Kribbeln In Händen Und Füssen
Kribbeln in Händen und Füßen, oft auch als Parästhesie bezeichnet, beschreibt ein unangenehmes Gefühl. Es fühlt sich an wie Ameisenlaufen, Nadelstiche, ein Taubheitsgefühl oder Brennen in den Extremitäten.
Stell dir vor, du sitzt lange mit gekreuzten Beinen. Irgendwann merkst du, dass dein Fuß "einschläft". Das ist eine kurzzeitige Parästhesie. Sie entsteht, weil Nerven durch den Druck behindert werden.
Ursachen für gelegentliches Kribbeln
Gelegentliches Kribbeln ist meist harmlos. Die häufigsten Ursachen sind:
- Druck auf Nerven: Wie beim gekreuzten Bein. Auch langes Tippen oder Halten eines Telefons kann Nerven einklemmen.
- Schlechte Durchblutung: Enge Kleidung oder längeres Sitzen ohne Bewegung können die Durchblutung beeinträchtigen.
- Hyperventilation: Schnelles, tiefes Atmen kann zu einem Ungleichgewicht im Körper führen, das Kribbeln auslösen kann.
Diese Art von Kribbeln verschwindet in der Regel schnell, sobald die Ursache behoben ist. Beispielsweise, wenn du aufstehst und dich bewegst, nachdem dein Bein "eingeschlafen" ist.
Wann sollte man zum Arzt?
Kribbeln in Händen und Füßen kann aber auch ein Symptom für ernstere Erkrankungen sein. Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn:
- Das Kribbeln häufig oder dauerhaft auftritt.
- Das Kribbeln mit anderen Symptomen einhergeht, wie z.B. Schmerzen, Schwäche, Schwindel oder Verlust der Kontrolle über Blase oder Darm.
- Du keine klare Ursache für das Kribbeln erkennen kannst.
Mögliche Erkrankungen als Ursache
Einige Erkrankungen, die Kribbeln in Händen und Füßen verursachen können, sind:
- Diabetes: Hoher Blutzucker kann Nervenschäden verursachen (diabetische Neuropathie).
- Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin B12, Folsäure oder anderen Vitaminen kann Nervenfunktionen beeinträchtigen.
- Carpaltunnelsyndrom: Eine Einklemmung des Nervus medianus im Handgelenk.
- Multiple Sklerose (MS): Eine Autoimmunerkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft.
- Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse können Kribbeln verursachen.
- Nierenerkrankungen: Nierenerkrankungen können zu einem Ungleichgewicht von Elektrolyten führen, was Kribbeln verursachen kann.
- Infektionen: Bestimmte Infektionen, wie z.B. Borreliose, können Nervenschäden verursachen.
- Vergiftungen: Die Exposition gegenüber bestimmten Toxinen, wie z.B. Schwermetallen, kann Nerven schädigen.
Diagnose und Behandlung
Um die Ursache des Kribbelns zu finden, wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen und nach deiner Krankengeschichte fragen. Möglicherweise sind auch weitere Untersuchungen notwendig, wie z.B. eine Blutuntersuchung, eine Nervenleitgeschwindigkeitstest (NLG) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT).
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Kribbelns. Bei vorübergehendem Kribbeln helfen oft einfache Maßnahmen wie Bewegung, Massagen oder warme Bäder. Wenn eine Grunderkrankung vorliegt, muss diese behandelt werden. Beispielsweise wird bei Diabetes versucht, den Blutzucker zu kontrollieren. Bei Vitaminmangel werden entsprechende Nahrungsergänzungsmittel verabreicht. Im Falle eines Carpaltunnelsyndroms kann eine Schiene oder eine Operation notwendig sein.
Wichtig: Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um mögliche Schäden an den Nerven zu vermeiden.
