Lohnt Sich Eine Steuererklärung Für Azubis
Kennst du das Gefühl, am Ende des Monats knapp bei Kasse zu sein, obwohl du fleißig in deiner Ausbildung bist? Viele Azubis denken, dass sich eine Steuererklärung für sie nicht lohnt. Aber ist das wirklich so? Stell dir vor, du könntest einen Teil deines hart verdienten Geldes zurückbekommen – Geld, das du vielleicht für deinen Führerschein, ein neues Hobby oder einfach nur zum Sparen nutzen könntest. Klingt gut, oder? Lass uns gemeinsam herausfinden, ob sich eine Steuererklärung für dich als Azubi wirklich lohnt.
Warum viele Azubis keine Steuererklärung machen
Es ist verständlich, dass viele Auszubildende zögern, sich mit dem Thema Steuererklärung auseinanderzusetzen. Oftmals wird es als kompliziert und zeitaufwendig wahrgenommen. Hinzu kommt die Annahme, dass man als Azubi ohnehin nicht genug verdient, um Steuern zurückzubekommen. Diese Vorurteile halten viele davon ab, sich überhaupt damit zu beschäftigen.
Ein weiterer Grund ist die fehlende Information. Viele Azubis wissen schlichtweg nicht, welche Ausgaben sie absetzen können und welche Vorteile eine Steuererklärung mit sich bringt. Oftmals fehlt auch die Unterstützung von Seiten des Ausbildungsbetriebs oder der Familie.
Lohnt sich eine Steuererklärung für Azubis wirklich?
Die kurze Antwort: Ja, in den meisten Fällen lohnt sich eine Steuererklärung für Azubis! Auch wenn dein Einkommen während der Ausbildung gering ist, zahlst du in der Regel Lohnsteuer. Und ein Großteil dieser Steuer kann unter Umständen zurückgefordert werden.
Warum? Weil du als Azubi viele Ausgaben hast, die du steuerlich geltend machen kannst. Dazu gehören beispielsweise Fahrtkosten zur Berufsschule, Arbeitsmittel, Fachliteratur, Fortbildungskosten und sogar Umzugskosten, wenn du für die Ausbildung umziehen musstest.
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht regelmäßig Daten, die zeigen, dass viele Arbeitnehmer, darunter auch Auszubildende, durchschnittlich mehrere Hundert Euro durch ihre Steuererklärung zurückbekommen. Die genaue Summe hängt natürlich von deinen individuellen Ausgaben und deinem Einkommen ab, aber es lohnt sich definitiv, es zu prüfen.
Welche Ausgaben kannst du als Azubi absetzen?
Hier ein Überblick über einige der wichtigsten Ausgaben, die du in deiner Steuererklärung angeben kannst:
Fahrtkosten
Deine Fahrtkosten zur Berufsschule und zum Ausbildungsbetrieb kannst du als Werbungskosten absetzen. Hier gilt die Entfernungspauschale, also ein fester Betrag pro Kilometer. Es ist wichtig zu beachten, dass nur die einfache Strecke berücksichtigt wird. Beispiel: Wenn dein Arbeitsweg 20 Kilometer beträgt, kannst du 20 Kilometer pro Arbeitstag ansetzen.
Arbeitsmittel
Alles, was du für deine Ausbildung benötigst, wie z.B. Werkzeug, Schutzkleidung, Taschenrechner oder Fachbücher, kannst du als Arbeitsmittel geltend machen. Achte darauf, die Belege aufzubewahren! Bis zu einem Betrag von 110 Euro (netto) pro Gegenstand können die Kosten sofort abgesetzt werden. Übersteigt der Wert 110 Euro, muss der Gegenstand über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden.
Fachliteratur
Fachbücher, Zeitschriften und andere Fachliteratur, die du für deine Ausbildung benötigst, sind ebenfalls absetzbar. Auch hier gilt: Belege sammeln!
Fortbildungskosten
Wenn du dich neben deiner Ausbildung weiterbildest, z.B. durch Kurse oder Seminare, kannst du auch diese Kosten absetzen.
Umzugskosten
Musstest du für deine Ausbildung umziehen? Dann kannst du die Umzugskosten in deiner Steuererklärung angeben. Dazu gehören beispielsweise die Kosten für den Transport deines Hausrats, Maklergebühren für die neue Wohnung und sogar Verpflegungskosten während des Umzugs.
Kontoführungsgebühren
Eine Pauschale für Kontoführungsgebühren in Höhe von 16 Euro wird vom Finanzamt ohne Nachweis anerkannt.
Beiträge zur Berufsbekleidung
Kosten für typische Berufsbekleidung, die du auch außerhalb der Arbeit nicht tragen würdest (z.B. Kochkleidung, Schutzkleidung), sind absetzbar.
Wie funktioniert die Steuererklärung für Azubis?
Die Steuererklärung kann heutzutage ganz einfach online erledigt werden. Es gibt verschiedene Programme und Apps, die dich dabei unterstützen, wie z.B. WISO Steuer oder Smartsteuer. Diese Programme führen dich Schritt für Schritt durch die Steuererklärung und helfen dir, keine wichtigen Angaben zu vergessen.
Alternativ kannst du dir auch Hilfe von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein holen. Diese können dich individuell beraten und deine Steuererklärung erstellen. Das kostet zwar etwas, kann sich aber lohnen, wenn du dich unsicher fühlst oder komplizierte Sachverhalte hast.
Wichtige Unterlagen:
- Lohnsteuerbescheinigung (erhältst du von deinem Arbeitgeber)
- Belege für alle absetzbaren Ausgaben
- Sozialversicherungsnummer
- Steueridentifikationsnummer
Tipps für Azubis: So sparst du Steuern
- Belege sammeln: Hebe alle Belege für deine Ausgaben auf, die mit deiner Ausbildung zusammenhängen.
- Fristen beachten: Die Steuererklärung muss in der Regel bis zum 31. Juli des Folgejahres eingereicht werden.
- Online-Tools nutzen: Nutze Online-Steuerprogramme oder Apps, um deine Steuererklärung zu erstellen.
- Hilfe suchen: Scheue dich nicht, Hilfe von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch zu nehmen.
- Freibeträge nutzen: Informiere dich über Freibeträge, die du geltend machen kannst, z.B. den Ausbildungsfreibetrag.
Fazit: Steuererklärung als Azubi – eine lohnende Investition
Auch wenn es auf den ersten Blick kompliziert erscheint, ist eine Steuererklärung für Azubis in den meisten Fällen eine lohnende Investition. Du kannst einen Teil deiner gezahlten Steuern zurückbekommen und so dein Budget aufbessern. Nutze die Möglichkeit, deine Ausgaben geltend zu machen und informiere dich über deine Rechte und Pflichten. Mit ein wenig Aufwand kannst du als Azubi bares Geld sparen.
"Viele Azubis lassen sich Geld entgehen, weil sie denken, dass sich eine Steuererklärung nicht lohnt. Dabei können sie oft mehrere Hundert Euro zurückbekommen." - Expertenaussage von einem Steuerberater
Also, worauf wartest du noch? Fang an, deine Belege zu sammeln und dich mit dem Thema Steuererklärung auseinanderzusetzen. Es lohnt sich!
Denk daran: Jede Situation ist individuell. Was für den einen Azubi gilt, muss nicht zwangsläufig für den anderen gelten. Es ist immer ratsam, sich individuell beraten zu lassen, um die bestmögliche Steuerrückerstattung zu erzielen.
