Handflächen Brennen Und Sind Rot
Brennende und gerötete Handflächen können sehr unangenehm sein und Betroffene stark beunruhigen. Die Ursachen für dieses Symptom sind vielfältig und reichen von harmlosen Irritationen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Eine genaue Diagnose ist daher entscheidend, um die richtige Behandlung einzuleiten.
Mögliche Ursachen für brennende und rote Handflächen
1. Dermatologische Ursachen
Hauterkrankungen sind eine häufige Ursache für brennende und gerötete Handflächen. Dazu gehören:
- Ekzeme: Ekzeme, insbesondere das allergische Kontaktekzem oder das dyshidrotische Ekzem (Pompholyx), können die Haut an den Handflächen entzünden und zu Juckreiz, Rötung, Bläschenbildung und einem brennenden Gefühl führen. Allergene wie Nickel, Duftstoffe oder bestimmte Chemikalien in Seifen und Reinigungsmitteln können ein Kontaktekzem auslösen. Das dyshidrotische Ekzem tritt oft in Stresssituationen oder bei warmem Wetter auf und äußert sich durch kleine, juckende Bläschen an den Handflächen und Fingern.
- Psoriasis: Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die auch die Handflächen betreffen kann. Die Haut ist dann oft gerötet, verdickt und mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt. Psoriasis kann mit Juckreiz und einem brennenden Gefühl einhergehen. Es gibt verschiedene Formen der Psoriasis, und die palmoplantare Pustulose, eine Variante, die vor allem die Handflächen und Fußsohlen betrifft, äußert sich durch eitrige Bläschen (Pusteln).
- Pilzinfektionen: Pilzinfektionen, insbesondere durch Dermatophyten, können die Haut der Handflächen befallen und zu Rötung, Juckreiz und Schuppung führen. Risikofaktoren für Pilzinfektionen sind feuchte Umgebungen, übermäßiges Schwitzen und eine geschwächte Immunabwehr.
Beispiel: Eine Person, die regelmäßig mit aggressiven Reinigungsmitteln arbeitet und keine Handschuhe trägt, entwickelt rote, juckende und brennende Handflächen. Die Diagnose lautet allergisches Kontaktekzem aufgrund der Chemikalien in den Reinigungsmitteln.
2. Systemische Erkrankungen
Manchmal sind brennende und rote Handflächen ein Zeichen für eine Erkrankung, die den gesamten Körper betrifft (systemische Erkrankung). Einige Beispiele sind:
- Diabetes mellitus: Diabetes kann zu neuropathischen Schmerzen führen, die sich auch in den Händen manifestieren können. Eine schlechte Blutzuckereinstellung kann Nervenschäden verursachen, die sich als Brennen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Extremitäten äußern. Zusätzlich kann Diabetes die Durchblutung beeinträchtigen, was ebenfalls zu Hautveränderungen und Beschwerden führen kann.
- Lebererkrankungen: Bestimmte Lebererkrankungen, wie z.B. die Leberzirrhose, können zu einem Zustand namens "Palmarerythem" führen. Dabei sind die Handflächen auffallend gerötet, insbesondere die Handballen und Finger. Die genaue Ursache für das Palmarerythem bei Lebererkrankungen ist nicht vollständig geklärt, wird aber mit hormonellen Veränderungen und der Ansammlung von bestimmten Stoffen im Blut in Verbindung gebracht.
- Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl eine Überfunktion (Hyperthyreose) als auch eine Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse können zu Hautveränderungen und Beschwerden führen. Bei einer Überfunktion kann es zu einer erhöhten Durchblutung der Haut und damit zu Rötung und Wärmegefühl kommen. Bei einer Unterfunktion kann die Haut trocken, schuppig und empfindlich werden.
- Vitaminmangel: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, insbesondere Vitamin B3 (Niacin), kann zu Pellagra führen, einer Erkrankung, die sich unter anderem durch Hautveränderungen, Verdauungsstörungen und neurologische Symptome auszeichnet. Die Haut kann gerötet, entzündet und schuppig sein, und es kann zu einem brennenden Gefühl kommen.
Daten: Studien haben gezeigt, dass Palmarerythem bei bis zu 70% der Patienten mit Leberzirrhose auftritt.
3. Neurologische Ursachen
Nervenschäden können ebenfalls brennende Schmerzen in den Händen verursachen:
- Karpaltunnelsyndrom: Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch die Kompression des Nervus medianus im Karpaltunnel des Handgelenks. Dies kann zu Schmerzen, Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Händen und Fingern führen, insbesondere nachts. In manchen Fällen kann auch ein brennendes Gefühl auftreten.
- Periphere Neuropathie: Die periphere Neuropathie ist eine Schädigung der peripheren Nerven, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann, darunter Diabetes, Alkoholmissbrauch, bestimmte Medikamente und Autoimmunerkrankungen. Die Symptome können vielfältig sein und umfassen Schmerzen, Taubheitsgefühl, Kribbeln und Brennen in den Händen und Füßen.
Real-world example: Ein Büroangestellter, der täglich stundenlang tippt, entwickelt brennende Schmerzen und Taubheitsgefühl in der Hand. Die Diagnose lautet Karpaltunnelsyndrom.
4. Medikamente und Toxine
Bestimmte Medikamente und Toxine können als Nebenwirkung brennende und gerötete Handflächen verursachen:
- Chemotherapie: Einige Chemotherapeutika können zu Hand-Fuß-Syndrom führen, einer Nebenwirkung, die sich durch Rötung, Schwellung, Schmerzen und Blasenbildung an den Handflächen und Fußsohlen äußert.
- Alkoholmissbrauch: Chronischer Alkoholmissbrauch kann zu Lebererkrankungen und peripherer Neuropathie führen, die beide brennende Schmerzen in den Händen verursachen können.
