In Welcher Zeitform Schreibt Man Eine Analyse
Eine Analyse ist eine genaue Untersuchung von etwas. Das "etwas" kann ein Text, ein Film, ein Bild, ein Ereignis oder vieles mehr sein. Bei einer Analyse zerlegst du das Objekt in seine Einzelteile, um es besser zu verstehen. Du beschreibst diese Teile und erklärst, wie sie zusammenwirken und welche Bedeutung sie haben.
Die Zeitform für Analysen: Präsens
Die Hauptzeitform für das Schreiben einer Analyse ist das Präsens (die Gegenwartsform). Warum? Weil du in der Analyse über etwas schreibst, das aktuell und gültig ist. Du beschreibst den Zustand oder die Eigenschaften des Objekts, so wie es jetzt ist. Auch wenn das Objekt in der Vergangenheit entstanden ist, deine Analyse beschreibt seine jetzige Form und Bedeutung.
Beispiel: Stell dir vor, du analysierst ein Gemälde. Du schreibst:
- "Die Farben sind kräftig."
- "Das Licht fällt von links."
- "Die Komposition wirkt dynamisch."
Beachte, dass alle Verben im Präsens stehen. Du beschreibst, wie das Gemälde *jetzt* aussieht und welche Wirkung es *jetzt* hat.
Vergangenheit (Präteritum/Perfekt) in der Analyse
Obwohl das Präsens die Hauptzeitform ist, gibt es Situationen, in denen du die Vergangenheit (Präteritum oder Perfekt) verwenden musst. Das passiert vor allem, wenn du über den Entstehungsprozess, den Hintergrund oder die Geschichte des Analyseobjekts sprichst.
Beispiel: Du analysierst einen Roman. Du schreibst:
- "Der Autor wurde von seinen Kriegserlebnissen geprägt." (Passiv Präteritum)
- "Die Geschichte spielt im 18. Jahrhundert, aber der Autor hat sie erst später geschrieben." (Präsens, Perfekt)
Hier verwendest du die Vergangenheit, um Fakten über den Autor und die Entstehung des Romans darzustellen. Die Analyse des Romans selbst (z.B. die Beschreibung der Charaktere oder des Stils) erfolgt aber weiterhin im Präsens.
Zusammenfassung: Wann welche Zeitform?
- Präsens: Für die Beschreibung des Analyseobjekts selbst, seine Eigenschaften, seine Wirkung, seine Struktur. Also alles, was im Moment der Analyse relevant ist.
- Vergangenheit (Präteritum/Perfekt): Für Informationen über die Entstehung, den Hintergrund, die Geschichte des Analyseobjekts. Also alles, was in der Vergangenheit passiert ist.
Beispiele zur Verdeutlichung
Analyse eines Gedichts:
- Präsens: "Das Gedicht besteht aus drei Strophen. Die Sprache ist einfach und verständlich. Die Metaphern wirken eindringlich."
- Vergangenheit: "Der Dichter lebte im 19. Jahrhundert. Er hat viele Liebesgedichte geschrieben."
Analyse eines Films:
- Präsens: "Die Kameraführung ist dynamisch. Die Musik unterstützt die Handlung. Der Film erzählt eine Geschichte von..."
- Vergangenheit: "Der Film wurde im Jahr 2020 gedreht. Die Regie führte ein bekannter Filmemacher."
Wichtig: Achte auf Einheitlichkeit
Es ist wichtig, dass du innerhalb deiner Analyse einheitlich bleibst. Wechsle nicht unnötig zwischen den Zeitformen hin und her. Wenn du einen Aspekt im Präsens beschreibst, bleibe dabei, solange es thematisch passt. Nur wenn du explizit über die Vergangenheit sprichst, wechsle in die Vergangenheitsform.
Indem du die richtige Zeitform wählst, machst du deine Analyse klarer, präziser und überzeugender. Dein Leser kann so leichter nachvollziehen, was du beschreibst und warum du es beschreibst.
