Folsäure Wie Lange In Der Schwangerschaft
Was ist Folsäure?
Folsäure ist ein Vitamin. Genauer gesagt, ein B-Vitamin. Vitamine sind Stoffe, die unser Körper braucht. Er kann sie aber oft nicht selbst herstellen.
Wir müssen Vitamine also mit der Nahrung aufnehmen. Folsäure ist wichtig für viele Prozesse im Körper. Sie hilft bei der Zellteilung und beim Wachstum.
Manchmal wird Folsäure auch Folat genannt. Folat ist die natürliche Form, die in Lebensmitteln vorkommt. Folsäure ist die synthetische Form, die in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten ist. Der Körper kann Folsäure leichter aufnehmen.
Warum ist Folsäure in der Schwangerschaft so wichtig?
Während der Schwangerschaft braucht der Körper mehr Folsäure. Das Baby wächst und entwickelt sich. Dafür benötigt es viele Nährstoffe, auch Folsäure.
Folsäure hilft, Neuralrohrdefekte zu verhindern. Das Neuralrohr ist der Vorläufer des Gehirns und des Rückenmarks. Wenn es sich nicht richtig schließt, kann es zu Fehlbildungen kommen. Eine ausreichende Folsäureversorgung kann dieses Risiko senken.
Ein Beispiel: Stell dir vor, du baust ein Haus. Die Grundmauern müssen stabil sein. Folsäure hilft, dass die „Grundmauern“ des Babys, also das Neuralrohr, stabil sind.
Wie lange sollte man Folsäure in der Schwangerschaft einnehmen?
Idealerweise beginnst du mit der Folsäureeinnahme, bevor du schwanger wirst. Also sobald du planst, schwanger zu werden.
Empfohlen wird, mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft mit der Einnahme zu beginnen. Das liegt daran, dass sich das Neuralrohr sehr früh in der Schwangerschaft schließt. Oft, bevor du überhaupt weißt, dass du schwanger bist.
Die Empfehlung lautet, die Folsäureeinnahme bis zum Ende des ersten Drittels der Schwangerschaft fortzusetzen. Das entspricht etwa der 12. Schwangerschaftswoche.
Warum nur bis zum Ende des ersten Drittels?
Das Neuralrohr schließt sich in den ersten Wochen der Schwangerschaft. Nach der 12. Woche ist dieser Prozess abgeschlossen. Der Bedarf an Folsäure ist dann zwar noch da, aber nicht mehr so hoch, wie zu Beginn.
Viele Ärzte empfehlen aber, die Folsäureeinnahme auch über das erste Drittel hinaus fortzusetzen. Besonders, wenn du dich nicht optimal ernährst. Sprich am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin darüber.
Denke daran: Eine ausgewogene Ernährung ist immer wichtig. Auch nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft. Folsäure ist in vielen Lebensmitteln enthalten, zum Beispiel in grünem Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten.
Wie viel Folsäure sollte man einnehmen?
Die empfohlene Tagesdosis für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere beträgt 400 Mikrogramm Folsäure.
Es gibt auch Präparate mit höherer Dosierung. Diese sind aber nur in bestimmten Fällen sinnvoll. Zum Beispiel, wenn du bereits ein Kind mit einem Neuralrohrdefekt hast. Oder wenn du bestimmte Medikamente einnimmst. Besprich das immer mit deinem Arzt.
Achte darauf, nicht zu viel Folsäure einzunehmen. Eine Überdosierung ist zwar selten, kann aber trotzdem unerwünschte Nebenwirkungen haben.
Was passiert, wenn man keine Folsäure eingenommen hat?
Wenn du keine Folsäure eingenommen hast, ist das nicht gleich ein Weltuntergang. Aber das Risiko für Neuralrohrdefekte steigt. Sprich so schnell wie möglich mit deinem Arzt.
Er kann dir sagen, was du jetzt am besten tun kannst. Und er kann dich über weitere Risiken und Vorsichtsmaßnahmen aufklären.
Wichtig ist: Auch wenn du keine Folsäure eingenommen hast, kannst du ein gesundes Baby bekommen. Aber eine gute Folsäureversorgung erhöht die Chancen deutlich.
Zusammenfassung
Folsäure ist ein wichtiges Vitamin. Besonders für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere. Sie hilft, Neuralrohrdefekte beim Baby zu verhindern.
Idealerweise beginnst du mit der Einnahme, bevor du schwanger wirst. Und setzt sie bis zum Ende des ersten Drittels der Schwangerschaft fort. Sprich aber immer mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über die richtige Dosierung und Dauer.
Denke daran: Folsäure ist nur ein Baustein für eine gesunde Schwangerschaft. Eine ausgewogene Ernährung und eine gute medizinische Betreuung sind genauso wichtig.
