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In Welcher Zeitform Schreibt Man Eine Charakterisierung


In Welcher Zeitform Schreibt Man Eine Charakterisierung

Eine Charakterisierung ist eine Beschreibung einer Person, Figur oder eines Charakters. Sie analysiert innere (z.B. Persönlichkeit, Motivationen) und äußere (z.B. Aussehen, Verhalten) Merkmale, um ein umfassendes Bild zu zeichnen.

Die Zeitform: Präsens

Die Charakterisierung wird grundsätzlich im Präsens, also der Gegenwartsform, verfasst. Das gilt, selbst wenn die Figur in der Vergangenheit gelebt hat oder die Geschichte, in der sie vorkommt, in der Vergangenheit spielt.

Warum Präsens? Weil die Charakterisierung eine zeitlose Aussage über die Figur treffen soll. Ihre Eigenschaften, ihr Wesen, bleiben idealerweise über die Dauer der Analyse bestehen. Das Präsens vermittelt diesen Eindruck der Beständigkeit und Allgemeingültigkeit.

Beispiel:

  • Falsch (Vergangenheit): "Max war ein schüchterner Junge."
  • Richtig (Präsens): "Max ist ein schüchterner Junge."

Auch wenn Max in einer Geschichte vorkommt, die in der Vergangenheit spielt, bleibt seine Schüchternheit ein Merkmal, das im Präsens beschrieben wird.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Es gibt allerdings wenige Ausnahmen, bei denen andere Zeitformen sinnvoll sein können:

  • Vergangenheit: Wenn du über eine Veränderung im Charakter der Figur sprichst. Beispiel: "Anfangs war Anna sehr zurückhaltend, aber im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich zu einer selbstbewussten Frau." Hier wird die Entwicklung, der Prozess, betont.
  • Perfekt: Wenn du auf bereits abgeschlossene Handlungen oder Erfahrungen der Figur eingehst, die ihre aktuelle Persönlichkeit beeinflusst haben. Beispiel: "Lisa hat schwere Zeiten durchgemacht, was sie zu einer sehr empathischen Person gemacht hat." Hier liegt der Fokus auf den Auswirkungen der Vergangenheit auf die Gegenwart.

Wichtig ist, dass auch in diesen Ausnahmen der Großteil der Charakterisierung im Präsens verfasst bleibt. Die anderen Zeitformen dienen lediglich dazu, bestimmte Aspekte hervorzuheben oder zu erklären.

Wie schreibt man eine gute Charakterisierung?

Hier ein paar Tipps:

  • Belege deine Aussagen: Behaupte nicht einfach nur, dass eine Figur "mutig" ist. Gib Beispiele aus dem Text, die diesen Mut beweisen.
  • Differenziere: Vermeide pauschale Aussagen. Menschen sind komplex. Zeige auch Widersprüche und Ambivalenzen auf.
  • Konzentriere dich auf das Wesentliche: Beschreibe nicht jedes Detail. Konzentriere dich auf die wichtigsten Eigenschaften, die die Figur ausmachen.
  • Nutze Zitate: Direkte Zitate aus dem Text können deine Analyse untermauern und lebendiger machen.

Beispiel:

"Frau Müller ist eine ältere Dame, die den ersten Eindruck einer strengen Matriarchin vermittelt. Ihre grauen Haare sind streng zurückgekämmt, und ihre Brille sitzt tief auf der Nase. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine warmherzige Person, die sich hingebungsvoll um ihre Familie kümmert. Ein Beispiel dafür ist, wie sie ihrem Enkel jeden Morgen das Frühstück zubereitet, obwohl sie selbst gesundheitlich angeschlagen ist."

Beachte, wie fast alle Verben im Präsens stehen. Das Perfekt ("gesundheitlich angeschlagen ist") dient dazu, den Grund für ihr Verhalten (die hingebungsvolle Pflege) zu erklären.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Charakterisierung wird hauptsächlich im Präsens verfasst, um die zeitlose Gültigkeit der Eigenschaften der Figur zu betonen. Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn es um Veränderungen oder die Auswirkungen der Vergangenheit geht. Achte auf Belege, Differenzierung und Konzentration auf das Wesentliche, um eine überzeugende Charakterisierung zu schreiben.

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