Muss Das Geburtsdatum In Den Lebenslauf
Geburtsdatum im Lebenslauf: Ja oder Nein?
Die Frage, ob das Geburtsdatum in den Lebenslauf gehört, ist in Deutschland gar nicht so einfach zu beantworten. Es gibt keine eindeutige gesetzliche Regelung. Die Entscheidung liegt letztendlich beim Bewerber selbst. Aber es gibt einige wichtige Punkte zu beachten.
Früher war es üblich, das Geburtsdatum anzugeben. Es gehörte zum Standard. Zusammen mit dem Familienstand und der Nationalität ergab es ein vollständiges Bild. Heute sieht das anders aus. Die Diskussion über Diskriminierung spielt eine große Rolle.
Was sagt das AGG?
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist hier zentral. Es soll Diskriminierung verhindern. Das AGG schützt vor Benachteiligung aufgrund von Alter, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, ethnischer Herkunft und sexueller Identität. Das Alter ist also ein sensibles Thema.
Die Angabe des Geburtsdatums könnte indirekt zu Altersdiskriminierung führen. Ein Unternehmen könnte Bewerber älteren Semesters aussortieren. Es könnte zu der Annahme kommen, dass diese weniger flexibel oder lernfähig sind. Das ist natürlich unfair.
Argumente für die Angabe
Es gibt auch Argumente, die für die Angabe des Geburtsdatums sprechen. Manche Bewerber möchten Transparenz zeigen. Sie haben nichts zu verbergen. Das Geburtsdatum kann auch dazu beitragen, Verwechslungen zu vermeiden. Gerade bei häufigen Namen ist das hilfreich.
In manchen Branchen oder bei bestimmten Unternehmen wird die Angabe erwartet. Das ist zwar nicht rechtens, aber Realität. Es lohnt sich, die Gepflogenheiten der Branche zu recherchieren. Vielleicht ist ein Anruf in der Personalabteilung sinnvoll.
Was sollten Sie im Unterricht vermitteln?
Erklären Sie Ihren Schülern die rechtliche Situation. Das AGG und seine Bedeutung sind wichtig. Diskutieren Sie die Vor- und Nachteile der Angabe. Lassen Sie die Schüler selbst argumentieren. So entwickeln sie ein Gefühl für das Thema.
Betonen Sie die Eigenverantwortung. Jeder Schüler muss selbst entscheiden. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Wichtig ist, die Konsequenzen zu bedenken. Sowohl positive als auch negative.
Ein Tipp: Simulieren Sie Bewerbungsgespräche. Spielen Sie verschiedene Szenarien durch. Wie reagiert ein Personaler auf das fehlende Geburtsdatum? Wie argumentiert der Bewerber?
Häufige Missverständnisse
Ein häufiges Missverständnis ist, dass die Angabe Pflicht ist. Das stimmt nicht. Es gibt keine Pflicht, das Geburtsdatum anzugeben. Auch wenn es in manchen Vorlagen so aussieht. Der Bewerber hat die Wahl.
Manche glauben, dass ein fehlendes Geburtsdatum negativ ausgelegt wird. Auch das ist nicht unbedingt der Fall. Ein professioneller Personaler sollte neutral sein. Er sollte die Qualifikation des Bewerbers in den Vordergrund stellen. Trotzdem kann Unsicherheit entstehen.
Wie gestalten Sie den Unterricht interessant?
Nutzen Sie aktuelle Beispiele aus der Presse. Gibt es Fälle von Altersdiskriminierung? Wie wird darüber berichtet? Das macht das Thema greifbarer. Auch Erfahrungsberichte von ehemaligen Schülern sind hilfreich.
Lassen Sie die Schüler eigene Lebensläufe erstellen. Variieren Sie mit und ohne Geburtsdatum. Diskutieren Sie die Wirkung. Welcher Lebenslauf wirkt professioneller? Welcher weckt mehr Interesse?
Eine Umfrage in der Klasse kann spannend sein. Wer würde das Geburtsdatum angeben? Wer nicht? Warum? So entsteht eine lebhafte Diskussion. Und die Schüler lernen voneinander. Das Thema Datenschutz sollte ebenfalls angesprochen werden.
Fazit
Die Entscheidung für oder gegen die Angabe des Geburtsdatums im Lebenslauf ist individuell. Es gibt keine allgemeingültige Antwort. Wichtig ist, dass Ihre Schüler die Argumente kennen. Und dass sie selbstbewusst entscheiden können. Vermitteln Sie kritisches Denken und Eigenverantwortung. Das ist der beste Weg.
