Kann Man Windpocken übertragen Wenn Man Sie Schon Hatte
Windpocken und Immunität
Windpocken, auch bekannt als Varicella, sind eine hoch ansteckende Krankheit. Sie wird durch das Varicella-Zoster-Virus (VZV) verursacht. Typischerweise äußern sich Windpocken durch juckende Bläschen am ganzen Körper.
Die meisten Menschen erkranken einmal im Leben an Windpocken. Nach der Erkrankung bildet der Körper eine lebenslange Immunität. Das bedeutet, dass man in der Regel nicht noch einmal Windpocken bekommt.
Kann man Windpocken übertragen, wenn man sie schon hatte?
Die Antwort ist: **Nein, in der Regel nicht.** Nach einer durchgemachten Windpocken-Erkrankung ist man immun. Das Immunsystem hat Antikörper entwickelt. Diese schützen den Körper vor einer erneuten Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus.
Es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme: das Herpes Zoster, auch bekannt als Gürtelrose. Die Gürtelrose wird durch dasselbe Virus verursacht wie Windpocken. Es handelt sich aber um eine Reaktivierung des Virus, das nach der Windpocken-Erkrankung in den Nervenknoten schlummert.
Gürtelrose: Eine Reaktivierung des Virus
Das Varicella-Zoster-Virus verschwindet nach einer Windpocken-Erkrankung nicht vollständig aus dem Körper. Es zieht sich in die Nervenknoten (Ganglien) zurück. Dort kann es jahrelang oder sogar lebenslang inaktiv bleiben.
Bei manchen Menschen wird das Virus im Laufe des Lebens reaktiviert. Diese Reaktivierung führt zu einer Gürtelrose. Gürtelrose äußert sich durch einen schmerzhaften, bläschenartigen Ausschlag, der sich meist auf eine Körperhälfte beschränkt.
Die Reaktivierung kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden. Dazu gehören ein geschwächtes Immunsystem, Stress, höheres Alter oder bestimmte Erkrankungen.
Übertragung von Gürtelrose
Obwohl man nach Windpocken nicht erneut Windpocken übertragen kann, ist die Übertragung von Gürtelrose möglich. Genauer gesagt kann man das Varicella-Zoster-Virus übertragen, das dann bei einer Person, die noch keine Windpocken hatte, zu Windpocken führt.
Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit den Flüssigkeiten aus den Bläschen der Gürtelrose. Eine Person mit Gürtelrose ist also nur dann ansteckend, wenn die Bläschen aufgeplatzt sind und Flüssigkeit austritt. Sobald die Bläschen verkrustet sind, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.
Es ist wichtig zu betonen: Eine Person mit Gürtelrose kann **keine** Gürtelrose übertragen. Sie kann lediglich Windpocken bei jemandem verursachen, der noch nicht immun ist. Eine erneute Infektion mit Windpocken bei der Person, die die Gürtelrose hatte, ist aber in der Regel nicht möglich.
Vorbeugung und Schutz
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich vor Windpocken und Gürtelrose zu schützen. Die effektivste Methode ist die Windpocken-Impfung. Sie wird für Kinder und Jugendliche empfohlen, die noch keine Windpocken hatten.
Auch gegen Gürtelrose gibt es eine Impfung. Diese wird für Menschen ab 60 Jahren empfohlen, um das Risiko einer Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus zu reduzieren.
Personen mit Gürtelrose sollten die Bläschen abdecken. Dies hilft, die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Außerdem ist es wichtig, direkten Kontakt mit Schwangeren, Neugeborenen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem zu vermeiden. Diese Gruppen sind besonders gefährdet für schwere Verläufe von Windpocken.
Zusammenfassung
Nach einer durchgemachten Windpocken-Erkrankung ist man in der Regel immun und kann die Krankheit nicht erneut übertragen. Allerdings kann das Varicella-Zoster-Virus als Gürtelrose reaktiviert werden. Die Flüssigkeit aus den Gürtelrose-Bläschen kann bei nicht-immunen Personen Windpocken verursachen. Impfungen gegen Windpocken und Gürtelrose bieten einen wirksamen Schutz.
