Hand Mund Fuß Symptome Kinder
Stell dir vor, dein Kind ist plötzlich quengelig, verweigert das Essen und hat kleine rote Punkte an Händen und Füßen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es sich um die Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt. Auch wenn der Name beunruhigend klingt, ist sie meist harmlos und heilt von selbst aus. Dieser Artikel richtet sich an besorgte Eltern und Betreuer, die mehr über die Symptome, Behandlung und Prävention dieser häufigen Kinderkrankheit erfahren möchten.
Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder unter 10 Jahren betrifft, aber auch Erwachsene können sich anstecken. Sie wird hauptsächlich durch Enteroviren verursacht, meistens durch das Coxsackie-Virus A16, aber auch andere Viren können die Ursache sein. Die Krankheit ist nicht mit der Maul- und Klauenseuche bei Tieren zu verwechseln!
Wichtig: Obwohl die Symptome ähnlich sein können, ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit nicht mit der Maul- und Klauenseuche bei Tieren verwandt.
Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome, beträgt in der Regel 3 bis 6 Tage. Die Krankheit beginnt oft mit unspezifischen Symptomen, die leicht mit einer Erkältung verwechselt werden können:
- Fieber (meist leicht erhöht)
- Halsschmerzen
- Appetitlosigkeit
- Unwohlsein und allgemeine Müdigkeit
Nach ein bis zwei Tagen entwickeln sich dann die charakteristischen Symptome:
Bläschen und Ausschlag
Die typischen Bläschen und der Ausschlag treten meist zuerst im Mund auf, gefolgt von Händen und Füßen. Seltener können sie auch an anderen Körperstellen, wie zum Beispiel am Gesäß oder an den Genitalien, auftreten.
- Mund: Schmerzhafte Bläschen im Mund, vor allem an Zunge, Gaumen und Wangeninnenseite. Diese können das Essen und Trinken erschweren.
- Hände und Füße: Rote Flecken, die sich in Bläschen verwandeln. Diese jucken oft, sind aber in der Regel nicht schmerzhaft, es sei denn, sie platzen auf.
Achtung: Nicht jedes Kind zeigt alle Symptome. Einige Kinder haben nur einen leichten Ausschlag oder wenige Bläschen im Mund.
Schmerzen und Unwohlsein
Durch die Bläschen im Mund kann das Essen und Trinken sehr schmerzhaft sein, was bei Kindern oft zu Weinen und Nahrungsverweigerung führt. Es ist wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.
Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit übertragen?
Die HFMK ist sehr ansteckend und wird hauptsächlich durch:
- Tröpfcheninfektion: Husten, Niesen, Sprechen
- Schmierinfektion: Kontakt mit Bläscheninhalt, Stuhl, Speichel
- Kontakt mit kontaminierten Oberflächen: Spielzeug, Türklinken
Kinder sind besonders ansteckend in der ersten Woche der Erkrankung. Das Virus kann aber auch noch nach dem Abklingen der Symptome über den Stuhl ausgeschieden werden.
Wichtig: Gute Hygiene ist der beste Schutz vor Ansteckung!
Diagnose der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
In den meisten Fällen kann der Arzt die Diagnose anhand des typischen Erscheinungsbildes (Bläschen im Mund, an Händen und Füßen) stellen. Eine Laboruntersuchung ist in der Regel nicht notwendig.
Behandlung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, gibt es keine spezifische Behandlung. Die Therapie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und das Kind zu unterstützen:
- Fiebersenkende Mittel: Paracetamol oder Ibuprofen können bei Fieber und Schmerzen helfen.
- Schmerzlindernde Mundspülungen oder Gels: Diese können die Schmerzen im Mund lindern und das Essen erleichtern. Geeignet sind beispielsweise Lidocain-haltige Gele (nur nach Rücksprache mit dem Arzt!) oder Kamillentee zum Spülen.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Bieten Sie Ihrem Kind immer wieder kleine Mengen kühler Getränke an, am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Vermeiden Sie säurehaltige Getränke wie Saft, da diese die Bläschen im Mund zusätzlich reizen können.
