Kann Man Sich Per Mail Krankmelden
Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit – es gibt viele Gründe, warum man mal nicht in die Uni oder zur Arbeit kann. Aber wie meldet man sich heutzutage richtig krank? Geht das auch per Mail? Das ist eine Frage, die sich viele Studierende und Berufstätige stellen. In diesem Artikel klären wir, ob eine Krankmeldung per E-Mail in Deutschland rechtlich in Ordnung ist, was du dabei beachten musst und welche Alternativen es gibt.
Krankmeldung per Mail – Was sagt das Gesetz?
Kurz gesagt: Es kommt darauf an! Das deutsche Arbeitsrecht ist in diesem Punkt nicht ganz eindeutig. Es gibt kein Gesetz, das die Krankmeldung per E-Mail explizit verbietet. Allerdings gibt es auch kein Gesetz, das sie explizit erlaubt. Das bedeutet, dass die Zulässigkeit einer Krankmeldung per E-Mail stark von den internen Regelungen deines Arbeitgebers oder deiner Universität abhängt.
Warum ist das so kompliziert? Das Problem liegt in der Nachweisbarkeit. Eine E-Mail ist zwar schnell geschrieben und verschickt, aber es ist schwieriger, den tatsächlichen Zeitpunkt des Zugangs beim Empfänger zu beweisen, als beispielsweise bei einem Telefonanruf oder einem persönlichen Gespräch. Außerdem kann es schwierig sein, die Authentizität der E-Mail zu überprüfen. Könnte sie nicht von jemand anderem als dem vermeintlich Kranken geschickt worden sein?
Was steht im Arbeitsvertrag oder in der Studienordnung?
Der erste Blick sollte immer in deinen Arbeitsvertrag oder deine Studienordnung gehen. Hier sind oft konkrete Regelungen zur Krankmeldung festgehalten. Steht dort beispielsweise, dass du dich telefonisch oder persönlich krankmelden musst, ist eine E-Mail nicht ausreichend. Wenn die Regelungen keine konkreten Angaben zur Form der Krankmeldung machen, kann eine E-Mail unter Umständen ausreichend sein, solange sie den Anforderungen an eine formgerechte Krankmeldung entspricht. Frage am Besten im Zweifelsfall direkt bei deinem Arbeitgeber oder in der Studienberatung nach.
Achtung: Auch wenn dein Arbeitgeber die Krankmeldung per E-Mail grundsätzlich akzeptiert, kann er verlangen, dass du zusätzlich noch eine ärztliche Bescheinigung (den sogenannten "gelben Schein") einreichst. Die Frist, bis zu der du die Bescheinigung vorlegen musst, ist ebenfalls im Arbeitsvertrag oder in der Studienordnung geregelt.
Die Inhalte einer Krankmeldung per Mail – Was muss rein?
Wenn eine Krankmeldung per E-Mail in deinem Fall erlaubt ist, solltest du unbedingt darauf achten, dass die Mail alle wichtigen Informationen enthält. Das sind in der Regel:
- Betreff: Ein klarer Betreff wie "Krankmeldung [Dein Name]"
- Anrede: Eine höfliche Anrede wie "Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name des/der Vorgesetzten/Ansprechpartners/in]"
- Krankmeldung: Die eigentliche Krankmeldung, in der du mitteilst, dass du aufgrund von Krankheit nicht arbeiten/studieren kannst.
- Dauer: Die voraussichtliche Dauer deiner Erkrankung. Sei hier lieber etwas vorsichtig und gib einen etwas längeren Zeitraum an, als du erwartest. Du kannst dich ja immer noch früher gesundmelden.
- Symptome (optional): Du musst deine Krankheit nicht im Detail beschreiben. Es kann aber sinnvoll sein, kurz die Symptome zu nennen, damit dein Arbeitgeber/Dozent die Situation besser einschätzen kann.
- Kontaktdaten: Deine Telefonnummer, unter der du erreichbar bist.
- Hinweis auf ärztliche Bescheinigung: Der Hinweis, dass du eine ärztliche Bescheinigung einreichen wirst (falls erforderlich).
- Grußformel: Eine freundliche Grußformel wie "Mit freundlichen Grüßen"
- Dein Name: Dein vollständiger Name.
Beispiel für eine Krankmeldung per Mail:
Betreff: Krankmeldung Max Mustermann
Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name des/der Vorgesetzten/Ansprechpartners/in],
hiermit melde ich mich aufgrund einer Erkrankung voraussichtlich bis einschließlich [Datum] krank. Ich leide unter starken Kopfschmerzen und Übelkeit.
Ich bin telefonisch unter [Deine Telefonnummer] erreichbar.
