Mündlicher Vertrag Aussage Gegen Aussage
Ein mündlicher Vertrag ist eine Vereinbarung, die durch Worte getroffen wurde, nicht schriftlich. Aussage gegen Aussage bedeutet, dass zwei Parteien unterschiedliche Versionen davon haben, was vereinbart wurde. Das macht die Beweisführung schwierig.
Was ist ein mündlicher Vertrag?
Ein mündlicher Vertrag ist genauso ein Vertrag wie ein schriftlicher. Er ist bindend, wenn alle wesentlichen Vertragsbestandteile erfüllt sind. Das sind:
- Angebot: Eine Partei bietet etwas an.
- Annahme: Die andere Partei nimmt das Angebot an.
- Gegenseitigkeit: Beide Parteien erhalten einen Vorteil oder übernehmen eine Verpflichtung.
- Absicht, einen Vertrag einzugehen: Beide Parteien müssen die Absicht haben, rechtlich gebunden zu sein.
Beispiel: Anna sagt zu Peter: "Ich verkaufe dir mein Fahrrad für 50 Euro." Peter antwortet: "Einverstanden." Das ist ein mündlicher Vertrag. Anna bietet das Fahrrad an, Peter nimmt an, Anna bekommt 50 Euro, Peter das Fahrrad. Beide wollen einen Vertrag.
Das Problem: Aussage gegen Aussage
Das Hauptproblem bei mündlichen Verträgen ist der Beweis. Wenn etwas schiefgeht und eine Partei den Vertrag nicht einhält, muss bewiesen werden, dass der Vertrag existiert und welche Bedingungen vereinbart wurden. Hier kommt es oft zu Aussage gegen Aussage.
Beispiel: Anna gibt Peter das Fahrrad, aber Peter zahlt nicht. Anna sagt, sie haben 50 Euro vereinbart. Peter sagt, sie hätten nur 30 Euro vereinbart. Es gibt keinen schriftlichen Beweis. Es steht Aussage gegen Aussage.
Beweisschwierigkeiten
Gerichte bevorzugen schriftliche Beweise, weil diese objektiver sind. Bei mündlichen Verträgen müssen andere Beweismittel herangezogen werden:
- Zeugen: Waren Personen bei der Vereinbarung anwesend? Können sie bestätigen, was vereinbart wurde?
- Begleitumstände: Was ist logisch? Macht die eine Version mehr Sinn als die andere? Zum Beispiel: Ist es realistisch, dass Anna ihr Fahrrad für nur 30 Euro verkauft hätte?
- Handlungen der Parteien: Haben die Parteien so gehandelt, als ob ein Vertrag existiert? Hat Peter das Fahrrad sofort benutzt? Hat Anna Peter nach Geld gefragt?
Trotzdem bleibt das Risiko groß. Oft ist es schwierig, die eigene Version überzeugend darzustellen, wenn es keine objektiven Beweise gibt.
Was kann man tun?
Um das Risiko von Aussage gegen Aussage zu minimieren, sollten Sie Folgendes tun:
- Bevorzugen Sie schriftliche Verträge: Auch einfache Vereinbarungen sollten schriftlich festgehalten werden.
- Bestätigen Sie mündliche Vereinbarungen schriftlich: Wenn ein schriftlicher Vertrag nicht möglich ist, schreiben Sie eine E-Mail oder SMS, in der Sie die Vereinbarung zusammenfassen und bitten Sie die andere Partei um Bestätigung. Beispiel: "Hallo Peter, wie besprochen verkaufe ich dir mein Fahrrad für 50 Euro. Bitte bestätige kurz, dass du damit einverstanden bist."
- Sammeln Sie Beweise: Wenn es Zeugen gibt, notieren Sie sich deren Namen und Kontaktdaten. Bewahren Sie E-Mails, SMS oder andere Nachrichten auf, die die Vereinbarung belegen könnten.
Wann sind mündliche Verträge ungültig?
Es gibt bestimmte Arten von Verträgen, die immer schriftlich sein müssen, um gültig zu sein. Dazu gehören oft:
- Immobilienkäufe: Der Kauf eines Hauses oder Grundstücks.
- Bürgschaften: Die Übernahme einer Haftung für die Schulden einer anderen Person.
- Bestimmte Arbeitsverträge: Insbesondere solche, die über einen längeren Zeitraum laufen.
Informieren Sie sich über die gesetzlichen Bestimmungen in Ihrem Land oder Bundesland, um sicherzustellen, dass Ihr Vertrag gültig ist.
Fazit
Mündliche Verträge sind grundsätzlich bindend, bergen aber das Risiko von Aussage gegen Aussage. Um sich zu schützen, sollten Sie Verträge immer schriftlich festhalten oder mündliche Vereinbarungen schriftlich bestätigen. Wenn es hart auf hart kommt, kann die Beweisführung schwierig und kostspielig sein. Im Zweifelsfall ist es immer besser, auf Nummer sicher zu gehen und einen schriftlichen Vertrag zu haben.
