Können Erwachsene Hand Mund Fuß Bekommen
Stellen Sie sich vor: Sie fühlen sich erschöpft, haben vielleicht leichtes Fieber, und dann entdecken Sie rote Flecken auf Ihren Händen, Füßen und sogar im Mund. Ihr erster Gedanke ist wahrscheinlich nicht "Hand-Mund-Fuß-Krankheit" – das ist doch eine Kinderkrankheit, oder? Die Wahrheit ist, auch wenn es seltener vorkommt, können auch Erwachsene an der Hand-Mund-Fuß-Krankheit (HMFK) erkranken. Und das kann ziemlich unangenehm sein.
Was ist die Hand-Mund-Fuß-Krankheit?
Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die in erster Linie durch Coxsackieviren A16 und Enterovirus 71 verursacht wird. Sie ist am häufigsten bei Säuglingen und Kindern unter 5 Jahren zu finden, aber wie gesagt, sie kann auch Erwachsene treffen. Der Name der Krankheit kommt von den typischen Symptomen: Bläschen oder rote Flecken an den Händen, Füßen und im Mund.
Im Gegensatz zu dem, was der Name vermuten lässt, hat die Hand-Mund-Fuß-Krankheit nichts mit der Maul- und Klauenseuche zu tun, die Nutztiere befällt.
Können Erwachsene wirklich Hand-Mund-Fuß bekommen?
Ja, absolut. Es ist vielleicht weniger verbreitet als bei Kindern, aber Erwachsene sind nicht immun. Das liegt daran, dass die Immunität gegen die Viren, die die Krankheit verursachen, nicht lebenslang anhält. Man kann sich also auch als Erwachsener infizieren, besonders wenn man engen Kontakt zu infizierten Kindern hat.
Warum ist es bei Erwachsenen seltener? Kinder haben in der Regel noch kein Immunsystem aufgebaut, das die Viren effizient abwehren kann. Erwachsene haben oft schon eine gewisse Immunität entwickelt, entweder durch frühere Infektionen (die vielleicht sogar unbemerkt verlaufen sind) oder durch den Kontakt mit ähnlichen Viren. Trotzdem kann das Virus sie unter bestimmten Umständen erwischen.
Ursachen und Ansteckung bei Erwachsenen
Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ist sehr ansteckend und verbreitet sich leicht durch:
- Direkten Kontakt: Berührung von Bläschen, Speichel oder Stuhl einer infizierten Person.
- Tröpfcheninfektion: Durch Husten oder Niesen einer infizierten Person.
- Kontaminierte Oberflächen: Berühren von Gegenständen (Spielzeug, Türklinken, etc.), die mit dem Virus kontaminiert sind, und anschließendes Berühren von Mund, Nase oder Augen.
Erwachsene stecken sich oft an, wenn sie:
- Kinder mit der Krankheit pflegen.
- In Kindertagesstätten oder Schulen arbeiten.
- Ein geschwächtes Immunsystem haben (z.B. durch Stress, andere Krankheiten oder Medikamente).
Symptome bei Erwachsenen
Die Symptome der Hand-Mund-Fuß-Krankheit bei Erwachsenen ähneln denen bei Kindern, können aber manchmal schwerwiegender sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Fieber: Oft leichtes Fieber (38-39°C).
- Halsschmerzen: Schmerzen beim Schlucken.
- Appetitlosigkeit: Mangelndes Interesse am Essen.
- Unwohlsein: Ein allgemeines Gefühl von Kranksein und Müdigkeit.
- Hautausschlag: Rote Flecken, die sich zu Bläschen entwickeln, typischerweise an Händen, Füßen und im Mund. Der Ausschlag kann auch an Knien, Ellbogen, im Genitalbereich oder am Gesäß auftreten.
- Schmerzen im Mund: Die Bläschen im Mund können sehr schmerzhaft sein, was das Essen und Trinken erschwert.
Der Verlauf der Krankheit: Die Inkubationszeit (die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Symptome) beträgt in der Regel 3-6 Tage. Die Symptome dauern normalerweise 7-10 Tage an.
Unterschiede zu Kindern: Erwachsene berichten häufiger über stärkere Schmerzen, insbesondere im Mund, und der Ausschlag kann ausgeprägter sein. Auch die Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen und Muskelschmerzen können intensiver wahrgenommen werden.
Komplikationen
In den meisten Fällen verläuft die Hand-Mund-Fuß-Krankheit bei Erwachsenen mild und ohne Komplikationen. Es gibt jedoch seltene, aber mögliche Komplikationen:
- Dehydration: Durch die schmerzhaften Bläschen im Mund kann es schwierig sein, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
- Bakterielle Superinfektion: Die Bläschen können sich infizieren, wenn sie aufgekratzt werden.
- Virale Meningitis: In sehr seltenen Fällen kann das Virus das Gehirn und die Rückenmarkshäute befallen. Dies äußert sich durch starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Lichtempfindlichkeit.
- Enzephalitis: Eine noch seltenere, aber schwerwiegendere Komplikation, die zu Hirnschäden führen kann.