Die ärztliche Bescheinigung werde ich Ihnen umgehend zukommen lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Max Mustermann
Vorsicht Falle: Was du vermeiden solltest
Es gibt ein paar Dinge, die du bei einer Krankmeldung per E-Mail unbedingt vermeiden solltest:
- Unklare Formulierungen: Formuliere dich klar und verständlich. Vermeide umgangssprachliche Ausdrücke oder Abkürzungen.
- Falsche Angaben: Mache keine falschen Angaben über deine Erkrankung oder deren Dauer. Das kann im schlimmsten Fall zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen.
- Krankmeldung zu spät abschicken: Melde dich so früh wie möglich krank. Die meisten Arbeitsverträge und Studienordnungen sehen vor, dass du dich unverzüglich nach Kenntnis deiner Erkrankung krankmeldest.
- Keine Rückmeldung: Stelle sicher, dass deine E-Mail angekommen ist. Frage im Zweifelsfall nach, ob die Mail eingegangen ist.
- Fehlende Anhänge: Falls du bereits eine ärztliche Bescheinigung hast, füge sie der E-Mail als Anhang bei.
Alternativen zur Krankmeldung per Mail
Wenn du dir unsicher bist, ob eine Krankmeldung per E-Mail in deinem Fall erlaubt ist, oder wenn du auf Nummer sicher gehen willst, gibt es natürlich auch andere Möglichkeiten:
- Telefonische Krankmeldung: Die klassische Variante. Rufe deinen Arbeitgeber/Dozenten an und melde dich krank.
- Persönliche Krankmeldung: In manchen Fällen ist es erforderlich, sich persönlich krankzumelden, beispielsweise beim direkten Vorgesetzten.
- Krankmeldung per Post: Schicke eine schriftliche Krankmeldung per Post. Das ist zwar etwas aufwendiger, aber dafür hast du einen Nachweis über den Versand.
- Krankmeldung durch Dritte: Lasse dich von einer anderen Person (z.B. einem Familienmitglied oder Freund) krankmelden.
Krankmeldung und Arbeitsrecht – Was du wissen solltest
Hier sind noch ein paar wichtige Punkte zum Thema Krankmeldung und Arbeitsrecht:
- Entgeltfortzahlung: Im Krankheitsfall hast du in der Regel Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Das bedeutet, dass dein Arbeitgeber dir dein Gehalt auch dann weiterzahlen muss, wenn du krank bist. Die Dauer der Entgeltfortzahlung ist gesetzlich geregelt und beträgt in der Regel sechs Wochen.
- Kündigungsschutz: Während deiner Krankheit bist du in der Regel vor Kündigung geschützt. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Wenn du beispielsweise wiederholt unentschuldigt fehlst oder deine Krankheit vortäuschst, kann dir auch während der Krankheit gekündigt werden.
- Gesundmeldung: Wenn du wieder gesund bist, musst du dich bei deinem Arbeitgeber/Dozenten gesundmelden. Am besten informierst du dich vorher, ob es hierfür bestimmte Fristen oder Formvorschriften gibt.
- Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Ab einer bestimmten Krankheitsdauer (meist ab dem dritten Tag) benötigst du eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Diese muss du deinem Arbeitgeber/Dozenten vorlegen.
Studentenleben und Krankheit – Tipps für den Umgang
Als Student ist es oft schwierig, sich eine Auszeit zu gönnen, wenn man krank ist. Der Druck, keine Vorlesungen zu verpassen und alle Aufgaben rechtzeitig zu erledigen, ist oft groß. Hier sind ein paar Tipps, wie du trotzdem gut durch die Krankheit kommst:
- Prioritäten setzen: Konzentriere dich auf das Wichtigste. Versuche nicht, alles auf einmal zu erledigen.
- Lerngruppen nutzen: Bitte deine Kommilitonen, dir die wichtigsten Informationen aus den verpassten Vorlesungen zukommen zu lassen.
- Dozenten kontaktieren: Informiere deine Dozenten über deine Erkrankung und frage nach, ob du verpasste Aufgaben nachreichen kannst.
- Ausruhen: Gönne dir ausreichend Ruhe und Schlaf. Das ist wichtig, damit du schnell wieder gesund wirst.
- Hilfe annehmen: Scheue dich nicht, Hilfe von Freunden, Familie oder Kommilitonen anzunehmen.
Fazit: E-Mail-Krankmeldung – Ja oder Nein?
Ob eine Krankmeldung per E-Mail in deinem Fall zulässig ist, hängt von den individuellen Regelungen deines Arbeitgebers oder deiner Universität ab. Informiere dich am besten vorher, welche Regeln gelten. Wenn du unsicher bist, wähle lieber eine sicherere Variante, wie beispielsweise die telefonische Krankmeldung. Achte in jedem Fall darauf, dass deine Krankmeldung alle wichtigen Informationen enthält und du dich so früh wie möglich krankmeldest.
Wir hoffen, dieser Artikel hat dir geholfen, das Thema Krankmeldung per E-Mail besser zu verstehen. Gute Besserung!
