Führungskontinuum Nach Tannenbaum Und Schmidt
Was ist das Führungskontinuum nach Tannenbaum und Schmidt?
Das Führungskontinuum nach Tannenbaum und Schmidt ist ein Modell. Es beschreibt verschiedene Führungsstile. Diese Stile reichen von autoritär bis partizipativ. Es wurde von Robert Tannenbaum und Warren H. Schmidt entwickelt. Es hilft Führungskräften, den passenden Führungsstil zu wählen. Dieser Stil sollte zur jeweiligen Situation passen.
Das Kontinuum ist keine starre Liste. Es ist eher eine Skala. Diese Skala zeigt die Bandbreite möglicher Führungsstile. Am einen Ende steht der Vorgesetzte, der Entscheidungen allein trifft. Am anderen Ende steht das Team, das weitgehend selbstständig entscheidet.
Die sieben Stufen des Führungskontinuums
Das Modell besteht aus sieben Stufen. Jede Stufe repräsentiert einen anderen Führungsstil. Diese Stile unterscheiden sich im Grad der Beteiligung der Mitarbeiter. Betrachten wir sie im Detail:
- Der Vorgesetzte trifft die Entscheidung und verkündet sie: Der Chef entscheidet allein. Er informiert dann seine Mitarbeiter über die Entscheidung. Es gibt keinen Raum für Diskussionen oder Einwände.
- Der Vorgesetzte "verkauft" die Entscheidung: Der Chef trifft die Entscheidung. Er versucht, sie seinen Mitarbeitern zu verkaufen. Er erklärt die Gründe für die Entscheidung. Er versucht, Widerstände abzubauen.
- Der Vorgesetzte präsentiert die Entscheidung und lädt zu Fragen ein: Der Chef präsentiert seine Entscheidung. Er erlaubt den Mitarbeitern, Fragen zu stellen. Er beantwortet die Fragen, um Verständnis zu fördern.
- Der Vorgesetzte präsentiert eine vorläufige Entscheidung, die Änderungen unterliegen kann: Der Chef präsentiert einen Entwurf der Entscheidung. Er bittet um Feedback von seinen Mitarbeitern. Er ist bereit, die Entscheidung aufgrund des Feedbacks zu ändern.
- Der Vorgesetzte präsentiert das Problem, holt Vorschläge ein und trifft dann die Entscheidung: Der Chef beschreibt das Problem. Er fordert die Mitarbeiter auf, Lösungsvorschläge zu machen. Er bewertet die Vorschläge und trifft dann die endgültige Entscheidung.
- Der Vorgesetzte definiert Grenzen und bittet die Gruppe, Entscheidungen zu treffen: Der Chef legt den Rahmen für die Entscheidung fest. Er gibt den Mitarbeitern Entscheidungsbefugnis innerhalb dieses Rahmens. Die Gruppe entscheidet, welche Lösung umgesetzt wird.
- Der Vorgesetzte erlaubt den Mitarbeitern, innerhalb definierter Grenzen Entscheidungen zu treffen: Der Chef gibt den Mitarbeitern maximale Entscheidungsfreiheit. Sie können selbstständig Entscheidungen treffen. Der Chef greift nur ein, wenn die Entscheidungen die festgelegten Grenzen überschreiten.
Faktoren, die die Wahl des Führungsstils beeinflussen
Die Wahl des passenden Führungsstils hängt von verschiedenen Faktoren ab. Tannenbaum und Schmidt haben diese Faktoren in drei Kategorien unterteilt:
- Die Führungskraft: Persönlichkeit, Werte, Vertrauen in die Mitarbeiter, Führungsqualitäten. Eine Führungskraft, die ihren Mitarbeitern vertraut, wird eher einen partizipativen Stil wählen.
- Die Mitarbeiter: Kenntnisse, Fähigkeiten, Motivation, Bedürfnis nach Unabhängigkeit. Mitarbeiter mit hoher Expertise und Motivation können mehr Verantwortung übernehmen.
- Die Situation: Art der Aufgabe, Zeitdruck, Organisationskultur, Gruppeneffektivität. In Krisensituationen kann ein autoritärer Stil notwendig sein.
Beispiel: Anwendung des Führungskontinuums
Stellen Sie sich vor, ein Team muss ein neues Marketingkonzept entwickeln. Je nach Situation könnte der Führungsstil variieren:
- Autoritär: Der Marketingleiter entwickelt das Konzept allein und präsentiert es dem Team. Dies wäre sinnvoll, wenn es sehr schnell gehen muss.
- Partizipativ: Der Marketingleiter definiert die Ziele des Konzepts. Das Team entwickelt gemeinsam die konkrete Umsetzung. Dies wäre sinnvoll, wenn das Team über viel Expertise verfügt.
Vorteile und Nachteile des Modells
Das Führungskontinuum bietet einige Vorteile. Es ist einfach zu verstehen. Es hilft Führungskräften, über verschiedene Führungsstile nachzudenken. Es betont die Bedeutung der Situationsabhängigkeit. Aber es hat auch Nachteile. Es ist ein relativ einfaches Modell. Es berücksichtigt nicht alle Aspekte der Führung. Es vernachlässigt beispielsweise die Bedeutung von Beziehungen und Vertrauen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Führungskontinuum nach Tannenbaum und Schmidt ein nützliches Werkzeug ist. Es hilft Führungskräften, den passenden Führungsstil zu wählen. Der gewählte Stil sollte zur jeweiligen Situation und den Mitarbeitern passen. Es ist jedoch wichtig, das Modell kritisch zu hinterfragen. Es sollte nicht als starre Richtlinie, sondern als Denkanstoß betrachtet werden.
