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Friedrich Dürrenmatt Der Richter Und Sein Henker


Friedrich Dürrenmatt Der Richter Und Sein Henker

Der Richter und sein Henker (The Judge and His Hangman) ist ein Kriminalroman des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt. Er wurde 1950/51 als Fortsetzungsgeschichte veröffentlicht und 1952 als Buch. Das Buch ist bekannt für seine überraschenden Wendungen und die Auseinandersetzung mit Themen wie Gerechtigkeit, Schuld und Schicksal.

Die Geschichte kurz gefasst

Die Geschichte beginnt mit dem Mord an Polizeileutnant Schmied. Kommissar Bärlach, ein alter und kranker Polizist, übernimmt den Fall. Ihm zur Seite steht der junge und ehrgeizige Tschanz. Bärlach lässt Tschanz die eigentliche Ermittlungsarbeit machen, während er selbst eine scheinbar seltsame Theorie verfolgt.

Kommissar Bärlach und Tschanz

Bärlach ist ein erfahrener Polizist, der die menschliche Natur gut kennt. Er ist zynisch, aber auch weise. Tschanz hingegen ist auf seinen beruflichen Erfolg fixiert. Er will Karriere machen und sieht in dem Fall Schmied eine Chance, sich zu beweisen. Das Verhältnis zwischen den beiden ist angespannt. Bärlach misstraut Tschanz und lässt ihn bewusst im Dunkeln tappen.

Die Wette und der wahre Täter

Bärlachs "Theorie" basiert auf einer alten Wette mit dem Verbrecher Gastmann. Vor vielen Jahren wetteten die beiden, dass Gastmann selbst in einer überwachten Situation ein Verbrechen begehen kann, ohne gefasst zu werden. Bärlach glaubt, dass Gastmann in den Fall Schmied verwickelt ist, ohne direkte Beweise zu haben.

Die überraschende Wendung: Am Ende stellt sich heraus, dass nicht Gastmann der Täter ist, sondern Tschanz. Er hat Schmied aus Eifersucht getötet, weil Schmied bei der Polizei beliebter war. Tschanz wollte Schmied aus dem Weg räumen, um selbst aufzusteigen.

Gerechtigkeit und Schicksal

Der Richter und sein Henker wirft Fragen nach Gerechtigkeit auf. Bärlach weiß, dass er Tschanz nicht vor Gericht bringen kann, weil die Beweise fehlen. Er inszeniert eine Situation, in der Gastmann Tschanz tötet, sodass indirekt Gerechtigkeit geschieht. Bärlach greift also selbst in das Geschehen ein und wird zum "Henker".

Das Buch spielt auch mit dem Begriff Schicksal. Bärlachs Krankheit und sein Wissen um Tschanz' Schuld führen ihn dazu, sich mit dem Tod und der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Er akzeptiert sein Schicksal und versucht, das Beste daraus zu machen.

Bedeutung des Titels

Der Titel Der Richter und sein Henker ist vieldeutig. Einerseits bezieht er sich auf Bärlach, der zum "Richter" über Tschanz wird und Gastmann zum "Henker" macht. Andererseits kann der Titel auch allgemeiner interpretiert werden: Jeder Mensch kann zum Richter über andere werden und in bestimmten Situationen zum Henker, im übertragenen Sinne, werden.

Themen im Überblick

  • Schuld und Sühne: Wer ist schuldig und wie kann Schuld gesühnt werden?
  • Gerechtigkeit und Recht: Ist Gerechtigkeit immer gleichbedeutend mit dem Gesetz?
  • Macht und Missbrauch: Wie kann Macht missbraucht werden, um eigene Ziele zu erreichen?
  • Schicksal und Zufall: Welche Rolle spielen Schicksal und Zufall im Leben?
  • Moral und Ethik: Welche moralischen und ethischen Grenzen dürfen überschritten werden, um Gerechtigkeit zu erreichen?

Fazit

Der Richter und sein Henker ist mehr als nur ein Krimi. Es ist eine tiefgründige Auseinandersetzung mit wichtigen gesellschaftlichen und philosophischen Fragen. Dürrenmatts Roman regt zum Nachdenken an und zeigt, dass die Wahrheit oft komplexer ist, als sie auf den ersten Blick erscheint. Die überraschenden Wendungen und die vielschichtigen Charaktere machen das Buch zu einem Klassiker der deutschsprachigen Literatur.

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