Kann Neurodermitis Im Alter Auftreten
Neurodermitis im Alter: Ja, das kann passieren!
Was ist Neurodermitis überhaupt? Kurz gesagt: eine chronische, juckende Hauterkrankung. Viele denken, sie tritt nur bei Kindern auf, aber das stimmt nicht. Neurodermitis kann auch im höheren Alter auftreten oder wiederkehren.
Warum Neurodermitis im Alter?
Es gibt verschiedene Gründe, warum Neurodermitis im Alter entstehen kann:
- Neue Auslöser: Im Laufe des Lebens kommen wir mit vielen neuen Stoffen in Kontakt. Diese können die Haut reizen und eine Neurodermitis auslösen. Denk an neue Medikamente, Waschmittel oder sogar veränderte Ernährungsgewohnheiten.
- Geschwächte Hautbarriere: Mit zunehmendem Alter wird die Haut dünner und trockener. Die natürliche Schutzfunktion (die Hautbarriere) wird schwächer. Dadurch können Reizstoffe leichter eindringen und Entzündungen verursachen. Stell dir vor, die Haut ist wie eine Mauer. Im Alter bekommt diese Mauer Risse und ist nicht mehr so stabil.
- Stress: Stress ist ein bekannter Auslöser für Neurodermitis. Stress kann im Alter durch Renteneintritt, Verlust von Angehörigen oder gesundheitliche Probleme entstehen.
- Vorerkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können das Risiko für Neurodermitis erhöhen.
- Genetische Veranlagung: Manchmal schlummert die Neurodermitis bereits seit der Kindheit und bricht erst im Alter wieder aus. Die genetische Veranlagung spielt also auch eine Rolle.
Wie erkennt man Neurodermitis im Alter?
Die Symptome ähneln denen bei jüngeren Menschen, können aber etwas anders aussehen:
- Juckreiz: Das wichtigste Symptom ist starker Juckreiz. Er kann so schlimm sein, dass er den Schlaf stört.
- Trockene Haut: Die Haut ist sehr trocken und schuppig.
- Ekzeme: Rote, entzündete Stellen, sogenannte Ekzeme, bilden sich. Diese können nässen oder verkrusten.
- Veränderungen im Hautbild: Die Haut kann verdickt und lederartig werden (Lichenifikation) durch ständiges Kratzen.
- Betroffene Stellen: Typische Stellen sind Armbeugen, Kniekehlen, Hals, Gesicht und Hände. Bei älteren Menschen können auch der Rumpf und die Kopfhaut betroffen sein.
Was kann man tun?
Auch wenn Neurodermitis im Alter lästig ist, gibt es viele Möglichkeiten, die Symptome zu lindern:
- Hautpflege: Regelmäßige Hautpflege mit rückfettenden Cremes und Lotionen ist das A und O. Vermeide aggressive Seifen und Duschgels.
- Juckreiz lindern: Antihistaminika können helfen, den Juckreiz zu reduzieren. Frage deinen Arzt oder Apotheker nach geeigneten Mitteln.
- Entzündungen behandeln: Kortisonhaltige Cremes oder Salben können Entzündungen lindern. Diese sollten aber nur kurzfristig und unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.
- Stress reduzieren: Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
- Allergieauslöser vermeiden: Wenn du weißt, welche Stoffe deine Neurodermitis auslösen, solltest du sie meiden.
- Ärztliche Beratung: Suche unbedingt einen Arzt (Hautarzt) auf, um eine genaue Diagnose zu erhalten und die richtige Behandlung zu besprechen.
Wichtig: Neurodermitis im Alter ist behandelbar. Mit der richtigen Pflege und Behandlung kannst du deine Lebensqualität deutlich verbessern!
Beispiel: Frau Müller, 70 Jahre, bemerkte plötzlich juckende Ekzeme an ihren Händen. Nach dem Besuch beim Hautarzt wurde Neurodermitis diagnostiziert. Durch regelmäßige Hautpflege mit einer speziellen Creme und Vermeidung von bestimmten Waschmitteln konnte sie ihre Symptome deutlich reduzieren und ihren Alltag wieder genießen.