- Weiche, leicht verdauliche Nahrung: Vermeiden Sie harte, scharf gewürzte oder saure Speisen. Geeignet sind beispielsweise Brei, Joghurt, Kartoffelpüree oder Suppen.
- Ruhe und Erholung: Geben Sie Ihrem Kind ausreichend Ruhe, damit es sich erholen kann.
Wichtig: Antibiotika sind bei Viruserkrankungen wirkungslos und sollten nicht eingesetzt werden.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
In den meisten Fällen verläuft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit harmlos und heilt von selbst aus. Dennoch gibt es einige Situationen, in denen ein Arztbesuch ratsam ist:
- Hohes Fieber: Fieber über 39°C, das nicht auf fiebersenkende Mittel anspricht.
- Starke Schmerzen: Wenn das Kind unter starken Schmerzen leidet und nicht ausreichend trinkt.
- Anzeichen von Dehydration: Trockene Windeln, trockener Mund, eingefallene Augen.
- Neurologische Symptome: Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit.
- Verschlechterung des Allgemeinzustands: Wenn das Kind apathisch oder sehr unruhig ist.
Besonders wichtig: Bei Säuglingen ist ein Arztbesuch immer ratsam!
Prävention der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Da die Hand-Fuß-Mund-Krankheit sehr ansteckend ist, ist es wichtig, auf eine gute Hygiene zu achten, um die Ausbreitung zu verhindern:
- Häufiges Händewaschen: Waschen Sie Ihre Hände und die Ihres Kindes regelmäßig mit Seife und Wasser, besonders nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Kontakt mit Erkrankten.
- Vermeiden Sie engen Kontakt: Vermeiden Sie engen Kontakt (z.B. Küssen, Umarmen) mit Erkrankten.
- Reinigen Sie Oberflächen: Reinigen Sie regelmäßig Oberflächen, die häufig berührt werden, wie Spielzeug, Türklinken und Wickeltische.
- Teilen Sie keine Gegenstände: Teilen Sie keine Gläser, Besteck oder Handtücher mit anderen.
- Kranke Kinder sollten zu Hause bleiben: Kinder mit HFMK sollten nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen, um die Ansteckung anderer Kinder zu vermeiden.
Eltern-Tipp: Erklären Sie Ihrem Kind altersgerecht, warum Händewaschen so wichtig ist. Verwenden Sie zum Beispiel ein Lied oder ein Spiel, um das Händewaschen attraktiver zu gestalten.
Darf mein Kind in die Kita oder Schule?
Kinder mit Hand-Fuß-Mund-Krankheit sollten zu Hause bleiben, bis die Bläschen verkrustet sind und der Allgemeinzustand des Kindes gut ist. Auch wenn es keine offizielle Meldepflicht gibt, sollte die Einrichtung informiert werden, um weitere Ausbrüche zu verhindern. Klären Sie dies am besten mit dem behandelnden Arzt ab.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit in der Schwangerschaft
Eine Infektion mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit während der Schwangerschaft ist in der Regel nicht gefährlich für das ungeborene Kind. In seltenen Fällen kann es jedoch zu einer Fehlgeburt oder einer Infektion des Neugeborenen kommen. Schwangere Frauen sollten daher besonders auf eine gute Hygiene achten und den Kontakt mit Erkrankten meiden. Bei Verdacht auf eine Infektion sollte ein Arzt konsultiert werden.
Wichtig: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie während der Schwangerschaft an HFMK erkranken.
Fazit
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist zwar unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihrem Kind helfen, die Symptome zu lindern und die Krankheit gut zu überstehen. Achten Sie auf eine gute Hygiene, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und geben Sie Ihrem Kind viel Ruhe. Sollten Sie sich unsicher sein oder die Symptome sich verschlimmern, zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen. Mit der richtigen Information und Betreuung können Sie Ihrem Kind und Ihrer Familie helfen, diese ansteckende Krankheit gut zu überstehen. Die meisten Kinder entwickeln nach einer Infektion eine Immunität gegen den jeweiligen Virusstamm. Da es jedoch verschiedene Viren gibt, die HFMK verursachen können, ist eine erneute Erkrankung möglich, wenn auch meist milder.
