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Hand Mund Fuß Am Ganzen Körper


Hand Mund Fuß Am Ganzen Körper

Stell dir vor, dein Kind wacht eines Morgens auf und ist quengelig. Du bemerkst kleine rote Punkte an Händen und Füßen. Zuerst denkst du vielleicht an einen Insektenstich. Aber dann entdeckst du Bläschen im Mund. Panik steigt auf – was ist das nur?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine hoch ansteckende Virusinfektion, die vor allem Kinder unter zehn Jahren betrifft. Aber auch Erwachsene können sich anstecken, obwohl das seltener vorkommt und die Symptome oft milder sind. Während die Krankheit oft harmlos verläuft, kann der Anblick der Bläschen und das Wissen um die Ansteckungsgefahr sehr beunruhigend sein.

Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wirklich?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) wird meistens durch Viren der Gattung Enteroviren verursacht, hauptsächlich durch das Coxsackievirus A16. In seltenen Fällen kann auch das Enterovirus 71 (EV-A71) die Ursache sein. EV-A71 ist mit schwereren Verläufen assoziiert, besonders in Asien.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen verläuft die HFMK mild und heilt innerhalb von 7 bis 10 Tagen von selbst aus. Es gibt keine spezifische Behandlung, aber es gibt viele Dinge, die du tun kannst, um die Symptome zu lindern und dein Kind (oder dich selbst!) während der Krankheit zu unterstützen.

Wie erkenne ich die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Symptome der HFMK entwickeln sich typischerweise in Phasen:

  • Fieber: Oft beginnt es mit leichtem Fieber (38-39°C).
  • Halsschmerzen und Appetitlosigkeit: Dein Kind könnte sich über Halsschmerzen beklagen und weniger essen wollen.
  • Hautausschlag: Nach ein bis zwei Tagen erscheinen kleine rote Punkte, die sich in Bläschen verwandeln. Diese finden sich typischerweise an Händen, Füßen und im Mund. Sie können aber auch an anderen Körperstellen auftreten, wie z.B. an den Knien, Ellbogen, im Genitalbereich oder am Gesäß.
  • Bläschen im Mund: Diese sind oft schmerzhaft und können das Essen und Trinken erschweren. Sie befinden sich meistens auf der Zunge, am Gaumen und an der Innenseite der Wangen.

Wichtig: Nicht jeder Patient entwickelt alle Symptome. Manche Kinder haben nur einen Hautausschlag, andere nur Bläschen im Mund. Auch die Reihenfolge der Symptome kann variieren.

Warum "Hand-Fuß-Mund" – und was, wenn es sich ausbreitet?

Der Name der Krankheit leitet sich von den typischen Stellen ab, an denen die Bläschen auftreten: Hände, Füße und Mund. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass sich der Ausschlag durchaus auf andere Körperteile ausbreiten kann.

Einige Beispiele für untypische Ausbreitung:

  • Gesäß: Häufig treten Bläschen auch am Gesäß auf, besonders bei Babys und Kleinkindern, die Windeln tragen.
  • Knie und Ellbogen: Auch an diesen Stellen können sich vereinzelt Bläschen bilden.
  • Genitalbereich: Seltener, aber möglich, ist das Auftreten von Bläschen im Genitalbereich, was besonders unangenehm sein kann.
  • Am ganzen Körper: In seltenen Fällen kann sich der Ausschlag großflächig über den ganzen Körper ausbreiten. Dies ist zwar nicht unbedingt ein Zeichen für einen schwereren Verlauf, sollte aber von einem Arzt begutachtet werden, um andere Ursachen auszuschließen.

Wenn der Ausschlag sich sehr stark ausbreitet, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um HFMK handelt und keine andere Erkrankung vorliegt.

Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit übertragen?

Die HFMK ist hochansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen), direkten Kontakt mit Bläschenflüssigkeit oder Stuhl und indirekt über kontaminierte Gegenstände übertragen. Das Virus kann sich in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen schnell ausbreiten.

Die Ansteckungsgefahr ist am höchsten während der ersten Krankheitswoche. Allerdings kann das Virus noch mehrere Wochen nach Abklingen der Symptome im Stuhl ausgeschieden werden.

„Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist zwar unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos. Gute Hygiene ist der beste Schutz.“ - Prof. Dr. med. Sabine Wicker, Leiterin des betriebsärztlichen Dienstes des Universitätsklinikums Frankfurt.

Was kann ich tun, um die Symptome zu lindern?

