Lymphdrainage Nach Op Selber Machen
Was ist Lymphdrainage?
Lymphdrainage ist eine spezielle Art der Massage. Sie regt den Fluss der Lymphflüssigkeit an. Diese Flüssigkeit transportiert Abfallprodukte und überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe. Sie spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem.
Nach einer Operation (OP) kann es zu Schwellungen kommen. Die Lymphbahnen können durch den Eingriff beeinträchtigt sein. Lymphdrainage kann helfen, diese Schwellungen zu reduzieren und die Heilung zu fördern.
Lymphdrainage nach der OP selber machen: Ist das möglich?
Ja, eine sanfte Lymphdrainage kann man nach einer OP oft selbst durchführen. Es ist aber wichtig, dies vorher mit dem behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten zu besprechen. Sie können Anweisungen geben, welche Techniken für Ihren speziellen Fall geeignet sind.
Achtung: Nicht jede Art von Lymphdrainage ist für jeden geeignet. Bei bestimmten Komplikationen oder Vorerkrankungen ist es unbedingt erforderlich, sich von einem Fachmann behandeln zu lassen.
Grundprinzipien der Selbst-Lymphdrainage
Beginnen Sie immer mit dem "Freimachen" der Lymphknoten. Das bedeutet, dass Sie die Lymphknoten anregen, bevor Sie die Flüssigkeit ableiten. Die wichtigsten Lymphknoten für die Lymphdrainage nach OP befinden sich am Hals, in den Achseln und in der Leiste.
Die Bewegungen sollten sehr sanft und langsam sein. Es ist keine kräftige Massage, sondern eher ein leichtes Streicheln der Haut. Stellen Sie sich vor, Sie verschieben nur die oberste Hautschicht.
Atmen Sie während der Übungen ruhig und tief ein und aus. Eine tiefe Atmung unterstützt den Lymphfluss. Wiederholen Sie jede Bewegung mehrmals.
Beispielhafte Übungen zur Selbst-Lymphdrainage
Lymphknoten am Hals aktivieren: Legen Sie die Fingerspitzen sanft auf den Hals seitlich des Kehlkopfes. Machen Sie kreisende Bewegungen mit leichtem Druck. Wiederholen Sie dies 10-15 Mal.
Lymphdrainage am Arm (z.B. nach Brust-OP): Beginnen Sie an der Hand und streichen Sie mit leichten Bewegungen den Arm entlang in Richtung Achselhöhle. Wiederholen Sie dies mehrmals. Achten Sie darauf, dass die Bewegungen immer in Richtung der Lymphknoten (Achsel) gehen.
Lymphdrainage am Bein (z.B. nach Knie-OP): Beginnen Sie am Fuß und streichen Sie mit leichten Bewegungen das Bein entlang in Richtung Leiste. Auch hier gilt: Die Bewegungen immer in Richtung der Lymphknoten (Leiste) ausführen.
Worauf Sie achten sollten
Schmerzen: Sollten Sie während der Lymphdrainage Schmerzen verspüren, stoppen Sie sofort. Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten.
Hautpflege: Verwenden Sie eine feuchtigkeitsspendende Lotion oder ein Öl, um die Haut geschmeidig zu halten. Die Haut sollte während der Lymphdrainage nicht trocken sein.
Regelmäßigkeit: Führen Sie die Lymphdrainage regelmäßig durch, um den besten Effekt zu erzielen. Oft wird empfohlen, die Übungen 1-2 Mal täglich durchzuführen.
Wann Sie einen Fachmann aufsuchen sollten
Wenn die Schwellung trotz Lymphdrainage nicht besser wird. Bei starken Schmerzen oder Entzündungszeichen. Wenn Sie unsicher sind, ob die Selbst-Lymphdrainage richtig durchgeführt wird.
Die Selbst-Lymphdrainage kann eine wertvolle Ergänzung zur Behandlung von Schwellungen nach einer OP sein. Sie ersetzt aber nicht die Behandlung durch einen ausgebildeten Lymphtherapeuten. Besprechen Sie alle Maßnahmen immer mit Ihrem behandelnden Arzt.
