Inkontinenz Beim Husten Was Tun
Inkontinenz beim Husten, auch als Belastungsinkontinenz bekannt, bedeutet unfreiwilliger Urinverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder anderen Aktivitäten, die Druck auf den Bauchraum ausüben. Keine Panik! Es ist häufig und es gibt viele Dinge, die du dagegen tun kannst.
Was passiert da eigentlich?
Deine Beckenbodenmuskulatur und Schließmuskeln sind wie ein Team, das deine Blase kontrolliert. Wenn du hustest, steigt der Druck in deinem Bauchraum plötzlich an. Wenn dieses "Team" nicht stark genug ist, um diesem Druck standzuhalten, kann Urin austreten. Stell dir vor, du drückst auf einen vollen Luftballon: Wenn du fest genug drückst, platzt er (oder in diesem Fall verlierst du Urin).
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Was tun bei Inkontinenz beim Husten?
Hier sind einige praktische Schritte, die dir helfen können, die Kontrolle zurückzugewinnen:
1. Beckenbodentraining (Kegel-Übungen): Dein bester Freund!
Beckenbodentraining ist wie Fitness für deinen Beckenboden. Es stärkt die Muskeln, die deine Blase unterstützen. So geht's:
- Finde die richtigen Muskeln: Stell dir vor, du versuchst, den Urinfluss zu stoppen oder ein Gas zurückzuhalten. Das sind die Muskeln, die du trainieren musst.
- Anspannen: Spanne diese Muskeln für etwa 5 Sekunden an.
- Entspannen: Entspanne die Muskeln für 5 Sekunden.
- Wiederholen: Mach das 10-15 Mal hintereinander.
- Regelmäßigkeit: Mache diese Übungen 2-3 Mal täglich. Niemand muss es sehen! Du kannst sie überall machen: beim Zähneputzen, beim Warten an der Bushaltestelle oder beim Fernsehen.
Wichtig: Achte darauf, dass du nicht die Bauch-, Bein- oder Gesäßmuskeln anspannst. Es geht nur um den Beckenboden!
2. Gewichtsmanagement: Weniger Druck ist besser
Übergewicht kann zusätzlichen Druck auf deinen Beckenboden ausüben. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können helfen, das Gewicht zu reduzieren und somit die Belastung zu verringern. Stell dir vor: Je leichter der Ballon, desto weniger Druck brauchst du, um ihn zu halten!
3. Flüssigkeitsaufnahme im Blick behalten: Nicht zu viel, nicht zu wenig
Es ist wichtig, ausreichend zu trinken, aber übermäßiges Trinken kann deine Blase überlasten. Versuche, etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag zu trinken. Vermeide übermäßige Mengen an koffeinhaltigen Getränken wie Kaffee und Tee, da diese harntreibend wirken und den Harndrang verstärken können.
4. Blasentraining: Trainiere deine Blase
Blasentraining hilft, die Blase zu kontrollieren und den Harndrang hinauszuzögern.
- Protokollieren: Notiere dir, wann und wie oft du zur Toilette gehst.
- Verlängern: Versuche, die Zeit zwischen den Toilettengängen schrittweise zu verlängern. Wenn du normalerweise alle Stunde gehst, versuche, 15 Minuten länger zu warten.
- Ablenken: Wenn du Harndrang verspürst, versuche, dich abzulenken, zum Beispiel durch Lesen oder Spazierengehen.
5. Hustentechnik verbessern: Weniger Druck auf den Beckenboden
Wenn du husten musst, versuche, dies kontrolliert zu tun. Statt eines heftigen, plötzlichen Hustens, versuche einen sanfteren, kontrollierteren Husten. Das kann helfen, den Druck auf deinen Beckenboden zu reduzieren.
6. Hilfsmittel: Binden und Pessare
Saugfähige Binden können dir ein Gefühl der Sicherheit geben, besonders wenn du unterwegs bist. Es gibt auch Pessare, das sind kleine Geräte, die in die Vagina eingeführt werden, um die Harnröhre zu stützen und Urinverlust zu verhindern. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin darüber.
7. Arztbesuch: Wenn es nicht besser wird
Wenn die oben genannten Maßnahmen nicht helfen oder deine Inkontinenz sich verschlimmert, solltest du unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Medikamente oder in seltenen Fällen eine Operation. Es ist wichtig, die Ursache deiner Inkontinenz zu finden und die richtige Behandlung zu erhalten.
Zusammenfassung: Du bist nicht allein!
Inkontinenz beim Husten ist ein häufiges Problem, das viele Frauen betrifft. Mit den richtigen Übungen, einer gesunden Lebensweise und gegebenenfalls medizinischer Hilfe kannst du die Kontrolle zurückgewinnen und deine Lebensqualität verbessern. Denk daran, du bist nicht allein und es gibt Hilfe! Gib nicht auf!
