Loch Im Herzen Bei Neugeborenen
Ein Loch im Herzen bei Neugeborenen, auch bekannt als persistierendes Foramen ovale (PFO), bezeichnet eine Öffnung zwischen den beiden Vorhöfen des Herzens. Normalerweise schließt sich dieses Loch kurz nach der Geburt. Bleibt es offen, kann es zu verschiedenen Problemen führen, auch wenn viele Menschen mit einem PFO ein Leben lang keine Symptome zeigen. Es ist wichtig zu verstehen, was ein PFO ist, wie es diagnostiziert wird und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Was ist ein persistierendes Foramen ovale (PFO)?
Während der Schwangerschaft erhält das Baby Sauerstoff nicht über die Lunge, sondern über die Plazenta. Ein Foramen ovale ermöglicht es dem Blut, den Lungenkreislauf zu umgehen und direkt vom rechten in den linken Vorhof zu gelangen. Nach der Geburt sollte sich dieses Loch schließen, da das Baby nun selbstständig atmet und die Lunge ihre Funktion aufnimmt. Wenn das Foramen ovale offen bleibt, spricht man von einem PFO. Dies bedeutet, dass Blut weiterhin von einem Vorhof in den anderen fließen kann.
Es ist wichtig zu betonen, dass ein kleines PFO oft keine Probleme verursacht. Viele Menschen leben mit einem PFO, ohne es zu wissen. Allerdings kann ein größeres PFO oder ein PFO in Kombination mit anderen Faktoren das Risiko für bestimmte Komplikationen erhöhen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache, warum sich das Foramen ovale nicht schließt, ist nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen können. Es gibt keine spezifischen Risikofaktoren, die eindeutig mit einem PFO in Verbindung gebracht werden können.
Symptome
In den meisten Fällen verursacht ein PFO keine Symptome. Manchmal können jedoch folgende Symptome auftreten, insbesondere bei größeren PFOs:
- Migräne: Es gibt Hinweise darauf, dass ein PFO mit Migräne, insbesondere Migräne mit Aura, in Verbindung stehen kann.
- Schlaganfall: In seltenen Fällen kann ein PFO bei jungen Menschen ohne andere Risikofaktoren für einen Schlaganfall verantwortlich sein. Dies geschieht, wenn ein Blutgerinnsel, das sich normalerweise in den Lungen verfangen würde, durch das PFO in den arteriellen Kreislauf gelangt und ein Blutgefäß im Gehirn verstopft.
- Dekompressionkrankheit: Bei Tauchern kann ein PFO das Risiko für die Dekompressionkrankheit erhöhen.
- Paradoxe Embolie: Dies bezeichnet das Auftreten eines Blutgerinnsels, das eigentlich im venösen System hätte bleiben sollen, aber durch das PFO in den arteriellen Kreislauf gelangt ist.
Diagnose
Die Diagnose eines PFO erfolgt in der Regel durch eine Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens). Ein transösophageales Echokardiogramm (TEE), bei dem die Ultraschallsonde über die Speiseröhre eingeführt wird, liefert detailliertere Bilder des Herzens und ist oft notwendig, um ein PFO sicher zu diagnostizieren. Während der Untersuchung kann ein Kontrastmittel injiziert werden, um den Blutfluss durch das PFO sichtbar zu machen.
Behandlung
Nicht jedes PFO muss behandelt werden. Die Entscheidung für eine Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Größe des PFO, dem Vorliegen von Symptomen und dem individuellen Risikoprofil des Patienten.
Folgende Behandlungsoptionen stehen zur Verfügung:
- Medikamentöse Therapie: In einigen Fällen können Medikamente zur Blutverdünnung (Antikoagulantien oder Thrombozytenaggregationshemmer) eingesetzt werden, um das Risiko von Blutgerinnseln zu verringern.
- PFO-Verschluss: Dies ist ein minimal-invasiver Eingriff, bei dem ein spezielles Schirmchenkatheter über einen Katheter durch die Blutgefäße zum Herzen geführt wird und das PFO verschließt. Der Eingriff wird in der Regel unter örtlicher Betäubung oder Sedierung durchgeführt.
Zusammenfassung
Ein PFO ist ein offenes Loch zwischen den Vorhöfen des Herzens, das sich normalerweise nach der Geburt schließt. Viele Menschen leben mit einem PFO, ohne es zu wissen. Wenn jedoch Symptome auftreten oder das Risiko für Komplikationen erhöht ist, kann eine Behandlung erforderlich sein. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Echokardiographie, und die Behandlungsmöglichkeiten umfassen Medikamente zur Blutverdünnung oder einen PFO-Verschluss.
