Glaukom Untersuchung Sinnvoll Oder Nicht
Die Frage "Glaukom Untersuchung: Sinnvoll oder Nicht?" lässt sich eindeutig beantworten: Ja, sie ist äußerst sinnvoll. Eine Glaukom-Untersuchung dient der Früherkennung des Grünen Stars, einer heimtückischen Augenerkrankung, die unbehandelt zur Erblindung führen kann.
Was genau beinhaltet eine Glaukom-Untersuchung? Sie besteht aus mehreren Schritten, die darauf abzielen, den Zustand Ihrer Augen zu beurteilen und Risikofaktoren für Glaukom zu identifizieren. Wir gehen die wichtigsten Schritte im Detail durch:
1. Anamnese (Krankengeschichte): Der Arzt wird Sie nach Ihrer Krankengeschichte befragen, insbesondere nach Fällen von Glaukom in Ihrer Familie und nach anderen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck. Auch Medikamente, die Sie einnehmen, sind wichtig. Denn bestimmte Medikamente können den Augeninnendruck beeinflussen.
Beispiel: Wenn Ihr Vater oder Ihre Mutter Glaukom hatte, ist Ihr Risiko, ebenfalls daran zu erkranken, deutlich erhöht. Diese Information ist für den Arzt entscheidend.
2. Augeninnendruckmessung (Tonometrie): Hier wird der Druck im Inneren Ihres Auges gemessen. Ein erhöhter Augeninnendruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Glaukom. Es gibt verschiedene Methoden zur Druckmessung. Die gängigste Methode ist die Applanationstonometrie. Bei dieser Methode wird die Hornhaut leicht abgeflacht, um den Druck zu messen.
Beispiel: Ein Augeninnendruck von über 21 mmHg gilt im Allgemeinen als erhöht. Allerdings kann auch ein niedrigerer Druck bei manchen Menschen zu Glaukom führen, daher sind weitere Untersuchungen notwendig.
3. Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie): Diese Untersuchung dient der Feststellung von Gesichtsfeldausfällen, die typisch für Glaukom sind. Sie sitzen vor einem Gerät und müssen angeben, wann Sie Lichtpunkte in Ihrem peripheren Gesichtsfeld sehen. Diese Untersuchung kann frühe Schäden am Sehnerv erkennen, bevor Sie selbst etwas bemerken.
Beispiel: Ein beginnender Gesichtsfeldausfall beim Glaukom könnte sich als unscharfer Fleck im äußeren Bereich Ihres Sichtfelds äußern. Die Perimetrie kann dies frühzeitig aufdecken.
4. Untersuchung des Sehnervenkopfes (Ophthalmoskopie): Der Arzt untersucht den Sehnervenkopf (Papille) mit einem speziellen Instrument (Ophthalmoskop). Veränderungen am Sehnervenkopf, wie eine Vertiefung (Exkavation), können auf Glaukom hindeuten. Moderne bildgebende Verfahren wie die Optische Kohärenztomographie (OCT) können detaillierte Bilder des Sehnervenkopfes liefern.
Beispiel: Eine vergrößerte Exkavation am Sehnervenkopf ist ein typisches Zeichen für Glaukom. Die OCT kann diese Veränderungen sehr genau darstellen.
Warum ist die Glaukom-Untersuchung so wichtig? Glaukom verläuft oft lange Zeit ohne Symptome. Wenn Symptome auftreten, ist die Schädigung des Sehnervs oft schon weit fortgeschritten. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können den Fortschritt der Erkrankung verlangsamen oder sogar aufhalten und so Ihre Sehkraft erhalten.
Praktische Anwendung: Besonders Menschen über 40 Jahre, mit familiärer Vorbelastung oder anderen Risikofaktoren sollten sich regelmäßig einer Glaukom-Untersuchung unterziehen. Dies ermöglicht eine rechtzeitige Diagnose und Therapie, um irreversible Schäden zu verhindern und das Augenlicht zu bewahren.
