Länger Als 6 Wochen Krank -- Was Muss Ich Tun
Wenn Sie länger als 6 Wochen krank sind, gibt es bestimmte Dinge, die Sie beachten müssen. Es ist wichtig, die notwendigen Schritte zu kennen, um Ihre Ansprüche auf Krankengeld zu sichern und Probleme mit Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Krankenkasse zu vermeiden.
Was bedeutet "Länger als 6 Wochen krank"? Das bedeutet, dass Sie ununterbrochen länger als 42 Kalendertage arbeitsunfähig sind. Die 6-Wochen-Frist ist wichtig, weil sie den Übergang von der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber zum Bezug von Krankengeld durch die Krankenkasse markiert.
Die wichtigsten Schritte, wenn Sie länger als 6 Wochen krank sind:
- Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Gehen Sie weiterhin regelmäßig zu Ihrem Arzt und lassen Sie sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen. Die AU muss lückenlos sein, das heißt, sie muss direkt an die vorherige AU anschließen. Wenn Sie z.B. am Freitag eine AU bis zum Freitag haben, brauchen Sie am Montag eine neue AU.
- Krankenkasse informieren: Ihre Krankenkasse muss unverzüglich über Ihre längerfristige Arbeitsunfähigkeit informiert werden. In der Regel übernimmt das Ihr Arzt, indem er die AU direkt an die Krankenkasse übermittelt. Fragen Sie aber zur Sicherheit nach, ob die Übermittlung tatsächlich erfolgt ist.
- Antrag auf Krankengeld stellen: Die Krankenkasse schickt Ihnen in der Regel einen Antrag auf Krankengeld zu. Füllen Sie diesen sorgfältig und vollständig aus und senden Sie ihn zurück. Achten Sie auf die Fristen!
- Mitwirkungspflichten: Sie haben gegenüber Ihrer Krankenkasse Mitwirkungspflichten. Das bedeutet, dass Sie beispielsweise Fragen zu Ihrer Erkrankung beantworten und an medizinischen Untersuchungen teilnehmen müssen, wenn die Krankenkasse dies verlangt.
- Kontakt zum Arbeitgeber halten: Informieren Sie Ihren Arbeitgeber regelmäßig über den Stand Ihrer Erkrankung und die voraussichtliche Dauer Ihrer Arbeitsunfähigkeit. Das ist zwar keine rechtliche Pflicht, aber ein Zeichen von Professionalität und gutem Willen.
Was passiert nach den 6 Wochen? Nach den 6 Wochen zahlt Ihr Arbeitgeber keinen Lohn mehr. Stattdessen erhalten Sie Krankengeld von Ihrer Krankenkasse. Das Krankengeld beträgt in der Regel 70% Ihres Bruttoeinkommens, jedoch maximal 90% Ihres Nettoeinkommens.
Wichtig zu wissen:
- Aussteuerung: Krankengeld wird maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren für dieselbe Erkrankung gezahlt. Danach werden Sie "ausgesteuert". Was danach passiert, hängt von Ihrer individuellen Situation ab (z.B. Arbeitslosengeld I, Bürgergeld, Rente).
- Wiedereingliederung: Um den Übergang zurück ins Arbeitsleben zu erleichtern, kann eine Wiedereingliederung (auch "Hamburger Modell" genannt) vereinbart werden. Dabei arbeiten Sie zunächst weniger Stunden und steigern die Arbeitszeit langsam wieder.
- Arbeitsrechtliche Konsequenzen: Längere Krankheit kann unter Umständen arbeitsrechtliche Konsequenzen haben, z.B. eine Kündigung. Eine Kündigung wegen Krankheit ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.
Praktische Anwendung:
- Checkliste erstellen: Erstellen Sie eine Checkliste mit den oben genannten Schritten, um nichts zu vergessen.
- Beratung suchen: Lassen Sie sich von Ihrer Krankenkasse, einem Anwalt für Sozialrecht oder einer Beratungsstelle beraten, wenn Sie Fragen oder Probleme haben.
- Dokumentation: Bewahren Sie alle Dokumente (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Anträge, Bescheide) sorgfältig auf.
Die Situation "Länger als 6 Wochen krank" kann belastend sein. Es ist wichtig, gut informiert zu sein und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um Ihre Ansprüche zu sichern und Ihren Genesungsprozess zu unterstützen. Bleiben Sie gesund!