Da es keine spezifische Behandlung gegen die HFMK gibt, konzentriert sich die Therapie auf die Linderung der Symptome:

  • Schmerzlinderung: Paracetamol oder Ibuprofen können helfen, Fieber und Schmerzen zu senken. Achte auf die altersgerechte Dosierung.
  • Flüssigkeitszufuhr: Stelle sicher, dass dein Kind ausreichend trinkt. Kalte Getränke, Eis oder Wassereis können den schmerzenden Mund beruhigen.
  • Weiche Kost: Vermeide scharfe, saure oder salzige Speisen, die die Bläschen im Mund reizen könnten. Biete stattdessen weiche Kost wie Joghurt, Pudding oder Kartoffelbrei an.
  • Mundspülungen: Mundspülungen mit Kamille oder Salbei können entzündungshemmend wirken und die Heilung fördern. Achte darauf, dass dein Kind die Spülung nicht schluckt.
  • Hautpflege: Bei starkem Juckreiz können kühlende Lotionen oder Cremes helfen.

Wichtig: Sollte dein Kind Anzeichen von Dehydration zeigen (z.B. wenig Urin, trockene Lippen, eingesunkene Augen), ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen.

Wie kann ich einer Ansteckung vorbeugen?

Die beste Vorbeugung gegen die HFMK ist gute Hygiene:

  • Häufiges Händewaschen: Wasche deine Hände und die deines Kindes regelmäßig mit Seife und Wasser, besonders nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Kontakt mit erkrankten Personen.
  • Vermeide engen Kontakt: Vermeide engen Kontakt mit Personen, die an HFMK erkrankt sind.
  • Reinigung und Desinfektion: Reinige und desinfiziere regelmäßig Oberflächen und Gegenstände, die häufig berührt werden, wie z.B. Spielzeug, Türklinken und Wickeltische.
  • Getrennte Handtücher und Waschlappen: Benutze getrennte Handtücher und Waschlappen für jedes Familienmitglied.
  • Kindergarten/Schule: Informiere den Kindergarten oder die Schule, wenn dein Kind erkrankt ist, damit andere Eltern gewarnt werden können. Dein Kind sollte erst wieder die Einrichtung besuchen, wenn es fieberfrei ist und die Bläschen verkrustet sind.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen ist ein Arztbesuch bei HFMK nicht unbedingt erforderlich. Es gibt aber einige Situationen, in denen du unbedingt ärztlichen Rat einholen solltest:

  • Hohes Fieber: Wenn das Fieber über 39°C steigt und nicht sinkt.
  • Dehydration: Wenn dein Kind Anzeichen von Dehydration zeigt.
  • Starke Schmerzen: Wenn die Schmerzen unerträglich sind und sich mit Schmerzmitteln nicht lindern lassen.
  • Apathie oder Benommenheit: Wenn dein Kind sehr teilnahmslos oder benommen wirkt.
  • Ausschlag am ganzen Körper oder untypische Symptome: Wenn sich der Ausschlag stark ausbreitet oder untypische Symptome auftreten, die du nicht zuordnen kannst.
  • Schwangerschaft: Wenn du schwanger bist und vermutest, dich mit HFMK angesteckt zu haben, solltest du dich umgehend von einem Arzt untersuchen lassen.

Hand-Fuß-Mund in der Schwangerschaft – Was ist zu beachten?

Eine Infektion mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit während der Schwangerschaft ist in der Regel nicht gefährlich für das ungeborene Kind. Allerdings sollte eine Schwangere bei Verdacht auf eine Infektion immer ihren Arzt konsultieren, um mögliche Risiken auszuschließen.

Wichtig: Eine Infektion kurz vor der Geburt kann dazu führen, dass das Neugeborene sich ansteckt. In diesem Fall ist eine engmaschige Überwachung des Kindes notwendig.

Zusammenfassend: Keine Panik, aber Vorsicht ist geboten

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist lästig und unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos. Mit guter Hygiene und symptomatischer Behandlung lässt sich die Krankheit gut in den Griff bekommen. Solltest du dir unsicher sein oder dein Kind schwere Symptome entwickeln, zögere nicht, einen Arzt aufzusuchen. Denk daran: Du bist nicht allein! Viele Eltern haben diese Erfahrung gemacht.

Merke dir:

  • Gute Hygiene ist der beste Schutz.
  • Symptome lindern durch Schmerzmittel, Flüssigkeitszufuhr und weiche Kost.
  • Arzt aufsuchen bei schweren Symptomen oder Unsicherheit.
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