Kündigung Am Letzten Tag Der Probezeit
Kündigung am letzten Tag der Probezeit: Was bedeutet das genau? Es handelt sich darum, dass dein Arbeitgeber oder du selbst das Arbeitsverhältnis an dem allerletzten Tag eurer Probezeit beenden möchtet. Die Probezeit ist eine Art Testphase, in der beide Seiten prüfen, ob die Zusammenarbeit passt.
Schritt 1: Die Probezeit verstehen
Die Probezeit ist meistens in deinem Arbeitsvertrag festgelegt. Sie dauert oft zwischen einem und sechs Monaten. Während dieser Zeit können sowohl du als auch dein Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit einer kürzeren Kündigungsfrist beenden. Denke daran: Sie dient dazu, zu sehen, ob du und die Firma zueinander passen.
Beispiel: Dein Arbeitsvertrag beginnt am 1. Januar und die Probezeit dauert 6 Monate. Der letzte Tag der Probezeit ist also der 30. Juni.
Schritt 2: Die Kündigungsfrist während der Probezeit
Während der Probezeit ist die Kündigungsfrist meist sehr kurz. Oft beträgt sie nur 2 Wochen. Das bedeutet, dass du oder dein Arbeitgeber 14 Tage vor dem gewünschten Austrittstermin kündigen müsst. Es ist wichtig, in deinem Arbeitsvertrag nachzulesen, welche Kündigungsfrist genau gilt.
Wichtiger Hinweis: Die Kündigung muss dem Arbeitgeber/Arbeitnehmer innerhalb der Probezeit zugehen. Es reicht nicht, sie am letzten Tag der Probezeit abzusenden. Sie muss angekommen sein!
Schritt 3: Kündigung am letzten Tag – geht das überhaupt?
Ja, es ist möglich, am letzten Tag der Probezeit zu kündigen. Aber es gibt einiges zu beachten: Die Kündigungserklärung muss dem Empfänger (Arbeitgeber oder Arbeitnehmer) am letzten Tag der Probezeit zugehen. "Zugehen" bedeutet, dass die Person die Kündigung tatsächlich erhalten hat, zum Beispiel durch persönliche Übergabe oder Einwurf in den Briefkasten.
Problem: Es kann stressig sein, die Kündigung so kurzfristig zuzustellen. Besser ist, ein paar Tage früher zu kündigen, um sicherzugehen.
Schritt 4: Form der Kündigung
Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Eine mündliche Kündigung ist ungültig. Das bedeutet, du musst einen Brief schreiben oder ein entsprechendes Dokument erstellen, in dem du oder dein Arbeitgeber die Kündigung erklärt.
Inhalt des Kündigungsschreibens:
- Dein Name und die Adresse des Arbeitgebers
- Das Datum
- Der Satz, dass du (oder dein Arbeitgeber) das Arbeitsverhältnis kündigst
- Der genaue Zeitpunkt, zu dem das Arbeitsverhältnis enden soll (unter Einhaltung der Kündigungsfrist!)
- Deine Unterschrift (oder die Unterschrift des Arbeitgebers)
Schritt 5: Zustellung der Kündigung
Wie stellst du sicher, dass die Kündigung rechtzeitig ankommt? Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
- Persönliche Übergabe: Du gibst die Kündigung direkt dem Arbeitgeber (oder deinem Arbeitnehmer) und lässt dir den Empfang schriftlich bestätigen.
- Einschreiben mit Rückschein: Du schickst die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein. So hast du einen Beweis, dass die Kündigung zugestellt wurde.
- Einwurf in den Briefkasten: Achte darauf, dass du die Kündigung so einwirfst, dass sie am selben Tag zur Kenntnis genommen werden kann. Am besten machst du das mit einem Zeugen, der bestätigen kann, wann du die Kündigung eingeworfen hast.
Schritt 6: Was passiert nach der Kündigung?
Nachdem die Kündigung wirksam geworden ist, endet dein Arbeitsverhältnis (oder das deines Mitarbeiters) zu dem vereinbarten Zeitpunkt. Du hast dann Anspruch auf dein Gehalt bis zum letzten Tag und auf ein Arbeitszeugnis.
Wichtig: Sprich mit deinem Arbeitgeber (oder deinem Arbeitnehmer) über die Modalitäten der Übergabe von Arbeitsmaterialien und die Auszahlung des Gehalts.
Zusammenfassung
Eine Kündigung am letzten Tag der Probezeit ist möglich, aber knifflig. Achte auf die Kündigungsfrist, die Schriftform und den rechtzeitigen Zugang der Kündigung. Plane lieber etwas Puffer ein, um Stress zu vermeiden. Und vergiss nicht: Eine klare und offene Kommunikation mit deinem Arbeitgeber (oder deinem Arbeitnehmer) ist immer der beste Weg.