- Nagelablösung (Onychomadese): In einigen Fällen kann es Wochen oder Monate nach der Infektion zu einer Ablösung der Nägel kommen. Dies ist in der Regel schmerzlos und die Nägel wachsen wieder nach.
- Myokarditis (Herzmuskelentzündung): Extrem selten, aber potenziell lebensbedrohlich.
Wann zum Arzt? Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie:
- Hohes Fieber haben (über 39°C).
- Anzeichen einer Dehydration zeigen (wenig Urin, trockener Mund, Schwindel).
- Starke Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit haben.
- Schwierigkeiten beim Atmen haben.
- Sich sehr schwach oder benommen fühlen.
Diagnose
Die Diagnose der Hand-Mund-Fuß-Krankheit wird in der Regel anhand der typischen Symptome gestellt. Ein Arzt wird Sie untersuchen und nach den charakteristischen Bläschen an Händen, Füßen und im Mund suchen. In seltenen Fällen, wenn die Diagnose unklar ist oder Komplikationen auftreten, kann eine Stuhlprobe oder ein Abstrich von einer Bläschenflüssigkeit zur Virusidentifizierung entnommen werden.
Behandlung für Erwachsene
Es gibt keine spezifische Behandlung für die Hand-Mund-Fuß-Krankheit. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern:
- Schmerzlinderung: Paracetamol oder Ibuprofen können helfen, Fieber und Schmerzen zu lindern.
- Mundspülungen: Spülungen mit lauwarmem Salzwasser können die Schmerzen im Mund lindern und die Heilung fördern. Vermeiden Sie alkoholhaltige Mundspülungen, da diese die Schleimhaut reizen können.
- Betäubende Mundgels: Gels mit Lokalanästhetika (z.B. Lidocain) können auf die schmerzhaften Stellen im Mund aufgetragen werden. Achten Sie darauf, die Anweisungen des Arztes oder Apothekers zu befolgen.
- Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, um Dehydration zu vermeiden. Kühle Getränke, Eis am Stiel oder Suppen können besonders angenehm sein. Vermeiden Sie säurehaltige Getränke (wie Orangensaft), da diese die Bläschen im Mund reizen können.
- Weiche Nahrung: Essen Sie weiche, leicht zu schluckende Nahrungsmittel, um die Schmerzen im Mund zu minimieren. Geeignete Optionen sind Joghurt, Kartoffelbrei, Suppen oder Smoothies.
- Ruhe: Gönnen Sie Ihrem Körper ausreichend Ruhe, um sich zu erholen.
Was Sie vermeiden sollten:
- Aspirin: Aspirin sollte bei Kindern und Jugendlichen vermieden werden, da es das seltene, aber schwerwiegende Reye-Syndrom verursachen kann. Obwohl Erwachsene kein Reye-Syndrom entwickeln können, ist es dennoch ratsam, auf Aspirin zu verzichten, insbesondere bei viralen Infektionen.
- Kratzen der Bläschen: Vermeiden Sie es, die Bläschen aufzukratzen, da dies das Risiko einer bakteriellen Infektion erhöht.
Vorbeugung
Die beste Vorbeugung gegen die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ist eine gute Hygiene:
- Häufiges Händewaschen: Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Wasser und Seife, besonders nach dem Windelwechseln, nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
- Reinigung und Desinfektion: Reinigen und desinfizieren Sie häufig berührte Oberflächen wie Spielzeug, Türklinken und Arbeitsplatten.
- Vermeidung von engem Kontakt: Vermeiden Sie engen Kontakt mit infizierten Personen, insbesondere mit Kindern, die an der Krankheit erkrankt sind.
- Kein Teilen von Gegenständen: Teilen Sie keine Getränke, Besteck oder Handtücher mit anderen.
- Isolation: Wenn Sie selbst an der Hand-Mund-Fuß-Krankheit erkrankt sind, bleiben Sie zu Hause, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Vermeiden Sie den Kontakt zu anderen, insbesondere zu Kindern, Schwangeren und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Schwangere Frauen: Schwangere Frauen sollten besonders vorsichtig sein, da die Krankheit in seltenen Fällen zu Komplikationen für das ungeborene Kind führen kann, insbesondere wenn die Mutter sich kurz vor der Entbindung infiziert.
Fazit
Auch wenn die Hand-Mund-Fuß-Krankheit meist als Kinderkrankheit gilt, können auch Erwachsene daran erkranken. Obwohl die Symptome unangenehm sein können, ist die Krankheit in der Regel nicht schwerwiegend und heilt von selbst aus. Eine gute Hygiene ist der beste Schutz. Wenn Sie Symptome entwickeln, suchen Sie einen Arzt auf, um Komplikationen auszuschließen und die bestmögliche Behandlung zu erhalten. Denken Sie daran: Auch wenn es lästig ist, die Hand-Mund-Fuß-Krankheit bei Erwachsenen ist in den meisten Fällen vorübergehend. Mit der richtigen Pflege und Hygiene können Sie sich bald wieder besser fühlen.
