu erkennen: Welche Sprachen und Kulturen die deutsche Sprache beeinflusst haben.
  • Die eigene Sprache bewusster zu nutzen: Ein tieferes Verständnis für die Bedeutung und den Kontext von Wörtern zu entwickeln.
  • Fehler zu vermeiden: Missverständnisse aufgrund unklarer Wortbedeutungen zu reduzieren.

Das Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache (Kluge)

Friedrich Kluge veröffentlichte die erste Auflage seines Etymologischen Wörterbuchs im Jahr 1883. Seitdem ist es mehrfach überarbeitet und erweitert worden. Es gilt als das maßgebliche Werk für die Etymologie der deutschen Sprache.

Was findet man im Kluge?

Der Kluge bietet für jedes Stichwort folgende Informationen:

  • Herkunft: Die ursprüngliche Form des Wortes und seine Bedeutung in der Ursprungssprache.
  • Entwicklung: Wie sich das Wort im Laufe der Zeit verändert hat, sowohl in Bezug auf die Form als auch auf die Bedeutung.
  • Verbindungen: Verwandte Wörter in anderen Sprachen und im Deutschen selbst.
  • Belege: Früheste schriftliche Belege für die Verwendung des Wortes.
  • Bedeutungsnuancen: Unterschiedliche Bedeutungen des Wortes im Laufe der Zeit.

Wie ist der Kluge aufgebaut?

Die Einträge im Kluge sind in der Regel chronologisch aufgebaut. Sie beginnen mit der ältesten bekannten Form des Wortes und verfolgen dann seine Entwicklung bis zur heutigen Bedeutung. Dabei werden auch die verschiedenen Sprachstufen berücksichtigt, wie z.B. Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch.

Die Einträge sind oft sehr detailliert und enthalten zahlreiche Querverweise auf andere Wörter. Dies ermöglicht es dem Leser, die komplexen Zusammenhänge zwischen den Wörtern besser zu verstehen.

Beispiele aus dem Kluge

Um die Arbeitsweise des Kluge zu verdeutlichen, betrachten wir einige Beispiele:

Beispiel 1: Das Wort "Fenster"

Der Kluge erklärt, dass das Wort "Fenster" auf das lateinische Wort "fenestra" zurückgeht. Dieses wiederum ist vermutlich verwandt mit dem griechischen Wort "phainein" (erscheinen, scheinen). Die ursprüngliche Bedeutung von "Fenster" war also wahrscheinlich "das, was Licht hereinlässt".

"Fenster, ahd. *fenstar*, mhd. venster, aus lat. fenestra. Vermutlich zu gr. *phainein* (scheinen)."

Beispiel 2: Das Wort "Buch"

Der Kluge erklärt, dass das Wort "Buch" auf das germanische Wort "*bōks*" zurückgeht. Dieses bezeichnete ursprünglich die germanische Buche. Die germanischen Völker ritzten ihre Runen in Buchenholz, daher die Verbindung zwischen Baum und Schrift.

"Buch, ahd. buoh, mhd. buoch, germ. *bōks* (Buche). Die ältesten Schriftzeichen wurden in Buchenholz geritzt."

Beispiel 3: Das Wort "Schreiben"

Das Verb "schreiben" leitet sich laut Kluge vom althochdeutschen "scriban" ab, welches seinerseits vom lateinischen "scribere" (schreiben) entlehnt ist. Interessant ist, dass "scribere" ursprünglich "ritzen" bedeutete, was wiederum auf die frühe Verwendung von Schreibgeräten zum Ritzen in Ton oder Wachs hindeutet.

"Schreiben, ahd. scriban, mhd. schrīben, entlehnt aus lat. scribere (schreiben, ritzen)."

Kritik am Kluge

Obwohl der Kluge ein Standardwerk ist, ist er nicht frei von Kritik. Einige Linguisten bemängeln, dass einige Etymologien veraltet sind und durch neuere Forschungsergebnisse widerlegt wurden. Andere kritisieren, dass der Kluge manchmal zu spekulativ ist und nicht genügend Beweise für seine etymologischen Behauptungen liefert. Dennoch bleibt der Kluge eine unverzichtbare Ressource für jeden, der sich für die Geschichte der deutschen Sprache interessiert.

Die Bedeutung des Kluge heute

In einer Zeit, in der die Globalisierung und die Digitalisierung die Sprache verändern, ist es wichtiger denn je, die Herkunft und Entwicklung unserer Wörter zu kennen. Der Kluge hilft uns, die komplexen Zusammenhänge zwischen Sprache, Kultur und Geschichte zu verstehen. Er ist ein wertvolles Werkzeug für Sprachwissenschaftler, Studenten, Lehrer und alle, die sich für die deutsche Sprache begeistern.

Der Kluge ist auch online verfügbar, was den Zugang zu diesem wertvollen Wissen noch einfacher macht. Nutzen Sie diese Ressource, um Ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen und die faszinierende Welt der Etymologie zu entdecken!

Die Beschäftigung mit dem Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache ist nicht nur eine intellektuelle Übung, sondern auch eine Möglichkeit, die eigene sprachliche Identität zu stärken und die Vielfalt und den Reichtum der deutschen Sprache zu schätzen.

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