- Bestimmte Metalle: Die Exposition gegenüber bestimmten Metallen wie Quecksilber oder Arsen kann zu Hautveränderungen und neurologischen Symptomen führen, darunter auch brennende Schmerzen in den Händen.
Research: Studien zeigen, dass das Hand-Fuß-Syndrom bei bis zu 50% der Patienten auftritt, die bestimmte Chemotherapeutika erhalten.
5. Andere Ursachen
Es gibt noch weitere, seltenere Ursachen für brennende und rote Handflächen:
- Erythromelalgie: Erythromelalgie ist eine seltene Erkrankung, die durch anfallsartige Rötung, Erwärmung und Schmerzen in den Extremitäten, insbesondere in den Füßen und Händen, gekennzeichnet ist. Die Ursache ist oft unbekannt, kann aber auch mit anderen Erkrankungen wie Polyzythämie vera oder essentieller Thrombozythämie in Verbindung stehen.
- Autoimmunerkrankungen: Einige Autoimmunerkrankungen, wie z.B. systemischer Lupus erythematodes (SLE) oder Sklerodermie, können die Haut und die Blutgefäße der Hände beeinträchtigen und zu Rötung, Schmerzen und einem brennenden Gefühl führen.
- Menopause: Hormonelle Veränderungen während der Menopause können zu Hitzewallungen führen, die sich auch in den Händen bemerkbar machen können. Die Haut kann sich dann plötzlich rot und warm anfühlen.
Diagnose
Die Diagnose von brennenden und geröteten Handflächen erfordert eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung durch einen Arzt. Der Arzt wird nach der Art der Beschwerden, dem Zeitpunkt des Auftretens, Begleitsymptomen und möglichen Auslösern fragen. Zusätzlich kann er folgende Untersuchungen durchführen:
- Hautuntersuchung: Der Arzt wird die Haut der Handflächen genau untersuchen, um nach Anzeichen von Ekzemen, Psoriasis, Pilzinfektionen oder anderen Hauterkrankungen zu suchen.
- Allergietest: Wenn ein allergisches Kontaktekzem vermutet wird, kann ein Allergietest durchgeführt werden, um mögliche Allergene zu identifizieren.
- Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können helfen, systemische Erkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen oder Vitaminmangel zu erkennen.
- Nervenleitgeschwindigkeitsmessung: Bei Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom oder eine periphere Neuropathie kann eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung durchgeführt werden, um die Funktion der Nerven zu überprüfen.
- Hautbiopsie: In manchen Fällen kann eine Hautbiopsie erforderlich sein, um die Diagnose zu sichern.
Behandlung
Die Behandlung von brennenden und geröteten Handflächen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Dermatologische Ursachen: Bei Ekzemen können Kortikosteroid-Cremes oder -Salben zur Linderung der Entzündung eingesetzt werden. Bei Pilzinfektionen werden Antimykotika in Form von Cremes, Salben oder Tabletten verwendet. Bei Psoriasis können verschiedene topische und systemische Therapien zum Einsatz kommen, darunter Kortikosteroide, Vitamin-D-Analoga, Retinoide und Biologika.
- Systemische Erkrankungen: Die Behandlung systemischer Erkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen oder Schilddrüsenerkrankungen zielt darauf ab, die Grunderkrankung zu kontrollieren und die Symptome zu lindern. Bei Diabetes ist eine gute Blutzuckereinstellung entscheidend. Bei Lebererkrankungen kann eine medikamentöse Therapie oder in schweren Fällen eine Lebertransplantation erforderlich sein. Bei Schilddrüsenerkrankungen werden Medikamente zur Regulierung der Schilddrüsenhormone eingesetzt.
- Neurologische Ursachen: Beim Karpaltunnelsyndrom können konservative Maßnahmen wie Handgelenksschienen, entzündungshemmende Medikamente und Physiotherapie helfen. In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf den Nerv zu entlasten. Bei peripherer Neuropathie werden Medikamente zur Schmerzlinderung und zur Verbesserung der Nervenfunktion eingesetzt.
- Medikamente und Toxine: Wenn Medikamente oder Toxine die Ursache für die Beschwerden sind, sollte das auslösende Mittel nach Möglichkeit vermieden werden.
- Andere Maßnahmen: Kühlende Umschläge können helfen, die Symptome zu lindern. Feuchtigkeitsspendende Cremes können die Haut pflegen und vor Austrocknung schützen. Das Vermeiden von auslösenden Faktoren wie bestimmten Chemikalien oder Allergenen kann helfen, die Beschwerden zu reduzieren.
Important: Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache für brennende und rote Handflächen abzuklären und die richtige Behandlung einzuleiten. Eine Selbstbehandlung kann die Symptome verschlimmern oder die zugrunde liegende Erkrankung verschleiern.
Fazit und Handlungsempfehlung
Brennende und rote Handflächen können viele Ursachen haben, von harmlosen Hautreizungen bis hin zu ernsthaften systemischen Erkrankungen. Es ist entscheidend, die genaue Ursache durch einen Arzt abklären zu lassen, um eine angemessene Behandlung zu erhalten. Ignorieren Sie die Symptome nicht, da eine frühzeitige Diagnose und Behandlung die Lebensqualität erheblich verbessern können.
Call to action: Wenn Sie unter brennenden und roten Handflächen leiden, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Symptome, um dem Arzt bei der Diagnose zu helfen. Notieren Sie, wann die Symptome auftreten, was sie auslöst und welche Maßnahmen Ihnen helfen. Je mehr Informationen Sie Ihrem Arzt geben können, desto besser kann er Ihnen helfen.
